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Shorttrack : Und er war doch in Sotschi

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Torsten Kröger vom ESV Turbine Rostock durfte, obgleich er wegen einer schweren Verletzung früh aus dem Rennen um die Olympia-Plätze ausgeschieden war, seinen Dresdner Nationalmannschafts-Kameraden Robert Seifert nach Russland begleiten.

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erstellt am 04.Apr.2014 | 18:28 Uhr

Und er war doch in Sotschi!

Die Hoffnung auf eine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2014 war für Shorttracker Torsten Kröger schon im September 2013 gestorben, als er bei der ersten Nationalmannschafts-Ausscheidung stürzte und ihm die Schlittschuh-Kufen seines Münchner „Verfolgers“ Felix Spiegl, der nicht mehr ausweichen konnte, beide Unterarme aufschlitzten, mehrere Sehnen durchtrennten. Und dennoch war der Wahl-Dresdner in Diensten des ESV Turbine Rostock schließlich in Russland live dabei, wenn auch nicht als Aktiver.

„Eine PR-Agentur drehte dort ein Werbevideo* unter dem Motto ,Der Olympionike bringt seinen besten Freund mit zu Olympia’. Darin geht es hauptsächlich um mich, der nach Vancouver 2010 jetzt das zweite Mal die Spiele verpasst hat, und um den einzigen männlichen deutschen Shorttracker in Sotschi, Robert Seifert, der zum zweiten Mal dabei war“, weiß Torsten Kröger zu berichten.

Er habe, so der 26-Jährige, auf diese Weise erste Eindrücke sammeln, schon mal olympisches Flair schnuppern können – 2018 im südkoreanischen Pyeongchang wolle er sich dann endlich den Traum erfüllen, einmal selbst auf Olympia-Eis in Aktion zu treten.

Dass der Staffel-Vize-Weltmeister 2011 nach seinem tragischen Unfall nicht einfach abtreten würde, sei ihm sofort klar gewesen. „Ich wusste gleich, ich will weitermachen und stärker wiederkommen, und ich habe die Überzeugung, mich zurück ins Nationalteam laufen zu können“, bekräftigte Torsten Kröger kürzlich beim Heimatbesuch in Rostock.

Und er erzählt von den großen Schwierigkeiten, mit denen er sich nach dem Horrorsturz anfangs konfrontiert sah: „Ich konnte mit beiden Händen überhaupt nichts machen. Ich wurde gefüttert, gewaschen, geduscht. Ich brauchte Hilfe beim Klo-Gang, beim An- und Ausziehen. Da ich eine elektrische Zahnbürste habe, steckte ich mir die in die Lagerungsschiene an meinem Arm und putzte mir so selbst die Zähne. Das war das Erste, was ich wieder selbstständig machen konnte. Die Zahnpasta musste ich mir allerdings drauftun lassen.“

Nach allein über zweimonatigem Klinik-Aufenthalt im bayerischen Murnau hätte Torsten Kröger ab Mitte Dezember 2013 allmählich wieder aufs Eis gedurft, aber er wartete damit bis Silvester: „Ich hatte mir eine Grenze gesetzt, wollte mir das aufsparen für 2014, symbolisch für den Neuanfang. Es dauerte dann keine drei Tage, bis ich das Eisgefühl wieder hatte wie am Anfang der Saison. Nur mein Fitnesszustand ließ stark zu wünschen übrig: Ich habe zwei, drei Runden gedreht, da ging mir aber die Pumpe.“

Inzwischen ist der gelernte Technische Zeichner wieder richtig gut drauf. Er wolle „jeden Trainingstag genießen, aber auch als Chance sehen, um wieder vorne anknüpfen und zurück in die Spitze laufen zu können“. Im Herbst dann, wenn die neue Saison beginnt, werde er sich neu positionieren; bis dahin sollte ja auch der neue Bundestrainer und damit zugleich der Zuständige für „Totti“ sowie seinen jüngeren Bruder Hannes (24) gefunden sein.

Seine beiden Britisch-Kurzhaar-Kater Mogli und Lazy hat Torsten Kröger
übrigens, als er dieser Tage bei seiner besten Freundin Henriette und deren Mann Arian Nachbar, erfolgreichster hiesiger Shorttracker und aktuell Landestrainer, in Rostock zu Besuch war, daheim in Dresden quasi „sich selbst überlassen“. „Das ist nicht schlimm“, versichert Herrchen. „Sie haben ja ihren Futterautomaten und fühlen sich trotzdem wohl.“


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