Hansa Rostock : Triumph von Hansa vor Rekordkulisse

Dicke Luft im Hansa-Strafraum kurz vor der Pause: Keeper Janis Blaswich und Pascal Breier (rechts) versuchen den Ball abzuwehren, kurz darauf befördert ihn der Magdeburger Weil (nicht auf dem Bild) aus Nahdistanz am Tor vorbei.
Dicke Luft im Hansa-Strafraum kurz vor der Pause: Keeper Janis Blaswich und Pascal Breier (rechts) versuchen den Ball abzuwehren, kurz darauf befördert ihn der Magdeburger Weil (nicht auf dem Bild) aus Nahdistanz am Tor vorbei.

Der Tabellenführer 1. FC Magdeburg wurde von Hansa Rostock geschlagen.

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25. Februar 2018, 17:13 Uhr

23 000 Fans (Saisonrekord in der 3. Fußball-Liga!) brachten am Sonnabend die „Tiefkühltruhe“ Ostseestadion zum Glühen, als der FC Hansa mit 1:0 (1:0) über den Tabellenführer triumphierte. Davor hatte Rostock zuletzt vor 28 Jahren gegen den 1. FC Magdeburg gewonnen, im November 1990 mit 2:0. „Wenn man das Ergebnis sieht, besser geht es nicht, ein schönes Gefühl vor vollem Haus, ein Derby-Sieg, der geil und verdient ist“, strahlte Torwart Janis Blaswich, der den Dreier festhielt.

Zunächst galt es für die Zuschauer, die etwas unerwartete Start-Elf der Gastgeber „zu sortieren“. Hilßner, der im Training eine schwere Knieverletzung erlitt (die Diagnose erfolgt heute), war ebenso nicht im Kader wie Bischoff (sein Ausfall wegen Oberschenkelproblemen stand schon länger fest, war jedoch „geheimgehalten“ worden) und Scherff. Dafür Rieble (Debüt von Beginn an als Linksverteidiger, Holthaus rückte eine Position vor), Evseev und Wannenwetsch in der Startformation. Breier übernahm die rechte Seite.

Besonderheit im zentralen Mittelfeld: Aus dem defensiven Dreieck mit den beiden „Sechsern“ Wannenwetsch und Henning sowie dem „Achter“ Evseev wurde bei eigenem Ballbesitz ein offensives „6-8-10“ mit (von hinten) Wannenwetsch – Henning – Evseev.

Lehrbuchreif im Mannschafts-Auftritt hinsichtlich taktischer Disziplin, Lauf- und Einsatzbereitschaft dominierte Hansa die erste Hälfte. Zwar war Magdeburg bei einem
frühen Lattenknaller (Alter Schwede! Da hätte der freilich erst 23-Jährige gleichen Familiennamens doch um ein Haar das 1:0 gemacht/5.) und dem „Riesen“ von Weil (befördert den Ball aus Nahdistanz am leeren Kasten vorbei/45.+2) einem Treffer nahe. Doch das einzige Tor der Partie erzielten die Weiß-Blauen. Und zwar durch den alles in allem starken Henning, der nach Einleitung von Evseev blitzartig die Situation erfasste, noch den Haken um den Ex-Rostocker Erdmann schlug und alsdann die Kugel einschob (28.). Verdient, dieses 1:0 zur Pause, zumal es nach Schillers Eingreifen gegen Benyamina einen Foulelfmeter hätte geben müssen (42.).

In der zweiten Hälfte dominierte Magdeburg, doch Blaswich war auch gedanklich schnell und verhinderte mehrfach den Ausgleich, dabei auch böse Ballverluste seiner Kollegen Evseev (57.) und Henning (77.) ausbügelnd. Hansa versäumte es, bei seinen Kontergelegenheiten den Sack zuzubinden. So durch Evseev, der vor allem in der 66. Minute (exzellent halblinks freigespielt mit schnell ausgeführtem Freistoß vom gerade eingewechselten Väyrynen) „das 2:0 hätte machen können, dann brennt’s nicht mehr so an. Schade“, sagte der im Abschluss mehrfach etwas Unglückliche, der nach dem Abpfiff den Blick schon voraus richtete auf das Spiel am Freitag bei Bremen II: „Wenn man schon soweit oben steht in der Tabelle, dann will man natürlich da bleiben und möglichst noch höher kommen.“

Magdeburg hat übrigens seit dem 21. Oktober 1978 (3:1 nach 1:0-Pausenführung des FC Hansa durch Rainer Jarohs) nicht mehr in Rostock gewonnen!
 

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