HC Empor Rostock : Spieler zu Statisten degradiert

In Essen war selbst Empor-Trainer-Fuchs Rastislav Trtik ratlos. Rechts Torwartcoach Jürgen Rohde.
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In Essen war selbst Empor-Trainer-Fuchs Rastislav Trtik ratlos. Rechts Torwartcoach Jürgen Rohde.

Rastislav Trtik nach dem 26:42 von Essen: „Nichts aus meinem taktischen Repertoire half. Es gibt halt Tage, an denen der Trainer machtlos ist“

„Ich habe alles versucht, das Schlimmste abzuwenden. Nichts aus meinem taktischen Repertoire half. Es gibt halt Tage, an denen der Trainer machtlos ist“, sagte Dr. Rastislav Trtik nach der 26:42-Klatsche seiner Zweitliga-Handballer vom HC Empor Rostock am Freitagabend bei TuSEM Essen. Die „Westdeutsche Allgemeine“ konstatierte in ihrer Sonnabend-Ausgabe: „Die Rostocker wurden zu Statisten des Essener Schützenfestes degradiert.“


Schon am Mittwoch geht es gegen Altenholz weiter


Das Dilemma hatte seine Ursachen. TuSEM-Coach Mark Dragunski hatte sein Team bestens auf den Gegner eingestellt. „Da war nichts mehr von ,altdeutschem’ Handball zu sehen. Entgegen ihren sonst etwas behäbigen Angriffsaktionen waren die Essener ständig auf Achse, wechselten in Windeseile die Positionen, wirbelten uns so richtig durcheinander“, bekannte Trtik.

Der Tscheche begann mit seinem bekannten 4:2-Abwehrsystem, wechselte später auf 3:3. „Als das dann auch nicht half, spielten wir 5:1 und 6:0, versuchten es sogar mit einer Manndeckung gegen Regisseur Philipp Pöter – alles umsonst. Der Kontrahent wusste auf jede Variante eine Antwort“, so der 52-Jährige.

„Bewegung, schnelle Antritte, Positionswechsel, die freien Räume über Außen und den Kreis mit Spiel in die Tiefe nutzen“, hatte Dragunski seiner Mannschaft eingeschärft. Ein Konzept, das aufging. So machte André Kropp, der wohl beste Kreisläufer der 2. Bundesliga, allein 13 Tore, netzten die Flügelstürmer Lasse Seidel (7) und Peter Hornyak (5) wie geplant ein, nutzte auch der Portugiese Joao Pinto (5) aus dem rechten Rückraum seine Freiheiten. Die HCE-Keeper Jan Kominek und Robert Wetzel hatten gegen die meist freien Würfe der Gastgeber mehr oder weniger keine Chance.

Rastislav Trtik entschuldigte sich nach der Partie vor 2354 Zuschauern für den Auftritt seiner Sieben: „Viele meiner Spieler sind momentan körperlich am Ende, klagen über Verletzungen, stellen sich aber trotzdem in den Dienst des Vereins. Eigentlich bräuchten sie eine Pause.“ Da hat der Rostocker Coach zweifelsfrei Recht. Die hinten und vorn aufwändige Spielweise hat ihre Spuren hinterlassen. Das auch, weil vom Kader her wenig Entlastung für die Stammkräfte möglich ist, 17- oder 18-Jährige da einfach nicht in die Bresche springen können.

Das sind alles keine guten Voraussetzungen für die nun Schlag auf Schlag folgenden Partien am Mittwoch (19.30 Uhr Ospa-Arena) gegen den TSV Altenholz, am Sonntag um 16.30 Uhr in der Stadthalle gegen den TV 05/07 Hüttenberg sowie am 18. Dezember bei Spitzenreiter BBM Bietigheim.

Das 26:42 von Essen bewirkte, dass der HC Empor auf den Plätzen eins bis 13 einziges Team mit einem negativen Torverhältnis ist. 449 Gegentreffer hat neben Rostock auch der Letzte Tarp-Wanderup kassiert – nur die weiteren Abstiegskandidaten Leutershausen (470) und Saarlouis (477) „fraßen“ noch mehr.

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