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RingerHeld feiert leise : Rudolf Vesper wird heute 75

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ringer-Olympiasieger 1968 feiert nur „nullte“ Geburtstage, doch er ist auf Gäste eingestellt: „Ich glaube, es kommen welche vorbei“

Rudolf Vesper, Olympiasieger von Mexiko 1968 im griechisch-römischen Ringen, Weltergewicht bis 78 Kilogramm, wird heute 75. Eine große Fete hat der Jubilar – gemeinsam mit Lothar Metz (ebenfalls 75 und Olympiasieger 1968) DIE Koryphäe des Ringens in Rostock – nicht geplant. Er feiere nur die „nullten“ Geburtstage richtig, demnach erst wieder 2019 seinen 80. Auf Gäste seien er und Gattin Gerlinde dennoch eingestellt: „Ich glaube, es kommen welche vorbei.“ Auch aus Bayern bzw. Ostfriesland, wo die Söhne Michael und Tom mit ihren Familien leben? Er zuckt mit den Schultern: Geplant sei es nicht, „vielleicht ein Überraschungsbesuch“.

Auf jeden Fall wird der fünffache Opa auch heute sicher wieder nicht umhin kommen, sein edelstes Metall von vor 46 Jahren aus dem Karton zu holen. „Darin sind die Medaillen alle gestapelt. Das ist ’ne Menge, damit könnte man ein Zimmer dekorieren“, sagt der Vize-Weltmeister 1963 und 1967 augenzwinkernd.

Sein größter Wunsch sei bereits vor seinem Geburtstag in Erfüllung gegangen: Die Sportart Ringen, der es ja ganz ernsthaft an den Kragen ging, bleibt olympisch. Ansonsten, meint Vesper, „wäre es schön, wenn wir hier wieder eine Mannschaft hätten, die ihre Kämpfe in der 2. Bundesliga bestreitet. Im Moment ist ja nur der Nachwuchsbereich am Start. Dabei war Rostock mal eine Hochburg des Ringens. Aber das Geld ist nicht da…“

Rudolf Vesper ist, bevor er vor etwa zehn Jahren in Rente ging, Lehrer an der Berufsschule für Ernährung und Hauswirtschaft in Reutershagen bzw. Evershagen gewesen: „Ich habe nach der Wende noch ein dreijähriges Studium gemacht, um neben Sport auch Sozialkunde unterrichten zu dürfen.“

Auch im Ruhestand ist der EM-Dritte 1970 sportlich aktiv, ob beim Schiebchen mit den Fußball-Oldies des SV Hafen, auf dem Drahtesel oder im Garten in Brinckmansdorf. „Ich habe vor 13 Jahren eine künstliche Herzklappe bekommen, aber mir geht es gut“, versichert das Geburtstagskind. „Nur bei ungewohnten Übungen stellt sich manchmal der Muskelkater ein. Vom Bücken beim Graben oder nach den ersten 30 Kilometern, wenn man über den Winter kaum Rad gefahren ist, das merkt man schon ein bis zwei Tage…“

Was den einstigen Spezialisten für Hüftschwünge neben der körperlichen Ertüchtigung besonders erfreut, sind die nach wie vor regelmäßig eintreffenden Autogrammwünsche. „Im Jahr bekomme ich 15 bis 20 Briefe. Manche schicken ein Bild mit, ich habe aber auch extra selber welche machen lassen. Ich hatte sogar schon Post aus den USA“, schmunzelt Rudolf Vesper.

Der Olympiasieger 1968 – auch mit 75 weiterhin ein gefragter Mann!

Zur Person



Rudolf Vesper wurde am 3. April 1939 in Niehmen bei Ohlau (Schlesien) geboren. Neben dem Olympiasieg 1968 war der gelernte Zimmermann, der einst aus der Ringer-Hochburg Ramsin bei Bitterfeld an die Ostsee kam und von 1959 bis 1972 für den ASK Vorwärts Rostock kämpfte, 1963 und 1967 Vize-Weltmeister. Darüber hinaus holte er 1970 Europameisterschafts-Bronze. Vesper war neunmal DDR-Meister.

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erstellt am 03.Apr.2014 | 10:13 Uhr

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