Rudern : Rostocker gehen im „Eiskanal“ ans Limit

Zogen an einem Strang: Finn Knüppel und der Rostocker Malte Daberkow (r.) überzeugten im Duell der Zweier.
Zogen an einem Strang: Finn Knüppel und der Rostocker Malte Daberkow (r.) überzeugten im Duell der Zweier.

Beim Langstrecken-Rennen in Dortmund beweisen Paul Heinrich, Julia Lepke und die Zwillingsbrüder Daberkow beachtliche Frühform.

svz.de von
10. Dezember 2013, 20:41 Uhr

Bei Nieselregen, böigem Wind und Temperaturen um den Gefrierpunkt starteten Deutschlands Ruder-Asse in Dortmund den Saisoncountdown über den „Langen Kanten“. Vizeweltmeister Hannes Ocik und Co quälten sich über 6000 Meter im Kampf gegen die Uhr und „gegen den inneren Schweinehund“, so der Schweriner Ruderrecke. Dabei musste er auf die Hilfe seines Zweierpartners verzichten. „Zum jetzigen Zeitpunkt stehen regionale Aspekte bei der Partnerwahl im Vordergrund“, nannte der 22-jährige Sportpolizist den Grund für seinen Start im Einer. Im Duell der 46 Skuller auf dem Dortmund-Ems-Kanal verpasste er knapp die Top-10-Plätze.

Einen Rang besser beendete Paul Heinrich vom Rostocker RC sein Rennen. Deutlich schneller spurtete Olé Daberkow in Richtung Ziel. Im einsamen Zeitduell gegen sich selbst brauchte der Youngster vom ORC Rostock knapp 60 Sekunden weniger als die beiden Etablierten aus der Trainingsgruppe von Coach Meinhard Rahn. Nur der siegende Wurzener Philipp Wende und der WM-Dritte Marcel Hacker (Magdeburg) waren einen Tick besser.

„Olé hat sich in den letzten Wochen gesteigert und nach der Grundausbildung bei der Bundeswehr am oberen Limit trainiert. Der Podiumsplatz ist überaus verdient“, lobte der Coach seinen Schützling. In Dortmund musste er krankheitsbedingt nur auf Stephan Krüger (ORC) verzichten. „Es war eine reine Vorsichtsmaßnahme“, begründete er den Verzicht seines besten Skullers.

Deutlich besser als erwartet präsentierten sich die U23-Nachwuchs-Zweier im Duell mit den Recken des Deutschlandachters. Im Finish waren Finn Knüppel (Schwerin) und Olés Zwillingsbruder Malte zwei Sekunden vor Richard Schmidt/Kristof Wilke, der besten Crew des Vizeweltmeisters und Deutschlandachters, auf Rang zwei. Nur das neu formierte Duo Urs Käufer/Björn Birkner aus dem Süden war mit gut 17 Sekunden schneller als die Nordländer von B-Coach René Burmeister. „Sie waren schon auf der Warnow gut und zügig unterwegs, aber mit so einem Lauf konnte keiner rechnen“, zeigte sich Burmeister überrascht und erleichtert über Maltes Comeback.

Dessen 2013er Saison lief alles andere als nach Wunsch. Erst fehlte ein gleich starker Partner für den Zweier, dann verhinderten Trainingsausfälle die Quali für die U23-WM. Die Krönung in der Runde „Pleiten, Pech und Pannen“ war die Ausmusterung durch die Bundeswehr. „Ohne die Hilfe der Ospa-Stiftung, meines Vereins und des Olympiastützpunktes hätte ich den Leistungssport beendet, denn finanziell war es ein Absturz“, blickte Malte auf die sportliche Durststrecke zurück. Doch jetzt haben er und Finn selbst bei Erfolgs- und Deutschlandachter-Coach Ralf Holtmeyer einige Pluspunkte gesammelt.

Rostocks Juniorenweltmeister Theo Kessner (ORC) kam bei seiner Premiere in der Eliteklasse A auf Position 14.

Die starke Bilanz krönte Julia Lepke mit Partnerin Ronja Schütte. Fünf Sekunden retteten die beiden vor der Konkurrenz ins Ziel. „Ein Arbeitssieg, der Selbstvertrauen für die härteste Trainingsphase der Saison bringt“, sagte die 24-jährige Rostockerin.

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