Kanurennsport Rostock : Ramona Portwich ist zurück an Bord

Portwich sitzt wieder im Boot
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Portwich sitzt wieder im Boot

Burnout: Anderthalb Jahre war sie krankgeschrieben, doch jetzt gibt die dreifache Olympiasiegerin wieder alles für den Rostocker Kanurennsport-Nachwuchs

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11. April 2015, 10:00 Uhr

Manchmal geht es nicht anders, da muss man auch mal einen Schritt zurück tun. Um dafür später zwei nach vorn zu machen…

Als Ramona Portwich im Herbst 2013 ihr Amt als beim Landessportbund MV angestellte Nachwuchstrainerin ruhen lassen musste, schien sie den Bach runter zu gehen – ihre mühsame, gleichwohl erfolgreiche Arbeit, anfänglich fast aus dem Nichts mit Zwölf- bis 14-Jährigen vom Rostocker Kanu-Club beziehungsweise von den Kanufreunden Rostocker Greif wieder einen Kanurennsport-Talentepool in der Hansestadt aufzubauen.

„Ich war leer, habe nicht genug auf mich aufgepasst“, sagt die dreifache Olympiasiegerin rückblickend. Anderthalb Jahre war sie krankgeschrieben – Burnout. Jetzt geht es ihr wieder gut, hat sie voller Motivation den Neustart vollzogen. „Seit der Wende gab es noch nie soviele Leistungskanuten aus Rostock am Landesleistungszentrum Neubrandenburg“, stellt die 48-Jährige befriedigt fest.

In der Zwischenzeit ist mit Olaf Lindstädt vom RKC zusätzlich ein Vereinssportlehrer eingestellt worden, krempelten auch andere Sportfreunde die Ärmel hoch (siehe rechts), und so lebt die Hoffnung weiter, eines Tages an die großen Traditionen anknüpfen zu können, für die die 13-malige Weltmeisterin Portwich exemplarisch steht – die übrigens, man möchte es kaum glauben, mit elf Jahren bei der Sichtung zur Kinder- und Jugend-Sportschule (KJS) zunächst durchfiel…

Hoffnungsträger für die Zukunft gibt es – Hannes Oesterle, Nils Globke, Jonas Hirschlipp beispielsweise. Nur starten sie leider alle für den Sportclub der Vier-Tore- Stadt und nicht für ihren eigentlichen Verein RKC. „Mecklenburg-Vorpommern kann sich kein zweites Landesleistungszentrum leisten“, erläutert Ramona Portwich. „Ärgerlich, dass die Talente deshalb abwandern müssen und unsere Arbeit nicht der Stadt Rostock zugute kommt. Die hiesigen Vereine bauen vier Jahre die Kinder auf und müssen sie dann verschenken. Letztlich hat hier ein Ausverkauf stattgefunden. Das ist schade.“

Die dreifache Mutter (Helena/17, Laszlo/15, Marek/ 11) erhofft sich Hilfe von der Stadt: „Mit ein, zwei Trainern mehr könnten wir die Kinder länger hier begleiten, müssten sie nicht in so jungem Alter von zu Hause weg. Das wäre ein Anfang.“

Andererseits seien die Kanuten Rostocks Verantwortungsträgern sehr dankbar, weil in Bälde durch die KOE* die Sanierung des Bootshauses Gaffelschonerweg 6 in Angriff genommen werde.

Ramona Portwich über die alte Kaderschmiede des einstigen SC Empor, in der auch sie groß wurde: „Das Gros der Bausubstanz bleibt bestehen, ein Teil wird weggerissen. Das soll nächstes Jahr über die Bühne gehen. Das ist ein totaler Fortschritt. Mit der Holzhalbinsel, mit der Universität, durch die die Kinder nach der Schule auch neben dem Sport eine Perspektive haben, besitzen wir hier die idealsten Bedingungen von ganz MV!“

Im Zuge der Baumaßnahmen wird auch das Indoor-Becken zu neuem Leben erwachen. Hier können acht Leute auf einmal paddeln – das Bassin ist mithin auch für Drachenboot-Besatzungen geeignet – und an ihrer Technik feilen bzw. spezifisches Krafttraining absolvieren.

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