Eishockey : Peinliche Piranhas: Das war Grütze!

Rekordtorschütze Petr Sulcik auf dem Bauch gelandet – ein Bild mit Symbolcharakter…
Rekordtorschütze Petr Sulcik auf dem Bauch gelandet – ein Bild mit Symbolcharakter…

Gestern Abend schmachvolles 3:6 (0:2, 1:2, 2:2) im prestigeträchtigen Ostsee-Derby der Oberliga Nord gegen den Erzrivalen Timmendorf

svz.de von
22. Dezember 2013, 22:28 Uhr

Den Titel „Eishockey-Macht von der Ostsee“ wollten sie bestätigen, doch die Piranhas des Rostocker EC verloren gestern Abend das prestigeträchtige Meeres-Anrainer-Derby der Oberliga Nord gegen den EHC Timmendorfer Strand 06 auf schmachvolle Weise mit 3:6 (0:2, 1:2, 2:2).

In den ersten beiden Duellen dieser Saison hatte sich jeweils der REC durchgesetzt (9:3 A, 7:3 H).

Jan Schmidt war nach abgesessener Spieldauerdisziplinarstrafe wieder dabei, ebenso sein Verteidiger-Kollege Klemens Kohlstrunk, der am Freitag beim 9:4 in Nordhorn arbeitsbedingt gefehlt hatte. Dafür fiel Philip Labuhn mit Fieber aus. Die Gäste mussten wegen eines Haarrisses im rechten Unterarm auf ihren besten Torschützen André Gerartz verzichten (19 Treffer – zum Vergleich Rostocks erfolgreichster Knipser Petr Sulcik: 30). Dennoch führten sie die „Raubfische“ phasenweise vor und gewannen vollauf verdient.

Die Gastgeber kamen gar nicht richtig rein in die Partie, wenn sie auch etwas unglücklich mit 0:2 in Rückstand gerieten: Die Führung der „Beach Boys“ entsprang einer Überzahl, nachdem die Piranhas sechs Mann und damit einen zuviel auf dem Eis hatten und dafür eine Zeitstrafe erhielten. Beim zweiten Treffer machte Tobias John keine gute Figur, und das war deshalb so traurig, weil der Torwart sowohl vor- als auch nachher einige Male bravourös noch Schlimmeres verhinderte.

In der 17. Minute traf Jens Stramkowski nur die Latte. Der Kapitän war es auch, der schließlich auf 1:2 verkürzte. Die Mecklenburger drängten auf den raschen Ausgleich, doch statt dessen fingen sie sich wenig später durch unzureichende Abwehrarbeit zwei schnelle weitere Gegentore ein.

Vor dem Schlussdrittel fiel es schwer, noch an eine Wende zu glauben. Die Timmendorfer waren in der körperlichen wie gedanklichen Schnelligkeit deutlich überlegen, während man beim REC das Gefühl nicht los wurde, dass einige Spieler vorher auf dem Weihnachtsmarkt gewesen sein und dort einen genommen haben könnten, so unbeholfen stellten sie sich an. Nicht von ungefähr fiel sogar noch das 1:5 – es war eine unwürdige, eine peinliche Vorstellung der Piranhas.

Erst in der Schlussphase kam so etwas wie ein Aufbäumen zustande. Und wer weiß, wenn der REC nach dem 3:5 auch seine dritte Überzahl zu einem Treffer hätte nutzen können, vielleicht wäre tatsächlich noch was gegangen, denn es verblieben noch 3:43 Minuten. Letztlich machte jedoch EHC-Keeper Rieck alle Hoffnungen zunichte.

„Es tut mir leid zu sehen, was im Augenblick mit der Mannschaft passiert“, sagte REC-Präsident Peter Dickmanns, der wegen einer schweren Erkrankung die Amtsgeschäfte vorläufig nicht führen kann.

REC Piranhas: John (Rauscher) – Zib, Blank, Gall, Schmidt, Kohlstrunk – Stramkowski, Sulcik, Stratmann, Labuhn, Rabbani, Haiduk, Bartanus, Ciupka, Vycichlo, Marsall

Tore: 0:1 Klupp (15. – in Überzahl), 0:2 Meyer (16.), 1:2 Stramkowski (29./Vorlagen: Sulcik, Bartanus – in Überzahl), 1:3 Maronese (33.), 1:4 Uglar (34.), 1:5 Saggau (45.), 2:5 Bartanus (51./Stratmann, Rabbani), 3:5 Blank (55./Stramkowski, Sulcik – in ÜZ), 3:6 Saggau (60. – Empty net)

Strafminuten: Rostock 8, Timmendorfer Strand 6

Zuschauer: 1366

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