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Gebürtiger Rostocker Rad-Profi : Paul Voß: „Noch bin ich nicht zurückgetreten“

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der gebürtige Rostocker Paul Voß ist derzeit ohne Vertrag, sieht sich als aktiven Fahrer aber noch nicht fertig mit dem Profi-Radsport #wirkoennenrichtig

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erstellt am 14.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Ein Tag im Bergtrikot bei der Tour de France, der Sieg bei „Rad am Ring“ auf dem Nürburgring: Das Jahr 2016 verlief für Rad-Profi Paul Voß (Bora-Argon 18) eigentlich nicht so schlecht. „Ich würde schon sagen, dass ich der medienwirksamste deutsche Fahrer in unserem Team war“, so der gebürtige Rostocker. Dennoch wurde der 30-Jährige am Saisonende vor die Tür gesetzt. Nach dem es während der Tour noch von Seiten der Teamleitung hieß, Voß würde einen neuen Vertrag bekommen, wurde ihm Mitte September jedoch mitgeteilt, dass das neue Pro-tour-Team Bora-hansgrohe – verpflichtete unter anderem den zweimaligen slowakischen Weltmeister Peter Sagan – nicht mehr mit seinen Diensten plane. „Ich weiß nicht mehr genau, wann es mir gesagt wurde. Ich glaube, dass war ein paar Tage vor den Europameisterschaften. Insgeheim hatte ich es zwar schon ein bisschen geahnt, aber dennoch war es ein ziemlich großer Schock für mich und ich war schon sehr enttäuscht“, erklärt Paul Voß.

Da auch andere Offerten sich zerschlugen und ein Teamwechsel nicht zu Stande kam, wird der Allrounder aktuell als Ex-Profi geführt. „Ich werde die Flinke aber nicht ins Korn werfen. Ich bin noch nicht fertig“, sagt der Wahlspanier, der derzeit noch seine Wohnung in Girona hat. Allerdings weiß er auch, dass sich ein Engagement im Profi-Radsport in dieser Saison wohl nur schwerlich noch ergeben wird. Alle Mannschaften haben mit der Vorbereitung begonnen, die ersten Rennen 2017 stehen in Australien in dieser Woche bereits auf dem Plan. „Während der Saison ist es immer schwierig. In diesem Jahr gibt es aber mehr Renntage zu besetzen. Vielleicht brauchen einige Teams dann noch einen Fahrer“, so hofft Voß, der aktuell aufs Rad steigt, wie er gerade Lust hat: „Ich genieße das, kann nach eigener Lust und Laune trainieren. Wenn ich mich mal voll ausbelasten möchte, dann tue ich das. Ich fahre einfach, wann und wie ich Bock habe.“

Viel Cross: Rückkehrzu den Wurzeln

Zudem kehrt er zu seinen Wurzeln zurück, fährt viel Cross. „So habe ich früher angefangen und hatte meine größten Erfolge, auch schon in Rostock“, sagt der ehemalige Deutsche Juniorenmeister, der auch Gesamtweltcup-Vierter war und bei Weltcup-Rennen auf dem Podest stand. Über den Cross fand er dann letztlich auch den Weg auf die Straße. „In der Saison 2017/18 will ich dann auch wieder regelmäßig an Crossrennen teilnehmen. Das macht mir eine Menge Spaß“, so Voß, der seit zwei Jahren mit Lindsey, einer Engländerin, liiert ist, die im Marketingbereich einer Fahrradfirma arbeitet: „Sie fährt auch gerne Rad und ist derzeit bei ihre Familie in London. In anderthalb Wochen sehen wir uns wieder.“

Ob das Paar allerdings in Girona bleibt, ist noch offen, da Paul Voß auch ein Projekt in Deutschland vorantreiben will. „Ich habe 2016 das Paul Voss Development Team gegründet. Im vergangenen Jahr ging es bei der U 17 an den Start, 2017 soll es bei den Junioren U 19 mitfahren. Das ist eine spannende Aufgabe und macht mir eine Menge Spaß. Es ist aber auch mit viel Arbeit verbunden, wie E-Mails schreiben oder Sponsoren kontaktieren“, sagt der Radprofi im Wartestand, denn den Plan in dem Radsport als aktiver Fahrer zurückzukehren, will er nicht aufgegeben: „Noch bin ich nicht zurückgetreten!“

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