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Radsport : Paul Voß fährt die Tour de France

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der gebürtige Rostocker Radprofi verrät exklusiv, dass er von seinem Team entsprechende Signale bekommen hat

svz.de von
erstellt am 09.Jun.2014 | 12:46 Uhr

Wenn am 5. Juli im englischen Leeds der Startschuss für die 101. Tour de France erfolgt, wird der gebürtige Rostocker Paul Voß im 198 Fahrer umfassenden Teilnehmerfeld seinen Platz haben. Der Radprofi, der jüngst ins vorläufige 14-köpfige Tour-Aufgebot seines NetApp-Endura-Teams berufen wurde, bestätigte den NNN exklusiv, dass er in diesem Sommer beim größten Radsport-Spektakel der Welt mitfahren wird. „Ich habe von meinem Team signalisiert bekommen, dass ich, wenn ich fit und gesund bin, die Tour fahre. Und ich bin fit und gesund. Ehrlich gesagt, wäre ich schon sehr enttäuscht, wenn ich nicht zum Tour-Aufgebot gehören würde“, sagte der 28-Jährige, der sich aktuell in seiner Wahlheimat Girona (Spanien) auf das härteste Etappenrennen vorbereitet.

Während seine Mutter und die Geschwister ihn zur dritten Etappe in London besuchen werden, kommt sein Vater wahrscheinlich zur 9./10. Etappe auf eine Stippvisite vorbei. Mehr ist bislang nicht geplant: „Ich habe es nicht so gerne, wenn meine Familie zum Beispiel irgendwo am Berg steht. Sie sollen sich das Rennen lieber zu Hause im TV anschauen. Pläne fürs Finale in Paris gibt es noch nicht. Das bringt Unglück.“

Paul Voß freut sich auf seine Premiere bei der Grande Boucle. Bislang fuhr der Allrounder dreimal die Spanien-Rundfahrt und einmal den Giro d’Italia. „Die Tour ist etwas ganz Besonderes. Dort sind wirklich alle Fahrer bei 100 Prozent. Das ist wohl der größte Unterschied zur
Vuelta und zum Giro“, so der Radprofi.

Doch nicht nur Voss wird sein Debüt bei der Runde durch Frankreich geben. Auch sein Team (besteht erst seit 2010) ist zum ersten Mal dabei. Die deutsche NetApp-Endura-Equipe, die ihren Sitz im oberbayerischen Raubling hat, wurde vom Veranstalter als eines von vier Professional-Continental-Teams (2. Division im Radsport) zuzüglich zu den 18 startberechtigten Pro-Tour-Mannschaften eingeladen.

Paul Voß, der im Winter 1998 beim PSV Rostock unter Trainer Peter Sager mit dem Radsport begann, sieht sich in seinem Team als eine Art „Road-Kapitän“. „Ich bin sehr vielseitig, werde auf den Etappen unsere Mannschaft ein bisschen koordinieren. In erster Linie geht es darum, unseren Klassementfahrer (den Tschechen Leopold König – d. Red.) zu beschützen“, sagt Paul Voß, der aktuell bis zu sechs Stunden am Tag trainiert: „Aber nicht nur auf dem Rad, sondern auch im Fitnessstudio.“

Vor dem Start der Tour de France wird der Radprofi noch am Donnerstag beim Grand Prix Kanton Aargau in der Schweiz sowie bei der Slowenien-Tour (19. bis 22. Juni) an den Start gehen. Die Dauphine-Rundfahrt in Frankreich wie die Tour de Suisse lässt er bewusst aus. „Ich mag solch schwere Rennen vor der Tour nicht. Ich versuche vielmehr, mit dem größtmöglichen Motor in die Rundfahrt zu gehen, um die drei Wochen durchzuhalten. Ich werde sicher viel im Wind fahren, muss aber auch die Berge gut hochkommen. Das klappt eigentlich ganz gut. Ich bin zwar kein echter Bergfahrer, aber auch keiner, der ums Limit zittern muss. An guten Tagen kann ich mit den Top 30 mithalten“, erklärt Paul Voß.

Auf solch eine Performance hofft der Hansestädter auf einer der mittelschweren Etappen. „Ich denke schon, dass ich dann vom Team eine Chance bekommen werde. Dann liegt es an mir und meiner Form“, so der Mecklenburger, der natürlich den großen Traum hat, einen Tagesabschnitt zu gewinnen: „Der Sieg auf einer Touretappe verändert dein Leben als Radsportler. Das ist etwas ganz Besonderes.“

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