Rostocker bei Tour de France : Paul Martens hat es endlich geschafft

Erika und Heinz Martens auf dem Balkon ihrer Wohnung in der Südstadt: Die Großeltern von Rad-Profi Paul Martens sind langjährige Leser der NNN und drücken ihrem Enkel bei der 102. Tour de France ganz fest die Daumen.
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Erika und Heinz Martens auf dem Balkon ihrer Wohnung in der Südstadt: Die Großeltern von Rad-Profi Paul Martens sind langjährige Leser der NNN und drücken ihrem Enkel bei der 102. Tour de France ganz fest die Daumen.

Großeltern Erika und Heinz Martens sind stolz auf ihren Enkel Paul, der erstmals die Tour de France fährt

Wenn Paul Martens (Team Lotto NL-Jumbo) bei der aktuell laufenden 102. Tour de France die Berge hoch und runter sowie guten Etappenplatzierungen nachjagt, dann werden dem 31-Jährigen auch in der Rostocker Südstadt ganz fest die Daumen gedrückt. Seine Großeltern Erika (83 Jahre) und Heinz (81) sind am Fernseher immer an der Seite ihres Enkels Paul – obwohl sich seine Oma die Etappen nicht anschauen kann.
Ihre Nerven spielen nicht mit. „Ich habe viel zu viel Angst, dass etwas passiert. Jedes Jahr gibt es immer wieder schwere Stürze. Für mich ist es das Wichtigste, dass Paul heil im Ziel ankommt“, sagt Erika Martens.

Ihr Gatte – die beiden sind seit 58 Jahren verheiratet – verfolgt dagegen mit großem Interesse die Live-Übertragungen: „Es ist das größte Radrennen der Welt. Paul wollte unbedingt einmal dabei sein. In diesem Jahr hat er es endlich geschafft. Das macht uns natürlich sehr stolz.“

Heinz Martens kann sich noch genau erinnern, wie er Paul auf dem alten Damenrad seiner Frau das Fahrradfahren beigebracht hat. Und der Rentner weiß noch manch andere nette Anekdote aus der Kindheit seines Enkels zu erzählen. So wie diese: „Paul war früher wie verrückt nach Angeln. Wir mussten im Urlaub immer wieder auf einen See rausfahren. Da habe ich so manches Mal das Kaffeetrinken verpasst, und auch mit dem Abendbrot wurde es knapp.“

Mindestens einmal im Jahr versucht Paul Martens mit seiner Familie, zu der Ehefrau Carla sowie die Kinder Alena (5) und Leon (1) gehören, die Großeltern in Rostock zu besuchen. „Zuletzt war er im vergangenen November da. Deswegen konnten wir auch schon den Kleinen in den Armen halten“, sagt Erika Martens. Der Kontakt zu ihrem Enkel ist sehr eng. „Das freut uns natürlich sehr, wenngleich wir auch ein bisschen traurig sind, dass er soweit weg in Belgien wohnt. Aber das bringen die heutige Zeit und der Sport nun einmal mit sich. Paul war auch immer ganz eisern. Egal, bei welchem Wetter, ob Wind oder Regen, er ist immer auf sein Rad gesprungen und hat trainiert.“

Oft erreichen die Großeltern DVDs, auf denen sie sich die Entwicklungen ihrer beiden Ur-Enkel anschauen können. Hinzu kommen wöchentliche Telefonate. „Die Kleine von Paul spricht in einem lustigen Kauderwelsch zwischen Deutsch und Niederländisch. Das ist so niedlich, aber manchmal auch schwer zu verstehen“, so Erika Martens.

Paul meldet sich vor jedem Rennen telefonisch bei ihnen ab. Mittlerweile ist das zu einem festen Ritual geworden. „Das hat er schon immer so
gemacht. Und wenn er wieder zurück ist, sagt er auch Bescheid. Darauf warten wir immer schon“, sagt Heinz Martens, der natürlich hofft, dass sein Enkel erst nach dem Wochenende bei ihnen anruft, denn das würde bedeuten, er hat das Ziel der Tour in Paris erreicht: „Das hat er sich ganz fest vorgenommen, und ich bin überzeugt, dass er es
schaffen wird. Er ist ein starker Fahrer.“

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