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Rudern : Ociks WM-Gold überstrahlt alles

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Auch Junior Leon Münch wird mit dem Achter Weltmeister / U23-Saisonbilanz fällt hingegen unbefriedigend aus

von
erstellt am 13.Okt.2017 | 22:42 Uhr

Hannes Ocik mag mit seinen 26 Jahren inzwischen nicht mehr unbedingt als Talent gelten. Gleichwohl ist der Weltmeister-Titel des für die Schweriner Rudergesellschaft 1874/75 startenden Rostockers mit dem Deutschland-Achter natürlich der größte Erfolg der Saison für den Nachwuchs-Bundesstützpunkt Kessin, zu dem er ja nach wie vor gehört.

Was die Ocik & Co. 2016/17 lieferten, das waren einfach jedes Mal aufs Neue Auftritte wie aus einer anderen Welt. Ihre Ungeschlagen-Serie ist ja gerade auch von den NNN hinlänglich „besungen“ worden. Genau wie WM-Gold von Leon Münch (ORC) bei den Junioren ebenfalls im Achter. „Ein überragendes Ergebnis“, freut sich Olympiastützpunkt-MV-Trainer René Burmeister mit seinem für diesen Altersbereich zuständigen Kollegen Ulf Kraemer.

Bei den Erwachsenen sei Malte Daberkow (ORC) mit dem Posten des WM-Reservisten für seine Anstrengungen belohnt worden; auch
Ersatzmann sein zu dürfen müsse man sich verdienen.

Für Julia Leiding – die 23-Jährige vom RRC startete in Sarasota (Florida) mit Carlotta Nwajide (Hannover) im Doppelzweier – sei Rang zehn, schätzt Burmeister ein, „ein Spiegelbild der Saison. Da kann man drauf aufbauen. WM-Zehnter, das hört sich zwar erst mal nicht gut an, aber wie Julia es insgesamt anging, war positiv. Kritisch hinterfragen muss man das Stehvermögen. Hier gilt es die Schrauben zu finden, an denen zu drehen ist.“

Bleibt der Rückblick auf die U 23, und der fällt allgemein unbefriedigend aus. Bestes Resultat aus hiesiger Sicht war der vierte WM-Platz des Achters weiblich mit drei „Kessinerinnen“. „Insgesamt hatten wir“, so Burmeister, „das schlechteste Ergebnis, das es im Deutschen Ruderverband je gegeben hat.“ Das hänge natürlich auch damit zusammen, dass etliche der besten U23-Athleten bereits im A-Bereich zum Einsatz kamen. Das allein will René Burmeister aber nicht gelten lassen. Er bemängelt: „Es fehlte an der Breite, um dies zu kompensieren, und bei vielen auch an der Einstellung. Sie finden sich einfach damit ab, national Zweiter zu sein. Die Sportler sind viel zu schnell zufrieden und nicht bereit, sich der Sache zu stellen. Im Moment ist es so, dass wir international ab 1000 Metern (der Hälfte der üblichen Streckenlänge – d. Red.) nicht mehr mithalten können und am Ende fünf Sekunden hinterherfahren. Wir müssen etwas tun. Und die Wettkampfhärte können wir uns nur hier auf dem Hof holen“, so der 33-Jährige, der ankündigt, diesbezüglich künftig Unerbittlichkeit an den Tag zu legen.

Während aus dem Elite-Bereich Hannes Ocik gegenwärtig noch seinen wohlverdienten Aufenthalt an Bord der „AIDAluna“ genießt und auf den Bahamas weilt, tritt Julia Leiding, die den WM ebenso wie Malte Daberkow einen USA-Kurzurlaub folgen ließ, bereits an diesem Wochenende wieder an. Sie nimmt im Doppelzweier und -vierer an den Deutschen Großboot-Meisterschaften über 1000 Meter auf dem Salzgittersee teil. Für Ocik und Daberkow geht es am 18. November mit dem Wettkampf „BaselHead“ weiter, einem spektakulären Achter-Verfolgungsrennen über 6,4 Kilometer inklusive Wende um eine Boje herum. Für die gesamte deutsche Spitze folgt am ersten Dezember-Wochenende die Kaderüberprüfung in Dortmund mit 2000 m Ergometer und auf dem Wasser der 6000-m-Langstrecke.

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