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FC Hansa : Nur noch einen Punkt vor den Abstiegsplätzen

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

0:2 in Chemnitz – selbst die einheimische Presse lobt den Rostocker Fußball-Drittligisten, doch die Luft wird immer dünner

svz.de von
erstellt am 15.Sep.2014 | 21:45 Uhr

Garstig grau, neblig, überwiegend Nieselregen im Stadtteil Sonnenberg (!) – das Wetter passte zum Ergebnis. Dabei steigerte sich Fußball-Drittligist FC Hansa trotz des 0:2 beim Chemnitzer FC merklich im Vergleich zum vorangegangenen 0:1 gegen Halle. Zwar waren die Rostocker recht weit davon entfernt, in dem Ost-Klassiker mit 60-jähriger Tradition ihren ersten Auswärtssieg seit dem 29. September 1990 (damals 2:0) im ehemaligen Karl-Marx-Stadt einzufahren. Aber „dass hier der Zweite gegen den Sechzehnten spielte, hat man nicht gesehen“, stellte Gäste-Trainer Peter Vollmann fest.

Seine Mannschaft, so der Fußball-Lehrer, habe es weder an Einsatz noch an Kampf und Moral fehlen lassen. Selbst die Chemnitzer Tageszeitung „Freie Presse“ räumte ein: „Dieser Treffer (das 2:0/42. – d. Red.) war in dieser Phase des Spiels auch bitter nötig. Denn in den 20 Minuten zuvor bestimmte nur eine Mannschaft das Spiel, und die hieß Hansa Rostock.“ CFC-Torhüter Philipp Pentke meinte: „Auch Rostock, das hat man gemerkt, wollte den Sieg und war vor allem bei Standards gefährlich.“

Dennoch gab es im Anschluss von den etwa 1300 Hansa-Anhängern im 80 Jahre alten, derzeit im Komplett-Neubau befindlichen Stadion an der Gellertstraße lautstarke Unmutsbekundungen. Was Peter Vollmann bis zu einem bestimmten Grad nachvollziehen konnte: „Wenn man das Ergebnis sieht, verstehe ich die Fans.“ Nicht jedoch, so der 56-Jährige, wenn die Mannschaft mit Sprechchören à la „Wir woll’n euch kämpfen seh’n“ konfrontiert werde, denn sie habe „bis zur 90. Minute versucht, das Beste aus dem Spiel herauszuziehen“, und keinen schlechteren Fußball gezeigt als der Gegner. Innenverteidiger Steven Ruprecht ging sogar noch weiter und vertrat die Ansicht, das bessere Team habe verloren: „Das war ganz bitter. Wir haben gekämpft und uns aufgerieben, alles in die Waagschale geworfen, aber wir sind nicht belohnt worden.“

Die Ostseestädter haben sicherlich auch das Pech, dass ihnen im Augenblick individuelle Unzulänglichkeiten sofort in Form von Gegentoren auf die Füße fallen. Auf diese Weise wurden schon zwei Heimpartien mit 0:1 verloren (Wehen Wiesbaden, Halle), die durchaus auch unentschieden hätten ausgehen können, und jetzt in Chemnitz war es ähnlich. Und wenn den Nordostdeutschen dann endlich selbst ein Tor gelingt (Steven Ruprecht mit Zwischenberührungen durch Keeper Pentke und den Innenpfosten zum vermeintlichen 1:1/29.), hat prompt der Schiedsrichter-Assistent die Fahne oben – die vermeintliche Abseitsstellung war sehr umstritten…

Was allerdings alles nichts an der Tatsache ändert, dass der FC Hansa nur noch haarscharf, um einen Punkt, über den Abstiegsplätzen positioniert ist und sein zuversichtliches Saisonziel, unter ungefähr zehn Mannschaften auf ähnlichem Level in der oberen Tabellenhälfte mitmischen zu wollen, erst mal ad acta legen muss – und zusehen, dass er sich schleunigst Luft nach unten verschafft.

Ein Erfolgserlebnis könnte im Hinblick auf das nächste Heimspiel am Sonnabend gegen Arminia Bielefeld einen großen Schub bringen: Am Mittwoch ab 18 Uhr muss der FC Hansa im Landespokal beim Siebtligisten FSV Blau-Weiß Greifswald das Achtelfinale erreichen!

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