3. Fußball-Liga : Nicht quatschen, sondern machen

Nicht so viel quatschen, sondern machen: Sebastian Pelzer (r.) gegen den Dortmunder  Maruoka
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Nicht so viel quatschen, sondern machen: Sebastian Pelzer (r.) gegen den Dortmunder Maruoka

Mitentscheidend für den „dreckigen Sieg“ bei Borussia Dortmund II: Hansa nimmt beim 1:0 die widrigen Platzverhältnisse an

svz.de von
10. März 2014, 23:49 Uhr

1:0 am Sonntag bei Borussia Dortmund II – auswärts wäre Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock mit nunmehr sieben Siegen und drei Unentschieden aus 15 Partien ein Aufstiegskandidat. Insgesamt aber leider nicht. Dafür schenkte er in seinen bislang 13 Heimspielen schon zu viel her (5 S, 4 U, 4 N, nur 19 von 39 möglichen Zählern).

„Auswärts holen wir mehr Punkte als zu Hause, das ist schade. Ich weiß auch nicht, woran das liegt. Wobei wir in Dortmund ja ein Heimspiel hatten vor so vielen Fans“, meinte Stürmer Johan Plat zum Auftritt auf der Roten Erde. Auf dieser Kampfbahn fanden einst sogar zwei Länderspiele statt, wurde vor bis zu 42 000 Fans Bundesliga-Geschichte geschrieben. Erinnert sei nur an den legendären Vorfall beim Revierderby Dortmund gegen Schalke im September 1969 (1:1), als Gäste-Verteidiger Friedel Rausch von einem Hund in den Po gebissen wurde…

Am liebsten in den Rasen gebissen hätte wohl der Dortmunder Marian Sarr. Er war das „Platz-Opfer des Tages“, denn ein ihm unberechenbar verspringender Ball ermöglichte David Blacha den Siegtreffer. Da profitierte Hansa von dem ramponierten Boden, zu dem im Anschluss fast jeder etwas zu sagen hatte.

„Es war schwer, einen normalen Pass zu spielen. So mussten wir einfach mehr um die Bälle kämpfen. Es war nicht schön, aber es hat gereicht“, befand Plat.

Mittelfeld-Ankurbler Leonhard Haas empfand es ebenfalls als „unglaublich schwierig, sich auf solch einem Platz Chancen herauszuspielen. Es war viel Zufall dabei. Wir haben versucht, das Risiko komplett rauszunehmen. Auf diesen Sieg können wir aufbauen. Er gibt uns Sicherheit für die Partie gegen Darmstadt.“

Der Fünfte Rostock liegt sieben Punkte hinter den Hessen. Im Falle eines Hansa-Sieges am Sonnabend – der NDR überträgt live – hätte er noch vier Zähler Rückstand auf den Dritten bei dann neun verbleibenden Begegnungen.

Ginge da vielleicht doch noch etwas in Richtung Aufstiegs-Relegation? „Leo“ Haas stimmt weder zu noch sagt er nein, stellt nur ganz nüchtern fest: „Im Fußball ist nichts unmöglich.“

Klartext in Sachen holpriger Untergrund sprach Sebastian Pelzer: „Unter solchen Voraussetzungen ist es schwer, Kurzpass zu spielen. Die Bedingungen waren grausam, schlimmer als bei uns auf dem Trainingsplatz an der Eishalle. Das war noch mal eine Kategorie schlechter – der schlimmste Platz überhaupt, auf dem wir in dieser Saison angetreten sind.“ Ansonsten war der Kapitän aber mit sich und der Welt zufrieden. „Die Null spricht für sich“, strahlte der Innenverteidiger. „Wir ließen bis auf den Lattenknaller (von Julian Derstroff/25. – d. Red.) nichts zu, verschoben uns sehr gut, machten die Räume zu und waren präsent in den Zweikämpfen. Vor allem aber haben wir die Platzverhältnisse angenommen. Es war ein dreckiger Sieg.“ So was liebt Pelzer. Sich an Spekulationen hinsichtlich des bevorstehenden Duells mit Darmstadt zu beteiligen, nach dem Motto „Was wäre, wenn“, dem kann er nichts abgewinnen: „Wir sollten nicht so viel quatschen, sondern machen. So wie in Dortmund. So muss es sein.“



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