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3. Fussball-Liga : Land stimmt Schuldenschnitt zu

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Mecklenburg-Vorpommern genehmigt vorfristige Inanspruchnahme der Bürgschaften zugunsten des FC Hansa und zahlt 2,5 Millionen Euro an die Banken

svz.de von
erstellt am 07.Mai.2014 | 19:42 Uhr

Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock steht kurz vor dem Durchbruch auf dem Weg zur finanziellen Konsolidierung des Vereins. Der Bürgschaftsausschuss des Landes hat gestern der vorfristigen Inanspruchnahme der Bürgschaften zugunsten des Clubs zugestimmt und damit den Weg für einen Schuldenschnitt der Banken freigemacht. Die Kreditgeber des Fußballvereins – Deutsche Kreditbank (DKB) und Ostseesparkasse Rostock (Ospa) – hatten sich bereit erklärt, auf einen Teil ihrer Forderungen – rund acht Millionen Euro – zu verzichten, um eine drohende Insolvenz des Vereins zu verhindern. Voraussetzung für dieses Engagement der Banken war die Beteiligung des Landes.

Gestern stimmten nun Vertreter des Finanz-, Wirtschafts- und Innenministeriums der Inanspruchnahme der in 2005 beziehungsweise 2010 ausgereichten Bürgschaften schon vor einer eingetretenen Zahlungsunfähigkeit zu. Das Land überweist rund 2,5 Millionen Euro an die Banken, wird im Gegenzug aus allen Bürgschaften entlassen. Im Falle einer Insolvenz hätte das Land 3,2 Millionen Euro zahlen müssen. „Es war eine wirtschaftliche Entscheidung, die wir getroffen haben. Die jetzige Inanspruchnahme ist bedeutend geringer als im Falle einer Insolvenz. Wir werden damit alle finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Verein los“, sagte Finanzministerin Heike Polzin (SPD).

Für Hansa bedeutet dies, dass der Stammverein seine Verbindlichkeiten in Höhe von rund zehn Millionen Euro auf einen Schlag los ist und finanziell etwas durchatmen kann. Allerdings haben die Norddeutschen weiterhin an der Last des Kredits für den Neubau der DKB-Arena zu tragen, müssen noch rund 18 Millionen Euro an die Kreditinstitute zurückzahlen. „Es ist ein bedeutender Tag für den FC Hansa. Ich bedanke mich bei der DKB, der Ospa und Infront Germany, die den Schuldenschnitt auf den Weg gebracht haben und beim Land Mecklenburg-Vorpommern, die damit dem Verein eine echte Chance zur nachhaltigen Sanierung und finanziellen Gesundung eingeräumt haben. Wir werden diese Möglichkeit verantwortungsvoll nutzen und die Kogge weiter Schritt für Schritt in ein ruhigeres und erfolgreicheres Fahrwasser führen“, sagte Michael Dahlmann, Vorstandsvorsitzender des FCH.

„Finanziell sieht die Zukunft des FC Hansa jetzt wieder besser aus“, betonte auch Innen- und Sportminister Lorenz Caffier (CDU), „ich hoffe aber, dass der Verein sich nun auch mit aller Macht den Problemen in seinem Umfeld stellt. Die Landesregierung fordert eine klare Distanzierung von jeglicher Gewalt und ein konsequentes Vorgehen gegen die gewaltbereiten Fans. Dann wird Hansa Rostock hoffentlich schon bald wieder zu einem sportlichen Aushängeschild des Landes.“

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