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3. Fussball-Liga : Krawalle gefährden Schuldenschnitt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Gläubigerbanken des FC Hansa beantragen vorfristige Inanspruchnahme der Landesbürgschaft

„Das war einer der schwärzesten Tage, den der FC Hansa jemals erlebt hat. Dabei bewegt mich nicht so sehr die sportliche Situation, das war eine Katastrophe, aber was sich danach hier abgespielt hat, das ist aus meiner Sicht viel schlimmer. Wir distanzieren uns von jeglicher Form von Gewalt. Es sind Polizisten verletzt worden. Das tut mir sehr leid“, sagte Michael Dahlmann, Vorstandschef des Rostocker Fußball-Drittligisten.

Rund 250 Anhänger des Clubs hatten am späten Mittwochabend unmittelbar nach dem blamablen Aus im Landespokal gegen den Fünftligisten 1. FC Neubrandenburg (1:2) versucht, über den VIP-Parkplatz den Eingang der Westtribüne der DKB-Arena zu stürmen.

Lorenz Caffier, Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, hatte erst kurz zuvor das Stadion verlassen, erlebte die Ausschreitungen deswegen nicht live mit. „Er hatte Termindruck, ist daher vorher gefahren. Aber dennoch wird er schon mitbekommen haben, was passiert ist“, so Dahlmann, der hofft, dass die Krawalle keine Auswirkungen auf den dringend benötigten Schuldenschnitt haben: „Das war bestimmt nicht förderlich, ob es jetzt daran scheitert, weiß ich nicht. Am Ende ist es ein krasses Fehlverhalten von einigen wenigen, die dem Verein schaden. Aber ob man daran das Schicksal von ganz vielen Unbeteiligten hängen muss, weiß ich nicht.“

Gestern beantragten im Übrigen die Hausbanken des FC Hansa, die Deutsche Kreditbank (DKB) und Ostseesparkasse Rostock (Ospa), offiziell den Schuldenschnitt beim Land, wie aus dem Finanzministerium zu erfahren war. DKB und Ospa wollen auf rund acht Millionen Euro verzichten, wenn gleichzeitig ein großer Teil der Landesbürgschaften in Höhe von 3,2 Millionen Euro vorfristig in Anspruch genommen werden kann. Ob es dazu kommt, darüber muss der Landtag entscheiden.

Der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Wolf-Dieter Ringguth, kritisierte die Krawalle: „Gewalt gegen Polizisten ist kein Kavaliersdelikt. Frust und Enttäuschung über ein verlorenes Fußballspiel dürfen nicht dazu führen, dass Menschen verletzt werden. Die Täter müssen bestraft werden. Solche Chaoten haben in einem Fußballstadion nichts zu suchen. Sie schaden dem Image des Vereins und einer ganzen Region.“

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