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FC Hansa : Kneten für den Team-Erfolg

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Physiotherapeut Frank Scheller und Osteopath Steffen Rische sind im Trainingslager der Rostocker rund um die Uhr für die Profis da und kennen keine Öffnungszeiten

Neben dem Speisesaal gehört im Mannschaftshotel das Zimmer 234 zu den Haupt-Anlauf-Punkten der Hanseaten – der „Massage Room“ ganz hinten am Ende des Etagenflurs. Dieser ist das Reich von Physiotherapeut Frank Scheller (47) und Osteopath Steffen Rische (46). Hier, unterhalb des Fernsehers, in dem live die Australian Open der Tennis-Profis laufen, inmitten von Gel-Tuben, Pflastern, Tape-Rollen, allen möglichen Schächtelchen und ganzen Ladungen von Handtüchern, ist an zwei Massagebänken rund um die Uhr Betrieb. „Nach dem Frühstück geht es los. Es gibt keine Terminvergabe. Wer Bedarf hat, kommt. Wir arbeiten die Spieler einen nach dem anderen ab, und wenn das bis 23 Uhr dauert“, sagt Scheller. Und Rische betont: „Da vorn stehen keine Öffnungszeiten.“

Neben dem Durchkneten der Fußballer-Beine gehört unter anderem auch das Thema Ernährung in den Verantwortungsbereich der beiden, und bei den Trainingseinheiten sind sie auch stets mit von der Partie. Mit den Arbeitsbedingungen und Gegebenheiten sind sie recht zufrieden. „Die Räumlichkeiten sind okay, das Essen ist, nachdem wir am Anfang ein bisschen was sagen mussten, besser geworden. Aber es ging auch nur um Kleinigkeiten“, berichtet „Schelle“ und lobt im gleichen Atemzug die Küche für ihren Fisch. Der Trainingsplatz sei etwas trocken und stumpf, das könne bei den Spielern zu Waden- und Achillessehnenproblemen führen. Doch nicht zuletzt dank der Mühen des Duos gibt es in San Pedro del Pinatar keinen wirklichen Problemfall im Team. „Wir arbeiten ja auch hauptsächlich präventiv, dass erst gar nichts passiert. Dadurch ist auch keiner da, der ständig was hat. Dazu gehört zum Beispiel auch, Nahrungsergänzungsmittel zu dosieren und natürlich die Kontrolle darüber zu haben, wem wir was geben“, so Steffen Rische. Sein Kollege ergänzt: „Die Spieler steuern ja auch selbst etwas bei, wenn sie sich pflegen, die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen mit warmem und kaltem Wasser, mit Ausschwimmen, Ausfahren auf dem Rad oder Sauna.“

Mittelfeldspieler Leonhard Haas als glücklicherweise von Tag zu Tag mehr genesender Langzeitverletzter genießt natürlich die besondere Fürsorge des Physiotherapie-Tandems. Stammgast in dem Sinne sei aber selbst der 36-jährige Routinier Milorad Pekovic nicht. „Wenn jemand glaubt, dass ,Peko’ nur noch zusammengeflickt wird, dann stimmt das nicht“, versichert Rische.

Ist so ein Trainingslager eigentlich eine willkommene Abwechslung? Nein, das würden die beiden Familienväter so nicht formulieren. Scheller: „Ich wäre lieber zu Hause. Aber das ist mein Job, das gehört dazu. Und es macht ja Spaß, wir haben eine richtig gute Truppe. Auch die Zusammenarbeit mit dem Trainer klappt, was zum Beispiel die Dosierung der Belastung einzelner Spieler betrifft.“ Rische nickt und pflichtet bei: „Zu Hause ist es am schönsten. Aber ob nun in Rostock oder hier: Uns brauchst Du nicht zu motivieren. Erfolg macht immer Spaß. Dafür arbeitest Du“, sagt der 46-Jährige und hat dabei den hoffnungsvollen Tabellenstand im Sinn. Schließlich trennt Hansa nach acht Spielen ohne Niederlage nur die schlechtere Tordifferenz vom Aufstiegs-Relegationsplatz drei.

Ist die Hoffnung auf eine Rückkehr in die 2. Bundesliga in ihren Augen gerechtfertigt? „Ich gebe keine Prognose ab. Die Hoffnung besteht immer darin, dass Du jedes Spiel gewinnst“, sagt Scheller.

Zum Ausspannen kommen die „Physios“ von der gesamten Rostocker Delegation am wenigsten. Eigentlich gar nicht. Wenn Feierabend ist, wollen die beiden nur noch ins Bett. „Die Nacht“, sagt Rische, „musst Du maximal nutzen, sonst hast Du dein Pulver schnell verschossen.“

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erstellt am 18.Jan.2014 | 10:00 Uhr

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