zur Navigation springen

2. Handball-Bundesliga : „Kein faules Ei ins Nest legen“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

HCE-Vorsitzender Jens Gienapp will keine Notlösung verpflichten, die nur Geld kostet / Empor-Boss vertraut dem aktuellen Team

Handball-Zweitligist HC Empor Rostock (11. Platz/20:16 Punkte) setzt am Mittwoch beim insolventen Tabellenletzten HSG Tarp Wanderup die Saison 2013/14 fort. Vor den restlichen 20 Partien sprach Bernd-Dieter Herold mit dem HCE-Vorsitzenden Jens Gienapp.

Herr Gienapp, Tom Wetzel musste zum dritten Mal unters Messer. Zudem verpasst Florian Zemlin den Auftakt. Wie geht der HCE mit der personell angespannten Situation um?
Jens Gienapp: Unsere gesamte Planung war darauf ausgerichtet, dass Tom uns wieder zur Verfügung steht. Für ihn und uns ist es jetzt eine schmerzliche Situation. Zudem wird Florian wohl die beiden Partien verpassen. Mit Blick auf den ohnehin schmalen Kader dürfen wir bei „Flori“ kein Risiko eingehen.

Gibt es Alternativen zur Ergänzung des Kaders?

Wir sind nicht untätig gewesen. Berater Uwe Schwenker, Coach Dr. Rastislav Trtik und ich haben einige Varianten geprüft. Bislang leider noch ohne Ergebnis. Bei der Bewertung unserer Aktivitäten muss man bedenken, dass die Bindung eines vertragslosen Spielers nicht unproblematisch ist. Zum einen ist dieser ja nicht ohne Grund ohne Kontrakt und zum anderen wird keiner, so ist eben der Markt, nur bis zum 30. Juni unterschreiben wollen. Alles andere würde uns nur finanziell belasten, sportlich wenig helfen. In Auslaufmodelle investieren wir nicht. Ich hoffe, dass wir die Baustelle in den nächsten zwei Wochen mit einem Rückraumspieler schließen können, den wir ohnehin für die kommende Saison an uns binden wollen.

Und wenn nicht?

Da haben Aufsichtsrat, Vorstand und Berater eine Meinung: Die Mannschaft hat auch so Qualität. Hier wird speziell der Trainer gefragt sein, den Leistungsträgern 100 und mehr Prozent durch eine kluge Steuerung von Belastung im Spiel und individuell dosiertem Regenerationstraining zu ermöglichen. Vor allem bei Roman Becvar und Florian Zemlin, die durch unsere offensive Abwehr ja doppelt gefordert sind.
Gehen Sie da nicht das Risiko ein, dass sich die losgetretene Euphorie und der damit verbundene Umzug in die Stadthalle in eine Rückzugwelle verwandelt?
Keinesfalls. Erstens wird das Team, das in dieser schwierigen Phase auf die Unterstützung durch die Fans baut, auch in veränderter Formation begeisternden und modernen Handball anbieten. Zweitens stehen wir zu unserer Planung, mit einer starken Sieben im nächsten Jahr den Angriff auf die Aufstiegsplätze anzugehen. Gerade deshalb dürfen wir uns durch eine Fehlinvestition kein faules Ei ins Nest legen.
Stichwort nächste Saison: Wie steht es um die Vertragsverlängerungen?
Durch die internationalen Einsätze von Roman Becvar und Vyron Papadopoulos sowie die erneute OP bei Tom Wetzel traten Verzögerungen ein. Die Verträge sind fertig, mit Spielern und deren Beratern abgestimmt. Ich denke, dass wir in dieser Woche Vollzug melden können. Auch der neue Kontrakt von René Gruszka steht. Als Empor-Urgestein berät er sich selbst. Das gilt auch für Jens Dethloff, der uns als Kreisläufer ein weiteres Jahr zur Verfügung stehen wird, sowie den noch bis 2015 an uns gebundenen Florian Zemlin.

Das wird der Kern sein. Wie sieht es bei den weiteren HCE-Spielern aus?
Jeder, der die bisherigen Partien besuchte, konnte sich ein Bild vom Leistungsstand machen. Wir planen die nächste Saison mit zwei Spielern mehr, machen dabei am Alter möglichst zwischen 20 bis 23 Jahren keine Abstriche. Unsere gegenwärtige personelle Situation sehe ich für alle bisher nicht Genannten auch als Chance an, sich durch Leistung für ein weiteres Engagement zu empfehlen und das bereits am Mittwoch in Tarp. Rasti Trtik hat seine Vorstellungen, arbeitet intensiv mit Berater Uwe Schwenker zusammen.

Sind da die HCE-Talente integriert?
Natürlich setzen wir weiter auf unseren Nachwuchs, werden Robert Barten, Julius Porath und Co weiter fordern und fördern. Nicht umsonst bezieht Dr. Trtik die A-Jugendlichen in den Übungsprozess ein. Auch ohne Jugendzertifikat vom Deutschen Handballbund werden wir den Prozess fortsetzen und auf diesem Gebiet auch Erfolge einfahren. Die Berufungen von Paul Porath und Robert Barten ins U18-Nationalteam sind doch die Bestätigung, dass beim HCE eine exzellente Jugendarbeit durchgeführt wird. Übrigens haben wir bezüglich der Nichtanerkennung Widerspruch eingelegt.

Aufstellung des Elite-Kaders ist die eine, ein ebenso professionell agierendes Umfeld die andere Seite der künftig Richtung 1. Liga ausgerichteten Planung. Da gibt es sicher noch einiges zu tun...
Das streite ich keinesfalls ab. Strukturelle Veränderungen haben wir vorgenommen, deren Effizienz und der Handball-Sachverstand sind in der Geschäftsstelle zu verbessern. Hier sind weitere Maßnahmen erforderlich. So auch meine Entlastung als Vereinsvorsitzender und zugleich GmbH-Geschäftsführer. In letzterer Funktion möchte ich mich auf die kaufmännischen Belange zurückziehen, während wir das gesamte Management rund um die Bundesliga und die Arbeit mit den Sponsoren in die Hand eines Mannes legen werden, der zu uns passt, ein Empor-Herz unter der Brust trägt und dem wir die Aufgabe auch zutrauen.

zur Startseite

von
erstellt am 27.Jan.2014 | 10:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen