Handball : In der Hinrunde achtbar aus der Affäre gezogen

Trainer Rastislav Trtik war, obwohl er hier einen angespannten Eindruck hinterlässt, durchaus zufrieden mit dem, was seine Empor-Handballer in der 1. Halbserie 2013/14 der 2. Bundesliga zeigten. Gerade auch  Vyron Papadopoulos (rechts).
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Trainer Rastislav Trtik war, obwohl er hier einen angespannten Eindruck hinterlässt, durchaus zufrieden mit dem, was seine Empor-Handballer in der 1. Halbserie 2013/14 der 2. Bundesliga zeigten. Gerade auch Vyron Papadopoulos (rechts).

Trainer Rastislav Trtik lobt seine zum Schluss völlig ausgequetschte Mannschaft / Zweitliga-Männer des HC Empor leiden unter Überbeanspruchung des Stammsechsers

svz.de von
29. Dezember 2013, 03:00 Uhr

„Zufriedenheit ist eigentlich nicht meine Art, doch meine zum Schluss völlig ausgequetschte Mannschaft hat sich in der Hinrunde achtbar aus der Affäre gezogen. In den letzten Partien waren wir durch Überbeanspruchung des Stammsechsers leider nicht mehr in der Lage, unser arteigenes, auf Tempo im Angriff sowie Aggressivität in der Defensive orientiertes System zu spielen“, beurteilt Dr. Rastislav Trtik die erste Saisonhälfte seiner Mannschaft vom HC Empor in der 2. Handball-Bundesliga.

Auf den Aufstiegsplätzen ziehen Erlangen, Bietigheim und Friesenheim ihre Kreise. Dahinter folgt bis Rang 13 ein breites Mittelfeld. Lediglich Rimpar, Saarlouis, Leutershausen, Altenholz und Tarp-Wanderup fallen ein wenig ab, sind aber für diese und jene Überraschung gut.

„Ich hätte nie angenommen, dass wir den Ausfall unseres Torjägers Tom Wetzel so kompensieren könnten. Da hat das Team nicht nur am Limit, sondern teilweise auch darüber gespielt“, sagt Rastislav Trtik und fügt hinzu: „Im Hinterkopf muss jeder haben, dass wir in der vergangenen Saison mit einem breiteren Kader personell deutlich stärker aufgestellt waren. Der Blick auf die Einsätze zeigt, wer die Hauptlast zu tragen hatte.“

Empor machte da weiter, wo der Traditionsverein Ende 2012/13 aufhörte. Mit 12:22 Zählern ging es damals in die Winterpause, bevor eine begeisternde Rückrunde mit der Ausbeute von 27:11 Punkten die Rostocker noch auf Position sechs brachte. Mit diesem Selbstvertrauen im Rücken legten die Blau-Gelben 2013/14 los wie die Feuerwehr: Platz eins mit einer lupenreinen 10:0-Ausbeute nach dem fünften, noch immer Rang zwei nach dem 10. Spieltag (14:6), und das mit begeisterndem Handball, einer Mischung aus Kampf, Spielwitz und Show. Doch es kam, was aufgrund der Dauerbelastung des Stammsechsers kommen musste: Dem HCE ging die Luft aus – nur noch 6:10 Zähler aus den restlichen acht Partien. Der Motor stockte, auch hatten sich die Kontrahenten zunehmend besser auf Empor eingestellt. Mit einem 6:0-Riegel legten sie den mit „Shootern“ nicht gerade gut bestückten Rückraum der Ostseestädter lahm. 546 Gegentore sprechen eine deutliche Sprache (siehe Tabelle). Die Defensive konnte keineswegs als Bollwerk bezeichnet werden, inklusive Torhüter: Jan Kominek fehlte die Konstanz, Robert Wetzel bei seinen Einsätzen die Körpersprache und Aggressivität. Abwehrchef Norman Flödl war mit sinkender Leistungskurve nicht in der Lage, die Defensivabteilung zu organisieren. Auch die Zeitstrafen von Roman Becvar (19+ Ausschluss) sowie Lukas Gamrat (18) offenbaren Reserven. „Roman steht oft falsch zum Mann, Lukas, der vorn mit seinen Qualitäten über die zweite Welle ein Zugewinn ist, tritt meist zu ungestüm auf“, erläutert Trtik.

Der HC Empor lebte in der 1. Halbserie vor allem von den Qualitäten seiner Flügelzange René Gruszka und Vyron Papadopoulos. Der Grieche ist mit 121 Toren der zweitbeste Vollstrecker der Liga, stets schnell unterwegs und gemeinsam mit Gruszka für die Show-Acts (Stichwort Kempa-Tricks) verantwortlich. Bei Roman Becvar, gedanklich wohl bereits mit der tschechischen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft, gab es in den letzten fünf Begegnungen einen Leistungsabfall. Zudem belasteten ihn Achillessehnenbeschwerden. Florian Zemlin machten muskuläre Probleme zu schaffen.

Als Fehlgriff erwies sich der Pole Sebastian Rumniak. Die Trennung zeichnete sich früh ab. Auch der 18-jährige Jakub Zboril konnte bei seinen drei Kurzeinsätzen bisher kein Zweitliga-Niveau nachweisen. Die Eigengewächse Julius Porath und Robert Barten müssen ebenfalls noch viel lernen, um gleichwertige Mitspieler zu sein.


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