zur Navigation springen

Handball : „Ich vermisse den Leader“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Berater Uwe Schwenker äußert sich zur aktuellen Situation des Handball-Zweitligisten HC Empor. Mit den Spielern Jan Kominek und Norman Flödl befinde man sich im Gespräch, gesucht werde in erster Linie ein Torwart.

Seit August ist der Ex-Manager des THW Kiel, Uwe Schwenker, Berater des Handball-Zweitligisten HC Empor. NNN-Mitarbeiter Bernd-Dieter Herold sprach mit ihm zur aktuellen Situation der Rostocker.

Herr Schwenker, als Sie kamen, sprachen Sie von einem spannenden Engagement beim HCE. Tun Sie das auch heute noch?
Uwe Schwenker: Das kann ich bejahen. Der Verein ist Schritt für Schritt dabei, seine Infrastruktur den Erfordernissen anzupassen. Noch sind wir nicht da, wo wir hinwollen, um uns höheren Aufgaben widmen zu können. Viele Puzzleteile ergeben das komplexe fertige Bild. Da sind noch etliche Hausaufgaben zu machen, um den Anforderungen professioneller gerecht zu werden.

Dazu gehört die Stärkung der wirtschaftlichen Basis.
In der Tat. Ich kann sportliche Ziele formulieren, muss aber zuerst die Voraussetzungen dafür schaffen. Ökonomischer Vorlauf und eine noch professionellere, effizientere Aufstellung der Geschäftsstelle mit im Handball erfahrenen Mitarbeitern sind zwei voranzubringende Dinge. Wir brauchen keine Leute im Nadelstreifenanzug, aber welche, die etwas mit Herzblut und Sachverstand bewegen können. Der Verein hat sich auf die Fahne geschrieben, solide, verlässlich und vorausschauend zu wirtschaften und dabei auch sportlich voranzukommen. Da gehe ich voll mit.

Apropos sportlich: Momentan hakt es leider. Was sind die Ursachen?
Zuletzt wurden Punkte leichtfertig verschenkt. Ich vermisse in der Mannschaft den Leader. Gerade in den engen Schlussphasen muss es einen Kopf geben, der das Sagen hat. Manchmal denke ich, dass ein erfahrener Mann
nicht schlecht für das relativ junge Team wäre. Auch die Einflussnahme durch die Bank muss erhöht werden.
Viele Vereine sind in der Endphase ihrer Kaderplanung. Empor hat noch Baustellen. Wann ist mit deren Beseitigung zu rechnen?
Mit Jan Kominek und Norman Flödl sind wir gegenwärtig im Gespräch. Bei mir hat sich die Wertigkeit ein wenig verschoben. Der Linkshänder für den rechten Rückraum steht jetzt an zweiter, der Torwart an erster Stelle. Wir benötigen neben Kominek einen Keeper, dessen erstes Ziel das Verhindern von Gegentoren ist. Alles andere, wie die schnelle Einleitung von Kontern, ergibt sich daraus. Der „Linke“ muss ein abwehrstarker Mann sein. Nur im 4:2-System können wir nicht agieren. Je nach Gegner muss auch ein 6:0 oder 5:1 beherrscht werden.

Können Sie bereits Konkreteres sagen?
Auf jeden Fall sind Kontakte vorhanden und Spieler ins Auge gefasst. Ich bin sicher, dass wir die beiden Positionen auch unter den gegenwärtigen finanziellen Möglichkeiten mit Akteuren besetzen werden, die uns weiter bringen.

Wagen Sie eine Prognose für die nächste Saison?
Zunächst mal steht im Vordergrund, die laufende mit einem guten Tabellenplatz zu Ende zu bringen. Wenn wir den Kader individuell und mannschaftlich weiterentwickeln, guten Sport anbieten, damit Zuschauer und Sponsoren generieren, traue ich der Truppe eine Position im oberen Drittel zu. Es hilft uns nicht weiter, ohne entsprechende ökonomisch sichere Basis von mehr zu sprechen. Um dauerhaft ganz oben agieren zu können, brauchen wir drei Millionen Euro und mehr. Mit zum Beispiel 1,7 Millionen wie bei den momentan unten stehenden Vertretungen würde es ein Einmal-Ausflug in die 1. Liga. Hier sind wir und gleichermaßen die Wirtschaft gefragt, den künftigen Kurs zu bestimmen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen