zur Navigation springen

Shorttrack : „Ich kann bei keinem nörgeln“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostocks Nachwuchs-Bundesstützpunkt-Leiterin Karin Schmidt zieht Bilanz / Moritz Kreuseler überragender Rostocker der Saison

svz.de von
erstellt am 09.Apr.2014 | 20:29 Uhr

Die Eisfläche in der Halle Schillingallee hat sich inzwischen in eine riesige Pfütze verwandelt, die Saison der Shorttracker des ESV Turbine ist vorüber. Karin Schmidt, Leiterin des Nachwuchs-Bundesstützpunktes Rostock, wertet im Gespräch mit NNN-Redakteur Peter Richter das zurückliegende Jahr der Kurzbahn-Eisschnellläufer aus.

Frau Schmidt, wie schätzen Sie die Saison ein?Karin Schmidt: Ich bin mit meiner Trainingsgruppe, zu der jetzt Rick Deike von den Schützlingen unseres Landestrainers Arian Nachbar dazukommt, sehr zufrieden. Alle haben sich verbessert, erzielten Steigerungen. Ich kann bei keinem nörgeln.

Lassen Sie uns ein wenig ins Detail gehen.
Wir haben mit Moritz Kreuseler wieder einen Deutschen Meister, dazu kam in Oberstdorf Bronze für Oliver Giese. Moritz und Rick qualifizierten sich für das Finale der Starclass-Serie, die inoffizielle Junioren-Europameisterschaft. Dort, in Sofia, erreichte Moritz Kreuseler zweimal das B-Finale.

Und es gibt beeindruckende Platzierungen im nationalen Ranking…
Ja. Maria Deike steht in der 1000-Meter-Rangliste auf Rang acht unter 157 Läuferinnen. Moritz Kreuseler ist bei über 180 Startern Elfter auf den 500 und 13. über 1000 m. Er hat zum Beispiel seine 500-m-Zeit von 48,3 auf 45,0 Sekunden verbessert. Das ist schon krass.

Ein Wort zu JWM-Kandidat Moritz Schlegelmilch.
Er ist mein derzeit bester Sportler. Ihm fehlte einfach das kleine Fünkchen Glück. Unser großer Moritz war nur deshalb nicht bei der Junioren-WM dabei, weil er bei den Trials (Ausscheidungsrennen – d. Red.) von der Kondition her die geforderte 1000-Meter-Zeit nicht ganz geschafft hat (1:30,5 Minuten, er lief 1:30,9 – d. Red.). Eigentlich war er der drittbeste Deutsche…

Shorttracker vom ESV Turbine waren seit 1998 immer bei Olympia am Start. 2014 in Sotschi fehlte Rostock – die Brüder Kröger haben es nicht geschafft oder nicht schaffen können…
Torstens frühe schwere Verletzung war schon eine Tragik. Ich glaube, mit ihm hätte sich die deutsche Staffel für die Olympischen Spiele qualifiziert, und auch im Einzel hätte er auf den 1000 Metern realistische Chancen gehabt. Sein jüngerer Bruder Hannes wäre ebenfalls für die Staffel in Betracht gekommen. Wir waren von Anfang an immer sehr gut bei Olympia vertreten, das ist richtig. Aber seit der Zentralisierung (2008 erfolgte die Konzentration der Nationalmannschafts-Läufer in Dresden – d. Red.) wurde es immer weniger.

Das Eis taut bald vollständig weg – ist interessierter Nachwuchs dennoch, auch außerhalb der Saison, beim ESV Turbine willkommen?
Meiner Meinung nach können wir jedes sportliche Kind gebrauchen. Ideal würde ich finden, wenn sie im Alter zwischen sieben und 13/14 Jahren wären. Die Älteren sollten auf jeden Fall schon auf Inlinern oder Schlittschuhen laufen können. Und ein bisschen athletische „Vorbelastung“ wäre wünschenswert – ein leichter halbstündiger Dauerlauf sollte drin sein.

Und mit 13/14 ist man ja keineswegs „zu alt“: Auch eine Aika Klein war „Spätzünderin“.
Das stimmt. Aika hat erst mit 13 angefangen, konnte damals kaum Schlittschuh laufen. Am Ende nahm sie dreimal an Olympischen Spielen teil und ist Europameisterin mit der Staffel geworden.

Was machen Shorttracker im Frühling/Sommer?
Wir steigen auf Inliner um, beschäftigen uns mit Sprinten, Laufen, Seilspringen. Die Kinder bekommen bei uns konditionelle und koordinative Fähigkeiten: Schnelligkeit, Ausdauer, Gewandtheit. Ein Eisläufer wird schließlich im Sommer gemacht. Interessierte Mädchen und Jungen können sich bei Ivonne Bolt unter Telefon 01 52/53 63 10 93 melden oder per Mail: etr_flitzer@web.de.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen