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HC Empor : „Ich habe eine gewisse Lockerheit, kann aber auch ungemütlich werden“

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der neue Trainer Aaron Ziercke will zunächst das durchaus vorhandene Potenzial stabilisieren und dann einen einstelligen Tabellenplatz angreifen. Am Donnerstag leitete er in Marienehe seine erste Übungseinheit.

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erstellt am 09.Okt.2014 | 21:12 Uhr

Die Tinte von Aaron Zierckes Unterschrift unter dem vorerst bis zum 30. Juni 2016 datierten Vertrag als Cheftrainer beim HC Empor Rostock ist trocken: Der 42-Jährige wird den Handball-Zweitligisten am Sonnabend beim Auswärtsspiel gegen den TV 05/07 Hüttenberg coachen, leitete am Donnerstag in der Fiete-Reder-Halle Marienehe auch das Abschlusstraining vor der Abfahrt am Freitag Richtung Mittelhessen.

„Natürlich habe ich mich bereits mit der Mannschaft und ihrem Leistungsvermögen beschäftigt, zwei Videos von den Partien gegen Neuhausen und Hamm gesehen. Das Duell mit Henstedt-Ulzburg werde ich mir auch noch anschauen, mir Eindrücke vom Training vermitteln lassen. Es wird zunächst darauf ankommen, das durchaus vorhandene Potenzial zu stabilisieren und dann möglichst einen Angriff auf einen einstelligen Tabellenplatz zu starten“, äußerte Ziercke.

Sein vorheriger Arbeitgeber GWD Minden hatte dem 24-fachen Ex-Nationalspieler, zuletzt Trainer der in der 3. Liga spielenden zweiten Mannschaft, für den Wechsel an die Ostseeküste keine Steine in den Weg gelegt. GWD-Manager Horst Bredemeier: „Wir freuen uns über jeden, der den Sprung nach oben schafft.“

Die Verhandlungen über das Engagement beim HCE und die Freigabe durch die Mindener waren über den Spielerberater Wolfgang Gütschow gelaufen.

„Empor ist vor drei Wochen das erste Mal an mich herangetreten. Das Anforderungsprofil passte auf meine Person. Bei einem Treffen am Dienstag mit Juliane Radike und Sven Thormann (Geschäftsführerin der Spielbetriebs-GmbH bzw. Praktikant für die eventuelle Übernahme der Funktion eines Sportlichen Leiters – d. Red.) stellten wir eine übereinstimmende Philosophie fest. Die Bemühungen des Vereins um meine Person sind sicher auch Wertschätzung meiner bisher in Minden geleisteten Arbeit“, so Ziercke, der bis 2009 bei namhaften Erstligisten in 333 Spielen 727 Tore warf.

Der neue Coach gab auch Einblick in seine Vorstellungen von modernem Handball: „Aufbauend auf eine stabile Abwehr – hier ist wohl
einer der Hebel anzusetzen – soll es über den Tempogegenstoß schnell nach vorn gehen. Auch im Angriff gilt die Regel: schnell, wenn möglich, ruhig, wenn nötig. Vor allem müssen technische Fehler vermieden werden. A und O ist für mich zudem eine gute athletische Arbeit.“

Der mit der ehemaligen Nationalspielerin Annika Ziercke geb. Schafferus verheiratete zweifache Familienvater, der in der Winterpause seinen letzten A-Lizenz-Lehrgang absolvierte und im Mai die Prüfung ablegen wird, gilt in Fachkreisen als „harter Hund“. Aaron Ziercke aber wiegelt ab: „So schlimm ist es nun auch wieder nicht. Ich habe schon eine gewisse Lockerheit und ein offenes Ohr für die Spieler. Es gelten aber bestimmte Regeln. Werden die nicht eingehalten, kann ich durchaus ungemütlich werden.“

Der „Neue“ setzte sich gegen rund 30 Bewerber durch. „Wir suchten eine Ideallösung, wollten keinen Schnellschuss“, sagte Juliane Radike. Vereins-Chef Jens Gienapp ergänzte: „Das war nur möglich durch Spielertrainer Jens Dethloff, der sich zuletzt in turbulenten Wochen der Übergangsaufgabe stellte und uns gemeinsam mit der Mannschaft Luft für diese Verpflichtung verschaffte.“


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