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Rostocker Eishockey-Club : „Ich bin nicht der Feuerwehrmann“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ken Latta, neuer Chefcoach des REC, feiert heute im Spiel bei den Wedemark Scorpions sein Debüt für die Piranhas

„Eishockey ist einfach. Wir als Menschen machen es schwerer“, sagt Ken Latta, neuer Trainer des Rostocker EC. Der 54-Jährige Kanadier soll die Piranhas, derzeit Vorletzter der Oberliga Nord, wieder in die Erfolgsspur führen. Der Coach macht einen sympathischen und offenen Eindruck, er zeigt, dass er Spaß an seinem Job hat und auch gerne darüber philosophiert. „Wenn man den bei seiner Arbeit nicht hat, sollte man sofort aufhören und etwas anderes machen. Das Leben ist viel zu kurz, um etwas zu machen, auf das man keinen Bock hat. Außerdem kann man dann keine 100 Prozent geben und die braucht man, wenn man Erfolg haben will.“

Seit Dienstag ist Latta in Rostock und macht sich mit Gegebenheiten vertraut, ab heute legt er richtig los, gilt sein Vertrag. Der erste Eindruck ist absolut positiv. „Ich habe natürlich einige Leute angerufen und gefragt, wie es hier oben ist. Keiner hat etwas Negatives über die Stadt Rostock und den Verein gesagt“, so der Coach, der die Einschätzungen seiner Informanten teilt: „Von der Stadt bin ich begeistert. Sie ist sehr schön und hat sogar einen Flughafen. Das wusste ich vorher nicht. Die Leute sind bislang super und auch im Verein ist es toll. Ich bin echt ein bisschen überrascht über das gesamte Bild. Doch ich bin ja nicht als Tourist hier, sondern als Eishockeytrainer und muss jetzt hier etwas ändern.“

Sprachlich gibt es keine Hürden. Kenneth Latta spricht nahezu perfektes Deutsch. „Ich hatte es nie in der Schule, sondern habe es auf der Straße gelernt, sozusagen Straßendeutsch mit einem leichten bayrischen Dialekt. Ich versuche deutlicher zu sprechen, aber manchmal kommt die alte Gewohnheit durch“, so Latta fast etwas entschuldigend.

Der Coach, der heute im Auswärtsspiel bei den Wedemark Scorpions (20 Uhr) sein Debüt hinter der Bande für den REC gibt, habe auch schon ausgemacht, wo er ansetzen will. „Meine Philosophie ist, dass Eishockey immer noch ein Spiel ist, dass Spaß machen soll. Wir denken manchmal zu viel und vergessen das Spielen. Vielleicht war das auch hier das Problem. Ist der Spaß nicht mehr da, fängt man an zu denken und dann wird es negativ“, so Ken Latta, der trotz eines Vertrages bis zum Saisonende langfristig denkt: „Ich bin nicht der Feuerwehrmann, der kurz kommt und einen Brand löscht, um dann wieder zu verschwinden. Ich beschäftige mich schon mit der Zukunft und wenn hier im Vorstand alle bereit sind, in eine professionelle Richtung zu gehen, bin ich auch bereit, über die Zukunft zu diskutieren.“

Kurzfristig geht es darum, in der Tabelle Boden gutzumachen. „Die Mannschaft ist besser als Vorletzter. Zu was es reicht, kann ich nicht sagen. Das nächste Ziel ist der nächste Platz in der Tabelle und dann der nächste und immer so weiter.“

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erstellt am 28.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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