Goalball : Heiß auf die Heim-EM

Einmal selbst aufs neun Meter breite Tor werfen: RGC-Coach Mario Turloff und Nationalspieler Reno Tiede zeigen Petra Burmeister, wie es geht.
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Einmal selbst aufs neun Meter breite Tor werfen: RGC-Coach Mario Turloff und Nationalspieler Reno Tiede zeigen Petra Burmeister, wie es geht.

Im Oktober 2019 kämpfen Deutschlands Frauen und Männer in der Rostocker Stadthalle um die europäische Krone im Goalball.

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18. Dezember 2018, 20:00 Uhr

„Stell dir vor, du stehst in einem 9 Meter breiten Tor und sollst einen Elfmeter halten. Der Ball wiegt 1.25 Kilogramm und kommt mit cirka 80 km/h auf dich zugerast. Stell dir jetzt vor, du kannst dabei nichts sehen und musst dich auf dein Gehör verlassen“, so beschreibt Nationalspieler Reno Tiede seinen Zuhörern in der Rostocker Stadthalle die Sportart Goalball. Vom 8. bis 13. Oktober nächsten Jahres wird Rostock Schauplatz für die Goalball Europameisterschaft sein.

„Dann wird von morgens bis abends Goalball gespielt. Erst in einer Gruppenphase, dann im KO-System treffen je zehn Nationen der Männer und Frauen in der Rostocker Stadthalle aufeinander“, erklärt Reno Tiede. Für den Gründer und Spieler des Bundesligisten Rostocker Goalball Club Hansa (RGC) geht damit ein Traum in Erfüllung. „Ich bin gebürtiger Rostocker und wollte schon immer meine Stadt mit der Sportart verbinden“, sagt er. Er brennt für den Sport, darum ist Tiede nicht nur Nationalspieler, sondern prägt auch die Strukturen – regional, bundesweit und darüber hinaus. Maßgeblich wirkte er daran mit, die Goalball-EM an die Ostsee zu holen. „Wir wollen die beste Goalball-EM aller Zeiten auf die Beine stellen.“ Aber auch aus sportlicher Sicht reizt der Titel in der Heimat. „Wir sind ja dieses Jahr schon Vizeweltmeister geworden. Damit waren wir wohl ein wenig erfolgreicher als die Fußballer.“

Auch RGC-Trainer Mario Turloff fiebert dem Großevent entgegen. „Ich komme aus dem Fußball, war früher Torwart-Trainer. Mittlerweile habe ich nur noch Goalball im Kopf. Die Sportart wird immer populärer. Wir haben zum Beispiel mittlerweile eine Bambini-Mannschaft bei uns im Verein. Und die besteht ausschließlich aus Kindern ohne Handicap. Das sagt schon vieles über die Beliebtheit aus.“

Auch wenn bei internationalen Turnieren nur Spieler mit einer Sehkraft von maximal zehn Prozent zugelassen sind, können im Vereinsrahmen auch normalsehende Sportler mitspielen. Zur Chancengleichheit bekommen alle Spieler eine Sichtschutzmaske aufgezogen.

Um sich ein Bild von der Sportart zu machen, versuchte sich auch Petra Burmeister im Werfen der Klingelbälle . „Goalball war mir und vielen anderen vorher nicht wirklich ein Begriff. Umso beeindruckter sind wir jetzt“, so die Geschäftsführerin der Rostocker Stadthalle.

Die EM-Vorbereitung der deutschen Nationalmannschaft ist derzeit schon im vollen Gange. „Wir wollen eine neue Spielphilosophie mit noch schnelleren Angriffen an den Tag legen. Um das auszutesten, kommen im nächsten Jahr viele Freundschaftsspiele und Trainingslager auf uns zu. Dabei werden wir auch in Rostock sein“, kündigt Reno Tiede an. Und da könne sich dann so richtig heiß gemacht werden, auf die Heim-EM.

Lennart Stahlberg

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