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Kopfball-Tischtennis : Headis: Exklusiv beim SV Warnemünde

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Kopfball-Tischtennis wird in Mecklenburg-Vorpommern nur in Rostock angeboten. Spieler Robert Kuligowski maß sich kürzlich sogar mit dem Weltmeister.

Jeden Montag und Donnerstag ab 18 Uhr entwickelt sich in der Groß Kleiner Sporthalle Kleiner Warnowdamm ein zunächst seltsam anmutendes Treiben. An gewöhnlichen Tischtennisplatten stehen sich zwei Sportler gegenüber – so weit, so gut. Aber! Das Netz, das den Tisch hälftet, sieht ganz anders aus als erwartet: Es hängt an einem Metallrohrrahmen. Und die Protagonisten haben keine Schläger und auch keinen Zelluloidball – die spielen mit einer mittelgroßen Gummikugel, die nur mit dem Kopf berührt werden darf!

Was hier stattfindet, ist die Sportart Headis, Kopfball-Tischtennis – für Rostock, ja, ganz Mecklenburg-Vorpommern exklusiv beheimatet beim SV Warnemünde.

Dessen Abteilungsleiter Tischtennis, Heino Buschmann, ist der Initiator des Ganzen: „Ich wollte auch schon Punktspiele organisieren, habe aber weit und breit keinen anderen Verein gefunden, der das offiziell anbietet. Mir war das im Fernsehen aufgefallen. Daraufhin hatte ich mir ein Headis-Set besorgt, und mittlerweile mache ich das hier schon seit sieben Jahren.“

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Unermüdlich rührt Buschmann die Werbetrommel, sprach gar auf Radio Lohro eine extra Reportage zum Thema. Mit Erfolg: Mittlerweile sind von den 36 Mitgliedern der Abteilung Tischtennis des SVW vier in beiden Sportarten aktiv, weitere drei widmen sich ausschließlich Headis.

Um es auszuüben oder zumindest mal auszuprobieren, bedarf es praktisch keinerlei Voraussetzungen. „Ich zum Beispiel“, schmunzelt Heino Buschmann, „bin jetzt 68 (herzlichen Glückwunsch zum heutigen Geburtstag! – d. Red.) und spiele das liebend gern.“ Und schon macht er wieder Reklame: „Bei uns gibt es keine Verletzungen. Der Einzige, der sich schon mal die Nase aufgeschürft hat, war ich, weil ich zu ehrgeizig war und gegen den Tisch gekommen bin. Auch Frauen und Mädchen sind bei uns gern gesehen“, so der Inhaber eines Hausmeister-Service, der selber neben Headis auch dem Tischtennis frönt, und das höchst erfolgreich: 2016 war er unter sage und schreibe 84 Startern Zweiter in der Einzelwertung der 2. Stadtklasse, in den beiden Jahren davor jeweils Erster. „Beim Headis schaffe ich es allerdings nicht immer, gegen die jungen Leute zu gewinnen…“ Aber immerhin Sechster der internen Rangliste ist der gebürtige Niedersachse.

Initiator für Kopfballtischtennis: Heino Buschmann

Initiator für Kopfballtischtennis: Heino Buschmann

Foto: geos
 

Die Headis-Freunde des SVW haben nicht nur ein Ranking, sie tragen auch ihren eigenen Punktspielbetrieb aus. Den Platz an der Sonne nimmt in beiden Wettbewerben Robert Kuligowski ein. Der 24-Jährige ist eigentlich im Fußball zu Hause, pfeift als Schiedsrichter bis zur Landesliga. Aber er kann auch für sich in Anspruch nehmen, vor wenigen Wochen bei einem Turnier in Darmstadt dem amtierenden Headis-Weltmeister, dem Kölner Cornelius „Headsinfarkt“ Döll, gegenübergestanden zu haben. 0:11 und 2:11 ging’s aus, und der Rostocker befand: „Das war für mich auf jeden Fall das Größte. Den Unterschied macht die Technik, wie er an die Bälle rangeht. Wir tun das mit der Stirn, er mehr seitlich. Trotzdem ist und bleibt für mich Fußball die Nummer eins. Aber Headis kommt gleich danach.“

Robert Kuligowski dürfte zu den Top-Favoriten gehören, wenn Heino Buschmann auf dem Werbefeldzug für seinen außergewöhnlichen Sport an der Tischtennis-Platte den nächsten Trumpf ausspielt: Am 1. Juli will er im Rahmen des Groß Kleiner Stadtteilfestes im AWO Börgerhus (Gerüstbauerring 28) in der Zeit von 14 bis 18 Uhr erstmals den Rostocker Stadtmeister im Headis ermitteln lassen. Mitmachen kann jeder.

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erstellt am 30.Mai.2016 | 06:00 Uhr

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