HC Empor Rostock : HCE verfehlt Ziele

Viel Arbeit erwartet in den nächsten Monaten Empor-Vorstandsvorsitzenden Jens Gienapp (links), um den Verein wieder auf Kurs zu bringen. Hier bei einem Heimspiel mit Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling zu sehen.
Viel Arbeit erwartet in den nächsten Monaten Empor-Vorstandsvorsitzenden Jens Gienapp (links), um den Verein wieder auf Kurs zu bringen. Hier bei einem Heimspiel mit Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling zu sehen.

Mitgliederversammlung beim Handball-Zweitligisten: Finanzen müssen aufgebessert werden und die Nachwuchsarbeit soll gestärkt werden.

svz.de von
08. Juni 2016, 08:00 Uhr

Die gelb-rote Karte der Lizenzierungskommission der Handball-Bundesliga (HBL) zeigt Wirkung: Die GmbH des Handball-Zweitligisten HC Empor Rostock muss auf radikalen Sparkurs gehen. Aus dem nach der Euphorie des sechsten Platzes in der Saison 2012/13 herausgegebenen Drei-Jahresplan: die finanzielle Konsolidierung, die Etablierung im oberen Tabellendrittel und der Angriff auf die 1. Bundesliga – ist lediglich Punkt eins geblieben. Und das mit einschneidenden Maßnahmen, wie die Mitgliederversammlung des Gesamtvereins am Montag verdeutlichte.

Die Devise lautet nun: Gürtel enger schnallen, ohne sportlich zum Kanonenfutter in der zweithöchsten Spielklasse zu werden. In der Tat stimmten in den vergangenen drei Spielzeiten die den Aktiven zugestandenen Gehälter mit den Leistungen auf dem Parkett nicht überein – die aufgrund der Euphorie des Ziels „1. Liga“ beschlossen wurden. Rote Zahlen verursachte zudem der Gang in die Stadthalle, deren Auslastung mit durchschnittlich 1100 Zuschauern als Folge der sportlichen Misere einfach zu wenig war.

Unterm Strich wackelte die GmbH. Denn die geplanten Umsatzerlöse wurden nicht erreicht, ein sattes Minus bahnte sich an. Das Schlimmste konnte nur Dank des Sponsors Ostseesparkasse in der Saison 2014/15, dem Einspringen der Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding GmbH sowie der Generierung weiterer Geldgeber verhindert werden. Last Minute ist der Verein so noch einmal von der Schippe gesprungen.

Aufsichtsrat, Vorstand und GmbH-Geschäftsführung haben nun Maßnahmen zur Kostenreduktion erarbeitet. „Bestandteil der HBL-Forderungen waren auch Senkungen der Personalkosten um rund vierzig Prozent“, nennt GmbH-Chef Sven Thormann einen Aspekt. Die Trennung von teuren Profis war demnach hausgemacht. Der Umzug in die Ospa-Arena ist ein weiteres Erfordernis. In der Summe wird dies rund 200 000 Euro einsparen.

„Wir planen die 22. HCE-Saison in der 2. Bundesliga mit 783 000 Euro“, verrät Vereinschef Jens Gienapp. Wohl wissend, dass am 30. Juni 2017 nicht wieder ein Minus stehen darf. Abgesehen vom sportlichen Erfolg der Sieben – Start der Vorbereitung unter Neu-Coach Robert Teichert ist am 4. Juli – wird die Lizenzierungskommission der HBL nicht nur ein Auge auf die wirtschaftliche Entwicklung des HCE werfen.

Apropos Auge: Dessen Sehkraft ist bei der Nachwuchsarbeit zu schärfen. Ex-Nationalspieler und Olympiasieger Georg Jaunich mahnte mehr Konzentration auf die individuelle Spielerentwicklung an. „Wir haben etliche hoffnungsvolle Talente in den verschiedenen Spielklassen. Sie zu halten, muss unsere Aufgabe sein“, sagte Guntram Porath, Vorstand Jugendarbeit. Daraus ergibt sich aber auch das Erfordernis nach mehr Kontinuität in der Besetzung der Trainerstellen. So hat die A-Jugend zwar letztes Wochenende wieder ein drittes Mal in Serie den Sprung in die Jugend-Bundesliga geschafft, doch mit Roy Kalweit den ebenso dritten Coach verloren, Nachfolge noch ungeklärt – es bleibt dem Gesamtverein HCE viel Arbeit.

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