3. Fußball-Liga : Hansa rettet Punkt im 4-4-System

Der FC Hansa – hier Halil Savran (links) und Torschütze Julian Jakobs – bejubelte das 1:1 gegen den VfL Osnabrück wie einen Sieg: Mehr als eine Halbzeit lang waren die Rostocker nur zu neunt.  Fotos: Georg Scharnweber
Der FC Hansa – hier Halil Savran (links) und Torschütze Julian Jakobs – bejubelte das 1:1 gegen den VfL Osnabrück wie einen Sieg: Mehr als eine Halbzeit lang waren die Rostocker nur zu neunt. Fotos: Georg Scharnweber

Nach zwei Platzverweisen und zwei Elfmetern retten die Rostocker in Unterzahl ein 1:1 gegen den VfL Osnabrück. Die Dramaturgie eines Skandalspiels.

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02. Februar 2014, 19:18 Uhr

Je zwei Elfmeter und rote Karten gegen Rostock schon in der ersten Hälfte, eine zweite Halbzeit, die brutto über 62-einhalb Minuten dauert, und ein Bollwerk mit Jörg Hahnel im Tor und dem „4-4-System“ davor, das heldenhaft den Punkt verteidigt – das 1:1 im Spitzenspiel der 3. Fußball-Liga zwischen Hansa und dem VfL Osnabrück im Zeitraffer:

Gleich nach dem Anpfiff: Julian Jakobs und David Blacha sind rechtzeitig fit. Blacha wechselt wieder nach links hinüber, während Jakobs (für Manfred Starke) seine angestammte Position auf dem rechten Flügel übernimmt. Fehlstart der Hanseaten: Nach 64 Sekunden ertönt der Strafstoßpfiff. Jörg Hahnel klärt nicht konsequent genug, Shervin Radjabali-Fardi bringt Iljutcenko zu Fall, Feldhahn verwandelt sicher zum 1:0 (3.).

Anfangsphase: Der VfL obenauf, dem 2:0 nahe. So, als Hahnel nach Kopfball von Neumann mit super Timing die Kugel vor dem lauernden Ornatelli weghaut (11.). Abgesehen von einem Außenpfosten-Treffer von Johan Plat (17.) weiter die Gäste am Drücker. 22. Minute, linkes Strafraumeck nahe der Torauslinie, Noël Alexandre Mendy ungeschickt gegen Hohnstedt, wieder Elfmeter. Diesmal läuft Grimaldi an – Hahnel pariert klasse!

Mitte der ersten Hälfte: Das 0:1 sogar schmeichelhaft für die Mecklenburger, die bis dahin ziemlichen Mumpitz abliefern. Dann aber Milorad Pekovic, der Pass eines Genius in den Lauf von Jakobs, der mit Flachschuss ins entlegene Eck den Ausgleich erzielt (27.).

Halbe Stunde um: Pekovic (33.) und Sascha Schünemann (41.) sehen blank Rot. Damit beide „Sechser“ des FC Hansa raus und darüber hinaus mindestens am Sonnabend bei der SpVgg Unterhaching gesperrt.

Anpfiff zur zweiten Halbzeit: Die eingewechselten Tommy Grupe und Sebastian Pelzer (für Jakobs und Plat) verdichten das 4-4-System der Rostocker. Die stemmen sich zu neunt gegen eine gefühlte Zwölf. Osnabrück im permanenten Powerplay. Als Pisot, vom eigenen Mann getroffen, in der 52. Minute zu Boden geht und weiter Gegenstände von der Süd-Tribüne auf den Rasen hageln, unterbricht Schiedsrichter Stieler die Partie.

Eine Stunde ist vorüber: Nach einer Viertelstunde geht es weiter. Hansa steht hinten drin (jeder herausgeschlagene Ball wird frenetisch bejubelt), versucht gleichwohl, sogar noch auf Sieg zu kontern.

Schlussphase: Ein Spiel wie im Flipperautomat: Jede in den Rostocker Strafraum geschlagene Kugel fliegt sofort wieder heraus. Die Gastgeber schuften wie die Zugochsen und werden belohnt. In der 90. Minute ist ihnen das Glück hold, als Hahnel und die Latte das 1:2 verhindern, Denis-Danso Weidlich endgültig klärt. Es gibt noch Gelb-Rot für den Beinahe-Torschützen Testroet, dann ist endlich Schluss.

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