Fußball, 3. Liga : Hansa geht kein Risiko ein

Dynamo-Fans zündeten im Relegationsspiel 2011 beim VfL Osnabrück Bengalos. Der FC Hansa hofft, dass es im morgigen Ost-Duell gegen Dresden keine negativen Vorkommnisse gibt.
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Dynamo-Fans zündeten im Relegationsspiel 2011 beim VfL Osnabrück Bengalos. Der FC Hansa hofft, dass es im morgigen Ost-Duell gegen Dresden keine negativen Vorkommnisse gibt.

Rostocker für Duell gegen Dresden gerüstet / Zahl der Sicherheitskräfte erhöht / 20 000 Zuschauer erwartet

Der FC Hansa und seine Partner sehen sich für das morgige Ost-Derby in der 3. Liga gegen die SG Dynamo Dresden (14 Uhr DKB-Arena) gerüstet. „Alle Zuschauer können davon ausgehen, dass wir auf das Spiel gut vorbereitet sind. Ich bin zwar nicht gelassen, sehe aber unmittelbar keine Bedrohlichkeiten“, gibt Hansas Vorstand für Prävention und Stadionmanagement, Rainer Friedrich, Entwarnung.

Dennoch ist das Duell der Traditionsclubs als Risiko-Spiel eingestuft worden. Entsprechend haben Verein und Polizeibehörden die Zahl ihrer Sicherheitskräfte erhöht. Allein Hansa setzt 360 Ordner ein, üblich sind bei Heimspielen 230 Helfer. Zudem werden rund um das Stadion beziehungsweise am Hauptbahnhof Schutzzonen eingerichtet, wodurch es zu weiträumigen Straßensperrungen kommen kann (siehe Info-Kasten).

„Wir planen dieses Spiel im Prinzip, seit die Ansetzungen klar sind. Wir saßen mit allen Beteiligten mehrfach zusammen. Die Gespräche mit den Vertretern von Dynamo Dresden waren von Kooperation und Verständnis geprägt“, betont Friedrich.

So harmonisch ging es im Vorfeld zwischen den Fanlagern beider Vereine nicht zu. In der Hansestadt verbreiteten Unbekannte Schmierereien und Plakate, auf denen zur Gewalt gegen Dresdener Anhänger aufgerufen wurde. „Mich ärgert es als gebürtiger Rostocker, wenn die Stadt beschmiert wird. Das ist einfach nur schlecht“, sagt Friedrich.

Zumal er aus früheren Zeiten nur positive Erinnerungen an die Begegnungen mit den Sachsen hat. „Zu DDR-Zeiten gab es viele Fanfreundschaften zwischen den Clubs. Heute haben sich die Lebenswelten verändert und bestimmte Sub-Kulturen dazu geführt, dass es zu Verfeindungen kommt“, bedauert der 50-Jährige.

Dennoch schätzt Friedrich die Lage nicht so prekär ein wie etwa vor einem Spiel gegen den FC St. Pauli, zumal beide Ost-Clubs seitens des DFB weiter „unter Bewährung“ stehen. Den Dresdenern droht bei weiteren Verstößen ihrer Fans ein Teilausschluss, dem FC Hansa ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Unsere Mitgliederversammlung hat vor Augen geführt, wie ernst unsere wirtschaftliche Lage ist. Ich glaube, unsere Fans haben begriffen, dass jegliches Fehlverhalten das Image des Vereins beschädigt und finanzielle Konsequenzen hat“, so Friedrich.

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