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3. Fussball-Liga : Hansa braucht 737 000 Euro

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Deutscher Fußball-Bund droht mit Punktabzug / Hansa-Boss Dahlmann schließt Winter-Neuzugänge vorerst aus

svz.de von
erstellt am 16.Dez.2014 | 08:19 Uhr

Der sportlich wie finanziell angeschlagene Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock kommt einfach nicht zur Ruhe. In der Tabelle nur Vorletzter und mit vier Zähhler Rückstand zum rettenden Ufer positioniert, droht den Hanseaten nun neues Ungemach vom Deutschen Fußball-Bund (DFB). Aufgrund einer Deckungslücke von rund 1,1 Millionen Euro könnten dem FCH zwei wichtige Punkte abgezogen werden. Das große Problem sind aktuell die fehlenden Zuschauereinnahmen. „In der Gewinn- und Verlustrechnung vom 31. Oktober haben wir aufs Saisonende prognostiziert ein Minus von 978 000 Euro“, sagte Michael Dahlmann.


Zuschauerschnitt aktuell nur bei 8200


Die Summe setzt sich aus knapp 500 000 Euro bei den Drittliga-Heimspielen zusammen. Kalkuliert wurde mit einem Schnitt von 10 000 Zuschauern. Aktuell liegt er bei 8200 Besuchern. Hinzu kommen 250 000 Euro wegen des abgesagten Freundschaftsspiels anlässlich es 40. Stadion-Geburtstages der DKB-Arena gegen den österreichischen Erstligisten Rapid Wien. „Zudem haben wir uns beim Benefizspiel gegen Schalke 04 etwas verkalkuliert, rechneten mit 100 000 Euro mehr“, gab Dahlmann zu.

Im Vergleich dazu: Das Freundschaftsspiel gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern München im Sommer 2013 brachte dem finanziell klammen Club immerhin 966 000 Euro. „Das war eine Supergeschichte“, so Dahlmann.

Durch unvorhersehbare Transfer-Entschädigungen für den Wechsel des ehemaligen Rostocker Nachwuchsspielers Toni Kroos von Bayern München zu Real Madrid (375 000 Euro) sowie des ersten Einsatzes von Ronny Marcos für die Bundesliga-Truppe des Hamburger SV (50 000 Euro/zwei weitere Zahlungsstufen bei bestimmter Einsatzzahl wurden noch vereinbart) konnte die Einnahmenausfällen auf 737 000 Euro reduziert werden. „Diesen Betrag müssen wir aber auftreiben. Gelingt uns das nicht, werden uns in der laufenden Saison zwei Punkte abgezogen. Schaffen wir es zur Hälfte ist es ein Zähler. Bleibt eine geringe Summe übrigen, müssen wir eine Geldstrafe zahlen“, erklärt der Vereinsboss.

Zwei Drittel dieser Summe bekommen die Norddeutschen offenbar selbst zusammen, hüllen sich jedoch in Schweigen wie das klappen soll. Für den Restbetrag benötigen sie die Fans. Mit Einnahmen aus der Benefizpartie „Marteria & Friends vs Paule & Friends – Das Spiel für die Lizenz“ wollen die Rostocker die Lücke schließen (siehe Seite 1). 15 000 Tickets, die dann einen Reingewinn von 250 000 Euro bringen würden, werden benötigt. Allerdings müssen diese Karten bis zum 10. Januar verkauft sein, damit sie in den Unterlagen der Nachlizensierung berücksichtigt werden können.

Bei einem vollen Stadion winken den Norddeutschen im Übrigen rund 500 000 Euro. Vielleicht wäre dann sogar noch etwas Geld übrig, um den Kader im Winter zu verstärken. „Bis zum 21. Januar wird es keinen Neuzugang geben. Das Wichtigste ist jetzt die Lizenz. Es hilft uns ja auch nicht weiter, wenn wir dann später das nächste Loch haben“, stellte Dahlmann klar.

 

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