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Shorttrack : Hannes glücklich, Torsten frustriert

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die Shorttrack-Brüder Kröger kehren in die Eishalle Schillingallee zurück – auf ganz unterschiedliche Weise

svz.de von
erstellt am 13.Okt.2014 | 18:10 Uhr

Seit ewigen Zeiten starteten die beiden in Rostock geborenen Shorttrack-Brüder Kröger (schon jahrelang in Dresden beheimatet, doch nach wie vor für den ESV Turbine laufend) beim 20. Hanse-Cup/1. Deutschland-Cup mal wieder in der alten Heimat. Eine Rückkehr, die für die beiden ganz unterschiedlich ausging…

Für Hannes lief es fast perfekt: Sieg über die 1500 Meter, Rang zwei auf den 500 und 1000 m – Gesamterster. „Ich wollte auf jeden Fall einen Streckensieg einfahren, und auch das Podium war mein Ziel. Der erste Platz macht mich glücklich – gerade in Rostock!“ Dabei war der Stabsunteroffizier bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Frankenberg (Sachsen) „tierisch nervös, weil es nach sieben oder acht Jahren mal wieder ein Wettkampf in meiner Heimatstadt war. Aber das gab zugleich einen gewissen Ansporn, mehr als in anderen Städten.“ Der 43 Jahre alten Sportstätte in der früheren Lenin-, jetzt Schillingallee gestand der 25-Jährige sogar seine Liebe: „Die ist denkmalgeschützt, oder? Ich habe zehn Jahre hier trainiert. Schön, dass es immer noch genauso aussieht. Ich liebe diese Halle, wenn auch das Eis, wahrscheinlich wegen des alten Kühlsystems, mittlerweile ziemlich brüchig und weich ist.“

Torsten Kröger nahm sich vor, „Familie und Freunden zu zeigen, dass ich nicht einfach nur zurück bin (nach einem schweren Trainingsunfall im September 2013 – d. Red.), sondern auch an meine Leistungen von vor zwei, drei Jahren anknüpfen will“. Doch er war vom Pech verfolgt, wurde auch ein Opfer seiner Nerven.

Über die 1500 m war mit Rang drei noch alles in Ordnung. Doch dann verpasste er als Dritter im Halbfinale auf den 500 m das A-Finale: „Beide (die vor ihm einkommenden Leon Kaufmann-Ludwig aus München und Christoph Schubert/Dresden – d. Red.) hatten beim Zieleinlauf nicht beide Kufen auf dem Eis. Das nennt man Kicking out und wird bei internationalen Wettkämpfen als Penalty geahndet, also Disqualifikation. Zumal dabei noch der Dritte zu Fall kam, in diesem Falle ich, der durch die Startposition vier (Außenbahn – d. Red.) ohnehin schon benachteiligt war. Da kommt Frust auf“, so der 27-Jährige.

Aber es sollte noch bitterer kommen für den Oberfeldwebel bei der Sportfördergruppe Frankenberg. Zunächst schien er sogar mal „Glück“ zu haben, als er im 1000-m-Halbfinale stürzte, nur Vierter wurde, jedoch „advanced“, also im Nachhinein ins A-Finale gesetzt wurde, da ihn der Dresdner Daniel Zetzsche zu Fall gebracht hatte. Im Endkampf geriet Torsten, als es im Pulk der fünf Läufer um die Wurst ging, ins Straucheln. Während Christoph Schubert stürzte, fing sich der Rostocker und kam als Dritter ins Ziel. Doch der Schiedsrichter glaubte in der unübersichtlichen Situation eine strafbare Handlung von Torsten Kröger erkannt zu haben und belegte ihn mit Penalty. Harte Entscheidungen gehören im Shorttrack dazu – und sie sind stets unanfechtbar…

„Ich habe einen großen Anspruch an mich selbst, spürte hier einen ziemlich hohen Druck. Gerade vor heimischem Publikum war die Nervosität relativ hoch, zumal nach so langer Pause“, ließ der Staffel-Vize-Weltmeister 2011 betrübt den Kopf hängen. Dabei, so Torsten Kröger, sei es auch für ihn etwas Besonderes gewesen, mal wieder zu Hause laufen zu dürfen: „Hier habe ich meine Kindheit verbracht, nahm meine Karriere ihren Anfang. Da kommen Erinnerungen hoch…“

 

 

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