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Kanurennsport : Grundsätzlich ist noch alles offen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rennkanute Gordan Harbrecht glaubt fest an seine EM- und WM-Chance im Viererkajak

„Es ist total offen, wer am Ende bei der Europameisterschaft in Brandenburg fährt, es sei denn, eines der beiden Boote liegt zwei Längen vor dem Feld“, hatte der Rostocker Rennkanute Gordan Harbrecht vor dem Weltcup vor zwei Wochen in Szeged das „Lotto 4 aus 8“ der deutschen Viererkajak-Kandidaten beschrieben.

Als hätte er’s geahnt…

Lagen die zwei Vierer bei der vorherigen Weltcup-Station im tschechischen Racice noch dicht beieinander, tat sich in Ungarn – nach einer personellen Umsortierung – eine größere Lücke zwischen ihnen auf. Und Harbrecht gehörte zur langsameren Crew… Ist damit alles aus für den 28-Jährigen?

Gemach. Zunächst mal sind die Mitglieder der Nationalmannschaft Sonntag Abend wieder ins Bundesleistungszentrum Kienbaum eingerückt. Dort war für gestern ein Stufentest im Einer (viermal 1000 Meter) anberaumt. Heute erfolgen Messbootfahrten im Vierer in verschiedenen Besetzungen. Und danach, so Harbrecht, „müssten sie eine Ansage machen“. Sie, das sind Chef-Bundestrainer Reiner Kießler (Roda/Sachsen) und der 1000-Meter-Verantwortliche Detlef Hofmann (Karlsruhe).

Die beiden seien, äußert der Rostocker Maschinenbau-Student seine Meinung, nach Racice zufrieden gewesen, zwei in etwa gleich starke Boote zu haben, hätten aber dessen ungeachtet die nachvollziehbare Absicht verfolgt, aus zwei guten Vierern einen richtig schnellen zu formen. Das Problem: Zwischen den Weltcups in Tschechien und Ungarn lag nur eine Woche, gab es also wenig Zeit für Experimente. „Es wurde dennoch alles noch mal durchgewürfelt, viel probiert in verschiedenen Konstellationen, alles in extremer Hektik. Dass der Abstand in Szeged so groß war, hat mich – da wir acht Fahrer alle relativ gleich gut sind – schon überrascht (Harbrecht & Co. waren sowohl im Halbfinale als auch in den Endläufen über 1000 Meter rund fünf Sekunden langsamer – d. Red.). Es lief einfach nicht. Das vermeintliche A-Boot ist ein vernünftiges Rennen gefahren, hat aber auch nicht überzeugt. Es lag zwar deutlich vor uns, war jedoch zu weit von der internationalen Spitze entfernt. Es gab keinen Fortschritt gegenüber Racice. Durch die vielen Messfahrten ist das eine Boot geschwächt und das andere nicht gestärkt worden“, nimmt der Ostseestädter kein Blatt vor den Mund und ergänzt: „Das ganze Hickhack, diese ständigen Reibereien waren eine zusätzliche Belastung. Wobei wir, die Kanuten, untereinander relativ professionell damit umgehen.“

„Im Prinzip ist noch nichts verloren. Grundsätzlich ist alles offen. Ich hoffe nach wie vor, dass ich dabei bin, und gehe davon aus, dass ich jetzt die kompletten zwei Wochen in Kienbaum bleibe (und er nicht wegen Aussortierung vorzeitig abreist – d. Red.).“

Sollte der Ostseestädter bei der EM für Deutschland ran dürfen, würde er auf vertrautem „Terrain“ paddeln: Den Brandenburger Beetzsee kennt er aus dem Effeff, spricht von einer „grundsätzlich schönen Rennstrecke“, die allerdings eine Tücke aufweisen könne: „Dort weht schnell mal ein unfairer Wind. Der kommt dann so schief, dass einige davon einen Vorteil haben und andere benachteiligt sind.“

Nun, dieser Gedanke ließe sich später vertiefen. Erst mal gilt die volle Konzentration dem Ausscheid „auf dem kleinen Tümpel hier“, wie Harbrecht den Liebenberger See bei Kienbaum im Spaß bezeichnet.

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erstellt am 10.Jun.2014 | 07:02 Uhr

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