Handball : Gamrat verlässt den HC Empor

Lukas Gamrat, derzeit Vollstrecker Nummer eins beim HC Empor, spielt trotzdem künftig keine Rolle mehr bei den Rostockern. Er wechselt zu Eintracht Hildesheim.
Lukas Gamrat, derzeit Vollstrecker Nummer eins beim HC Empor, spielt trotzdem künftig keine Rolle mehr bei den Rostockern. Er wechselt zu Eintracht Hildesheim.

Der slowakische Rückraumspieler wechselt zum Zweitliga-Rivalen Eintracht Hildesheim / Rostocker auf der Suche nach Linkshändern

svz.de von
06. März 2014, 10:00 Uhr

53 Treffer in 18 Spielen der Hin-, bereits 30 in der für Handball-Zweitligist HC Empor bisher wenig verheißungsvollen Rückrunde in nur fünf Partien stehen in der Statistik von Lukas Gamrat. Trotzdem spielt der Slowake mit der Torgarantie in der personellen Planung der Rostocker für die Saison 2014/15 keine Rolle. Nach NNN-Informationen wechselt der 25-Jährige zum Liga-Konkurrenten Eintracht Hildesheim.

Gamrat, der zu Spieljahresbeginn vom HC Michalovce an die Ostseeküste kam, von Coach Dr. Rastislav Trtik durch viel individuelles Training und persönliche Gespräche zu einem Leistungsträger geformt wurde, will seine im Sommer geplante Veränderung weder bestätigen noch dementieren, sagt nur: „Über Vertragsprobleme spreche ich nicht. Für derartige Sachen habe ich einen Manager, dem ich voll vertraue.“

Und der kennt sich auf dem deutschen Handball-Markt bestens aus. Milos Hacko, ebenfalls Slowake, stand als Torhüter einst in Diensten des Erstligisten HSG Wetzlar und noch in der vergangenen Saison beim Zweitliga-Team BBM Bietigheim. Er sagt: „Lukas fühlte sich bei Empor wohl. Als sein verlängerter Arm in Sachen Vertrag wollte ich natürlich rechtzeitig seine Perspektive geklärt wissen. Leider wurde ich aber in den letzten zwei Monaten nur hingehalten. Im Interesse des Spielers musste ich handeln, ihm einen neuen Arbeitgeber besorgen. Er läuft 2014/15 für Hildesheim auf.“

Auf den ersten Blick scheint die Trennung vom eigentlich im linken und mittleren Rückraum angesiedelten Lukas Gamrat unverständlich. Bei näherem Hinsehen steckt aber System dahinter. Der HCE plant links mit dem Duo Tom Wetzel/ Nemanja Mladenovic, in der Schaltzentrale mit Roman Becvar/Florian Zemlin. Zudem hat der Verein den 18-jährigen Robert Barten in der Hinterhand. Der muss zwar noch etwas „auf die Weide“, wie andere junge Eigengewächse (Paul und Julius Porath) sicher über ein Zweitspielrecht für Kooperationspartner Bad Doberaner SV an höhere Aufgaben herangeführt werden, ist aber als Ersatz für Jakub Zboril auf dem linken Flügel durchaus eine Alternative.

Empor-Berater Uwe Schwenker sagt: „Priorität hat für mich die Besetzung Rückraum rechts mit einem oder zwei Linkshändern. Die sollten passend zum Spielsystem des HCE über schnelle Beine, enorme Sprung- und Wurfkraft verfügen.“

Die Blau-Gelben wollen im kommenden Jahr unberechenbarer werden. Das Spiel soll mehr in die Breite verlagert, Druck und somit Gefahr von allen Positionen erzeugt werden. An der Angel scheinen die Hansestädter aber noch keinen Kandidaten für die vakante Position zu haben. Patrick Starke vom TSV Altenholz (steht in Folge Nichtbeantragung der Lizenz als Absteiger ebenso fest wie die SG Leutershausen aus dem gleichen Grund) wäre mit seinen bisher 113 Saisontoren ein solcher.

Auch Nemanja Mladenovic könnte einen Namen ins Spiel gebracht haben: Stefan Terzic, 19 Jahre, Kollege aus der serbischen U20-Nationalmannschaft, nach der Station HSV Hamburg gegenwärtig bei RK Vardar Skopje unter Vertrag, dort auf der Bank schmorend.

Um in der nächsten Saison den von Empor-Chef Jens Gienapp ausgerufenen „Angriff“ umsetzen zu können, ist rechtzeitiges Handeln erforderlich. Mit 08/15-Linkshändern wie zuletzt Sebastian Rumniak oder vormals Todor Ruskov als Last-Minute-Engagements würde der Schuss nach hinten losgehen.

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