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2. Handball-Bundesliga : Für Empor geht es um Punkte

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostocker Handball-Zweitligist ist heute bei der insolventen HSG Tarp-Wanderup gefordert

Zum Punktspielauftakt 2014 steht Handball-Zweitligist HC Empor Rostock heute Abend um 20 Uhr in der Treene-Halle bei der HSG Tarp-Wanderup vor einer kniffligen Aufgabe. Die Gastgeber haben am vergangenen Donnerstag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens eingereicht. Den Schleswig-Holsteinern soll ein sechsstelliger Betrag im rund 350 000 Euro bezifferten Etat fehlen. Hauptsponsor Jochen Ohm soll unabhängig von der sportlichen Situation – der Aufsteiger ist mit 2:34 Punkten Letzter – nicht mehr bereit sein, die „Wölfe“ finanziell zu unterstützen.


Fraglich, ob die Partie in die Wertung geht


„Wir werden die Partie trotz der für unseren Gegner schwierigen Situation mit der erforderlichen Konsequenz angehen. Es muss schließlich in jede Richtung gedacht werden. Entweder ist die Begegnung eben für nichts oder sie geht doch in die Wertung ein“, sagt HCE-Trainer Dr. Rastislav Trtik. Letzteres liegt am eingesetzten Verwalter, Rechtsanwalt Peter A. Borchardt aus Hamburg, der auf „Selbstschuldnerische Bürgschaften“ zurückgreifen kann. Ohm hatte sich für 200 000 Euro verbürgt und später weitere 150 000 Euro bereitgestellt. Zieht Borchardt die Sicherheiten, ist durchaus denkbar, dass die HSG bis zum Saisonschluss im Liga-Geschehen präsent sein wird. „Gerade deshalb dürfen wir keine Luft heranlassen. Zudem wollen wir uns weiter einspielen“, sagt Trtik.

Das hat seine Sieben auch in jedem Fall nötig. Die Winter-Vorbereitung ab dem 11. Januar lief unter der Überschrift „Personalnotstand“ ab: Roman Becvar war mit Tschechien bei der EM. Vyron Papadopoulos kämpfte mit Griechenland in der Qualifikation für die WM 2015 in Katar. Jacub Zboril absolvierte zwei Testspiele mit der tschechischen U 20 gegen Weißrussland (34:31, 29:29). Hinzu kam die Hiobsbotschaft einer dritten Operation und dem damit verbundenem Ausfall bis zum Saisonende bei Tom Wetzel. Des Weiteren fehlt aktuell auch Florian Zemlin wegen einer Sprunggelenkverletzung.

„Weitere Ausfälle können wir nicht mehr verkraften“, sagt Kapitän Jens Dethloff, auch mit dem Wissen, dass der Verein auf dem Transfermarkt bisher zurückhaltend agierte oder es mit Blick auf die kommenden Saison aus den unterschiedlichsten Gründen sein musste.

Dr. Trtik weiß nicht, wo sein Team momentan steht. „Wenn nur acht, neun Mann am Training teilnehmen, können Abläufe im Positionsangriff oder das Zusammenwirken schlecht geprobt werden. Nur die Arbeit in Kleingruppen ergibt nicht die erforderlichen Gesamtkonzepte. Eine solche Vorbereitung unter dem Motto ,Pleiten, Pech und Pannen’ habe ich nicht erlebt. Im Vorjahr hatten wir eine ganz andere Situation.“

Der promovierte Pädagoge ist sich darüber im Klaren, dass gerade er in dieser schwierigen personellen Situation mit seinen speziellen Fähigkeiten gefragt sein wird: „Wenn meine Chefs mir sagen, dass ich mit dem jetzigen Personal auszukommen habe, muss ich es so hinnehmen und das Beste für den Verein daraus machen. Ich kann nur hoffen, dass wir keine weiteren Rückschläge hinnehmen müssen. Da liege ich mit meinem Kapitän Jens Dethloff auf einer Wellenlänge.“

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erstellt am 29.Jan.2014 | 10:36 Uhr

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