Fußball, 3. Liga : FC Hansa droht zum 50. Geburtstag Insolvenz

Die 794 anwesenden Hansa-Mitglieder zeigten sich über die Entwicklung besorgt, erteilten aber den Verantwortlichen für das Geschäftsjahr 2013/14 die Entlastung.
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Die 794 anwesenden Hansa-Mitglieder zeigten sich über die Entwicklung besorgt, erteilten aber den Verantwortlichen für das Geschäftsjahr 2013/14 die Entlastung.

Traditionsclub warnt auf Mitgliederversammlung vor angespannter Finanzlage / Einschnitte im Profikader

Der FC Hansa hat seine Anhänger auf eine schwierige Zukunft eingeschworen. Der Traditionsclub verwies auf seiner gestrigen Mitgliederversammlung in der Stadthalle Rostock auf die weiterhin finanziell angespannte Lage und schloss eine Insolvenz nicht aus. „Die Mitglieder sind in tiefer Sorge. Einer fragte, ob wir den 50. Geburtstag noch erleben werden. Das konnte ich nicht garantieren“, machte Hansas Vorstandsvorsitzender Michael Dahlmann den Ernst der Lage deutlich. Demnach müsse der Fußball-Drittligist mit Punktabzügen im Rahmen der Nachlizenzierung rechnen oder in der nächsten Saison um die Lizenz zittern. „Es kann sein, dass wir dieses Jahr nicht überleben“, sagte der Vereins-Chef.

Trotz Schuldenschnitts und dem Erlass von rund zehn Millionen Euro Altlasten, weiterer Sparanstrengungen und gesteigerter Erträge ist der Verein längst nicht saniert. Allein durch ausbleibende Zuschauereinnahmen rechnet Hansa im aktuellen Geschäftsjahr 2014/15 mit einer Liquiditätslücke von einer Million Euro. „Wir brauchen alle Mitglieder, alle Fans, unsere Partner und Sponsoren und jede Menge Kampfgeist und Kreativität, um nach jahrelangem leichtfertigen Umgang mit den Ressourcen wieder ins sichere Fahrwasser zu gelangen“, sagte Dahlmann vor den 794 anwesenden Mitgliedern.

Ins gleiche Horn stieß Hansas neuer Aufsichtsratsvorsitzender Harald Ahrens. „Der Verein hat jahrelang über seinen Verhältnissen gelebt. Es wird noch ein langer, steiniger Weg. Wir müssen gemeinsam Kraftanstrengungen unternehmen, um unsere Kogge auf gesunde und starke Füße zu stellen“, so der 63-Jährige.

Mit der wirtschaftlichen Konsolidierung müsse auch der sportliche Aufschwung einhergehen. „Die aktuelle Lage ist existenzgefährdend. Es gilt jetzt, sich zusammenzureißen und in der Rückrunde so viel Boden wie möglich gutzumachen“, nahm Ahrens die Drittliga-Profis in die Pflicht.

Zudem muss die Lizenzspieler-Abteilung in der kommenden Saison 2015/16 harte Einschnitte hinnehmen. „Unsere Kosten für den Profikader sind im Vergleich zu anderen Drittligisten zu hoch. Daher werden wir den Etat um 800 000 Euro auf 2,8 Millionen Euro absenken“, kündigte Dahlmann an. Stattdessen will er verstärkt auf den Nachwuchs setzen.

Positiv werteten die Führungsgremien die Entwicklung der Mitgliederzahlen. Aktuell gehören dem letzten DDR-Meister 9227 Mitglieder an, 1936 mehr als vor einem Jahr. Auch die Nachwuchsarbeit mit zwölf Kinder- und Jugendmannschaften, darunter zwei Nationalspieler, ist erfolgreich. Zudem wurde die Fan- und Präventionsarbeit vorangetrieben.

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