FC Hansa Rostock : Fans halten „Hansa-Uwe“ in Ehren

Uwe Oldenburg † galt als treuer Anhänger des FC Hansa. Der Rolli-Fahrer verstarb am 16. September. Nun sammelten die Anhänger für seinen Grabstein Spenden.
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Uwe Oldenburg † galt als treuer Anhänger des FC Hansa. Der Rolli-Fahrer verstarb am 16. September. Nun sammelten die Anhänger für seinen Grabstein Spenden.

Anhänger spenden für verstorbenen Uwe Oldenburg. Der Neubukower mit Kultstatus soll einen Grabstein mit Foto und Vereinswappen erhalten

svz.de von
03. November 2014, 17:22 Uhr

Hansa-Fans halten zusammen – ein Leben lang und darüber hinaus. So ist die Initiative der Fanszene Rostock e. V. zu erklären. Die Anhänger des Fußball-Drittligisten starteten einen Spendenaufruf für ihren verstorbenen Mitstreiter Uwe Oldenburg und setzen ihm mit einem Grabstein ein Denkmal. „Mit dieser Anteilnahme hatten wir nicht gerechnet. Wir wussten nicht, dass Uwe bei Hansa so viele Freunde hatte“, freute sich Tochter Heidi Schreiber, die am vergangenen Freitag vom Verein zum Heimspiel gegen den VfL Osnabrück eingeladen wurde.

Ihr Vater, der von allen nur „Hansa-Uwe“ gerufen wurde, galt in der Szene als „bunter Hund“. Der 54-Jährige mit der markanten „Ostsee-Power“-Kappe und den gestreiften Jogging-Hosen saß im Rollstuhl und war, seit er denken konnte, bei allen Heimspielen des Traditionsclubs im Stadion. „Auch auswärts ist er mit Hansa, soweit es vom Transport her möglich war, immer mitgefahren“, erinnert sich Schreiber. Spätestens seit seinem Auftritt in der vergangenen Saison, als er beim Spiel beim Chemnitzer FC mit einer Maske vor dem Gäste-Fanblock auf und ab fuhr, genoss der Neubukower bei den Anhängern der Kogge Kultstatus. „Der Verein stand für ihn an oberster Stelle. Und wenn Hansa verloren hatte, mussten wir seine schlechte Laune aushalten“, meint seine Tochter augenzwinkernd.

Vor sieben Wochen, am 16. September, verstarb Uwe Oldenburg an Nierenversagen. „Er hatte mehrere schwere Leiden. Am Ende hat der Körper nicht mehr mitgespielt“, sagt Schreiber. Die 35-Jährige, selbst Mutter von drei Kindern, sah sich aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, die Bestattung in vollem Umfang zu bezahlen. Dadurch blieb „Hansa-Uwe“ auch ein Grabstein versagt.

Für die Fanszene Rostock e. V. kein haltbarer Zustand. Die Gruppe organisierte beim Heimspiel gegen Unterhaching eine Spendenaktion, bei der 1445 Euro gesammelt wurden. „Hinzu kommen 500 Euro, die Freunde und Bekannte von Uwe spendeten“, sagte Arvid Langschwager vom Hansa-Fanradio. Die Summe wird der Familie des Verstorbenen zur Verfügung gestellt. „Damit können wir einen Grabstein bezahlen und einen Teil der Bestattungskosten decken. Wir sind dankbar für jeden Cent“, sagt Schreiber. Mehr noch, den Grabstein von Oldenburg werden ein Foto und natürlich das Hansa-Wappen zieren. Auch im Stadion selbst wird an den Kult-Fan gedacht. An seinem Platz auf der Ost-Tribüne in Block 15 soll bei Heimspielen seine markante Mütze hängen. „Außerdem wollen seine engsten Freunde ,Schuppe’ und ,Kati’ Kolberg dort eine Gedenktafel anbringen. Eine tolle Geste“, zeigte sich Oldenburgs Tochter von der großen Anteilnahme gerührt.

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