Handball : Er steht für Empors größten Erfolg: Heinz Strauch feiert am 1. Januar seinen 75. Geburtstag

Der verdiente Rostocker Handball-Trainer Heinz Strauch feiert am 1. Januar seinen 75. Geburtstag.
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Der verdiente Rostocker Handball-Trainer Heinz Strauch feiert am 1. Januar seinen 75. Geburtstag.

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30. Dezember 2013, 18:33 Uhr

Heinz Strauch, eine der ganz großen Persönlichkeiten des Rostocker Handballs, begeht am 1. Januar 2014, seinen 75. Geburtstag – herzlichen Glückwunsch!

Sport- und Kongresshalle, 8. und 23. Mai 1982. Die Handballer des damaligen SC Empor feiern unter Trainer Heinz Strauch ihre größten Erfolge. Jeweils 4000 Zuschauer sind aus dem Häuschen: Nach einem 14:17 im Hinspiel gegen Dukla Prag sichern sich die Blau-Gelben durch ein 22:18 auf eigenem Parkett den Europapokal der Pokalsieger. Damit ziehen sie in das Superfinale um die Europameisterschaft der Vereinsmannschaften gegen den Sieger des Landesmeister-Wettbewerbes, Honved Budapest, ein, das ebenfalls in den eigenen vier Wänden stattfindet. Nach einem wahren Krimi, zweimaliger Verlängerung und einem 31:27 (25:25, 21:21, 12:12) lassen die Männer um Kapitän Helmut Wilk ihren Coach hochleben.

Der Name Heinz Strauch steht für eine Trainer-Erfolgskarriere, die wohl ihresgleichen sucht: DDR-Meister und -Pokalsieger, 99 Länderspiele als Verantwortlicher der Frauen-Nationalmannschaften der DDR (55) und BRD (44), WM-Bronze 1990 in Südkorea, Platz vier 1992 bei den Olympischen Spielen in Barcelona. Neben den Sternstunden mit den Männern des SC Empor 1982 bezeichnet der gebürtige Niederschlesier den dritten WM-Platz mit der DDR ohne die kurz nach der Wende in die Alt-Bundesländer abgewanderten Spielerinnen – mit Katja Kittler (Lützellinden), Birgit Wagner, Andrea Bölk-Stein, Cerstin Colberg und Heike Axmann-Dombrowski (alle Buxtehude) waren es allein fünf Rostockerinnen – als sein Meisterstück. Im Spiel um Bronze wurde am 1. Dezember 1990 ausgerechnet die BRD mit 25:19 bezwungen.

„Meine schwierigste Aufgabe als danach Bundestrainer bestand darin, quasi aus drei Mannschaften – DDR, BRD plus die ,Ausgewanderten’ – eine Einheit für Olympia in Barcelona zu formen. Da habe ich nicht nur schöne, sondern auch diskriminierende Momente erleben dürfen“, erinnert sich der gelernte Finanzkaufmann, der an der DHfK in Leipzig sein Trainer-Diplom machte.

Nicht alle standen in dieser Zeit hinter dem Rostocker. Während die Frankfurterin Katrin Mietzner-Krüger und weitere Spielerinnen aus der Ex-DDR Heinz Strauch als „guten Pädagogen und Psychologen, der auch einmal giftig sein konnte“, lobten, mobbten ihn einige Damen aus dem Westen. „Mit dem heutigen Wissen, dass die Betreffenden nachts um die Häuser zogen, anstatt leistungssportgerecht zu leben, erklärt sich ,nur’ Platz vier in Barcelona“, so Strauch.

Auch die Führung des Deutschen Handball-Bundes („Da ging einiges unter die Gürtellinie“) schien eine nicht gerade gute Rolle gespielt zu haben. Konsequent, wie Heinz Strauch war, reichte er seinen Abschied ein.

Stahl Brandenburg, ZAB Dessau, Post Schwerin sowie 1998 bis zum vorzeitigen Renteneintritt April 2001 Vereinssportlehrer in Bützow waren weitere Stationen, die der Jubilar als „Lehr- und Wanderjahre“ bezeichnet.

Heinz Strauch wird 2014 ein weiteres Mal Grund zum Feiern haben: neben dem 75. Geburtstag steht auch die Goldene Hochzeit mit Ehefrau Brigitte an. Die einstige DDR-Nationaltorhüterin in Diensten des SC DHfK Leipzig hatte er 1963 beim Neujahrsturnier in Rostock kennengelernt. „Von meiner Seite aus war es Liebe auf den ersten Blick. Um ihre Gunst musste ich aber richtig kämpfen“, blickt er zurück.

Heute erfreuen sich beide der Kinder Katrin (geboren 1964), Tilo (1965) und Stefan (1974) sowie ihrer sechs
Enkel, von denen Katrins Tochter Wiebke gerade ihren Nautischen Offizier gemacht hat. „Familie bedeutet alles für mich. Jetzt kann ich das nachholen, was ich als Sportler und Trainer versäumt habe“, sagt Heinz Strauch.

Gefragt sind Oma und Opa bei Katrin (die bei Empor natürlich ebenfalls Handball spielte), Tilo, der 16-mal für die DDR und später mit dem SC Empor, Bad Schwartau, Hamburger SV und Düsseldorf in der Bundesliga spielte, sowie Stefan (aktiv mit Frank-Michael Wahl in Hameln, in Stralsund sowie wieder in Rostock) gleichermaßen. „Das machen wir gern“, sagt das Geburtstagskind, dessen Erfolgen noch die zweiten Plätze im Europacup der Pokalsieger 1981 gegen TuS Nettelstedt sowie der Landesmeister 1979 gegen den TV Großwallstadt hinzuzufügen sind.


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