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2. Handball-Bundesliga : Empors „Geldeintreiber“ straft Sünder ab

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

René Gruszka verwaltet Mannschaftskasse des Handball-Zweitligisten / Katalog sorgt für Disziplin und Ordnung

svz.de von
erstellt am 01.Okt.2014 | 10:00 Uhr

René Gruszka ist beim Handball-Zweitligisten HC Empor Rostock quasi in Doppelfunktion tätig. Im Spiel ist er für das Verhindern und Werfen von Toren zuständig, abseits des Parketts verdingt sich der 24-jährige Rechtsaußen als „Geldeintreiber“, verwaltet mit intern festgelegten Regularien die Mannschaftskasse.

„Die wird jeweils nach Saisonende Richtung Mallorca leergemacht“, sagt „Laage“, wie er nur genannt wird. Usus ist seit Jahren, René wurde 2008 gemeinsam mit Florian Zemlin und dem heute in Schwerin spielenden Michael Höwt als A-Jugendlicher ins kalte Wasser der 2. Bundesliga geworfen, ein gestrenger Strafenkatalog für diverse Vergehen. „Nicht alles hat mit Disziplin und Ordnung zu tun. Um eine möglichst prall gefüllte Kasse zu haben, müssen alle auch für in Medien erschienene Fotos löhnen“, erläutert der ehemalige U21-Nationalspieler. Zehn Euro sind beispielsweise pro Akteur und Bild fällig. Wer das jeweilige Foto in der Zeitung selbst anzeigt, muss nur fünf Euro löhnen, finden seine Mitspieler das Bild, ist ein Zehner fällig.

Der Katalog gilt für den Trainings- und Wettkampfbetrieb. „Das geht los bei der Pünktlichkeit. Es gehört einfach zur Disziplin, zur angesetzten Zeit rechtzeitig zu erscheinen“, so der 2004 vom SC Laage zum HCE gekommene Linkshänder. Da werden auch bei den „Oberen“ keine Ausnahmen gemacht. Jüngst musste auch GmbH-Geschäftsführerin Juliane Radike, die zu einem Sponsorentermin verspätet erschienen war, einzahlen. Ausreden sind nicht erlaubt. Ebenso beim Vergessen von „Badelatschen“ oder anderen Utensilien muss ins Portemonnaie gegriffen werden.

Auch im Spiel wird zur Kasse gebeten. „Meckern mit der Folge einer Strafe von zwei Minuten kostet. Eine sogenannte ,Rote Karte’ nach drei Strafen oder sofortiger Disqualifikation wiederum“, gibt der noch bis 2016 an den Rostocker Traditionsverein gebundene Familienvater preis. Ausgelassene Siebenmeter sind auf dem Parkett ein weiterer Grund, den Mallorca-Eigenanteil zu minimieren.

Gruszka kennt seine Pappenheimer aus dem Effeff. Die Namen der größten Sünder will er aber nicht verraten. „Das ist intern, bleibt unter uns.“ Pardon, die Zügel zu lockern, gibt es aber nicht: „Alles muss seine Ordnung haben.“ Das auch beim Befreien der Bälle von Klebemittel, der Bereitstellung von alkoholfreien Trainingsgetränken, dem anschließenden Aufräumen oder das „kühle Blonde“ nach einer gewonnenen Partie. „Einiges gehört zur Drecksarbeit, für die wir Jungen zuständig sind. Wir müssen uns erst hochdienen. Auch unser Finanzchef hat einmal klein angefangen“, meint Tobias Malitz, 18-jähriger Empor-Schlussmann.

Ob die Kasse am Sonntag nach dem um 16.30 Uhr gegen Aufsteiger SV Henstedt-Ulzburg beginnenden Spiel Zuwachs erfährt, ist dem in der vergangenen Saison allein 173 Tore erzielenden Gruszka schnurzpiepegal: „Zwei weitere Punkte müssen her. Und das mit einer gut gefüllten Halle.“

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