Kanurennsport : „Ein Platz im WM-Vierer ist mein Ziel“

Weiß mit Schwarz-Rot-Gold an Bug und Heck: Gordan Harbrechts Boot ist das 2013er Reserve-Gefährt von Weltmeister Max Hoff aus Essen: „Das hat er mir geschenkt. Ein feiner Zug von ihm, zumal bei mir ein bisschen Not am Mann war. Als Ersatzmann habe ich bei der WM in  Duisburg komplett mit ihm trainiert. Der Erste, zu dem er kam, nachdem er den  Titel geholt hatte, war ich…“
Weiß mit Schwarz-Rot-Gold an Bug und Heck: Gordan Harbrechts Boot ist das 2013er Reserve-Gefährt von Weltmeister Max Hoff aus Essen: „Das hat er mir geschenkt. Ein feiner Zug von ihm, zumal bei mir ein bisschen Not am Mann war. Als Ersatzmann habe ich bei der WM in Duisburg komplett mit ihm trainiert. Der Erste, zu dem er kam, nachdem er den Titel geholt hatte, war ich…“

Gordan Harbrecht ist einer der berechtigtsten Rostocker Kandidaten für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro

svz.de von
22. März 2014, 10:00 Uhr

„California Orange County“: Vorn im Eingangsbereich im Vereinsheim des Rostocker Kanu-Clubs, links an der Pinnwand, hängt eine Ansichtskarte. Sie ist ziemlich durchlöchert, was verrät, dass sie schon von vielen gelesen und danach wieder mit der Reißzwecke befestigt wurde.

Die Post stammt von Gordan Harbrecht, einem der berechtigtsten Kandidaten der Hansestadt für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Er schickte im Februar Grüße aus dem Trainingslager der Kanurennsport-Nationalmannschaft im kalifornischen Newport: „Sorgt bitte dafür, dass die Warnow eisfrei ist, wenn ich wieder da bin.“ Der Wunsch ging in Erfüllung…

Angefangen hatte das Jahr 2014 für Harbrecht und seine Auswahlkameraden im Januar mit einem Konditionscamp in St. Moritz (Schweiz); Skilanglauf war angesagt. Es folgten die drei Wochen in den USA. Gegenwärtig nun weilt die Nationalmannschaft in Sevilla zu ihrem dritten Lehrgang. Alles ist ausgerichtet auf die erste nationale Qualifikation am 12./13. April, der am 3./4. Mai eine weitere folgt. „Wer es da verhaut, für den ist das Jahr gelaufen“, weiß der Rostocker in Diensten des SC Neubrandenburg.

2013 war Gordan bei der Quali in Duisburg Dritter über 1000 Meter, Sechster der Gesamtrangliste (es gibt noch weitere Strecken), „und das hat sich die ganze Saison bestätigt“. Zwar sei er beim Weltcup in Poznan im zweiten deutschen Viererkajak „sang- und klanglos untergegangen“, doch bei der darauffolgenden Station in Racice (Tschechien) gelang ihm zusammen mit dem Essener Torben Fröse im 1000-m-Zweier mit Rang sechs, also dem Erreichen des Endlaufs, „ein solides Ergebnis“.

Höhepunkt für den Rostocker, der auf Grund seiner guten Leistungen seit September 2013 Angehöriger der Bundeswehr-Sportfördergruppe Frankfurt (Oder) ist, war seine erstmalige Teilnahme an einer Rennsport-Weltmeisterschaft, wenn auch nur als erster Ersatzmann: „Ich war enttäuscht, im zweiten Vierer zu sitzen, weil ich mich von der individuellen Leistung her im ersten gesehen hätte (der bei der WM in Duisburg lediglich Neunter und damit Endlauf-Letzter wurde – d. Red). Schade, dass ich keinen Einsatz hatte. Es war aber trotzdem ein schönes Erlebnis – und 2013 mein erfolgreichstes Jahr im Rennsport.“

Das würde Gordan Harbrecht auch gern Ende 2014 feststellen. „Ich denke, ich habe eine ziemlich gute Ausgangsposition“, sagt der Maschinenbau-Student, der kürzlich seine Prüfung in dem schwierigen Fach Strömungsmechanik meisterte („Ich habe sie bestanden und war besser als der Durchschnitt“), mit Blick auf die nationale Qualifikation. „Der Vierer vom vorigen Jahr wird so nicht noch mal fahren. Es gilt, ein schnelles Boot zu bauen. Da will ich gern rein und mich über die Weltcups durchsetzen. Die WM im August in Moskau ist mein Ziel. Da möchte ich im Vierer dabeisein, möglichst eine Medaille holen.“


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