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Rostocker Olympiahoffnungen : Dräger durchbricht Schallmauer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Im „Trockendock“ erfüllt sich für sie ein zehnjähriger Traum. Rostocker Ruderer meistern den ersten Saisonhöhepunkt mit Bravour

„Wir haben den Balanceakt zwischen Ergometer-Test und der Langstrecke verdammt souverän absolviert“, freute sich Trainer Meinhard Rahn über die überzeugende Vorstellung seiner Rostocker Ruder-Schützlinge bei der ersten Olympia-Leistungsüberprüfung in Leipzig.

Der Deutsche Ruderverband (DRV) testete zum Saisonauftakt an historischer Stätte. Die olympischen 2000 Meter auf dem Concept2-
Ergometer wurden im Komplex der Deutschen Hochschule für Körperkultur und Sport (DHfK) absolviert, der „lange Kanten“ (6000 Meter) auf dem Elster-Saale-Kanal in Leipzig-Burghausen.

„Traditionell wieder ein perfekter Start für uns in die Saison“, freute sich die 34-jährige Marie-Louise Dräger. Mit viel Routine und in bestechender Form absolvierte die „kleine Leichte“ das Duell im „Trockendock“ und jubelte Sekunden nach dem Finish über einen neuen deutschen Rekord. „6:59,7 Minuten im Duell mit der Uhr sind ein Traum, den ich mir seit mindestens zehn Jahren erfüllen wollte. Nur auf dem dritten Teilstück hatte ich kurz gezweifelt, aber danach lief es perfekt für mich. Der Endspurt hat alles wieder rausgerissen, und ich hatte die virtuelle Schallmauer von sieben Minuten für den Zweitausender erstmals in meiner langen Laufbahn geknackt.“

Ähnlich stark präsentierte sich Maries Teamkollege Stephan Krüger vom Olympischen Ruder-Club Rostock. Er spulte die gleiche Distanz in nur 5:52,7 Minuten und mit persönlicher Bestzeit ab. Eine solche schaffte auch Julia Leiding vom Rostocker Ruder-Club mit 6:50,2 und Rang neun im „Konzert“ der besten schweren Frauen.

Knapp 24 Stunden später folgten die Rennen in den Kleinbooten, im Einer und ungesteuerten Zweier. Julia beendete die Härteprüfung auf Platz acht und mit gut 30 Sekunden weniger Abstand zu den Etablierten. Nur die Nationalmannschafts-Ruderinnen platzierten sich vor der 21-jährigen Studentin auf Lehramt. So bleibt ihr im Kampf um die Tickets für Rio de Janeiro eine Minimalchance.

Wie präzise Uhrwerke tickten die Deutschen Meister Marie und Stephan Richtung Ziel. Mit hohem Anfangstempo und Konstanz ruderten beide zum Sieg und setzten ein erstes Ausrufezeichen für die Olympia-Qualifikation. Marie gewann mit 13 Sekunden Vorsprung vor der Brandenburgerin Ronja Fini Sturm, ihrer letztjährigen WM-Partnerin im Doppelzweier. Hinter Stephan folgten der einheimische Philipp Wende sowie der Rendsburger Lauritz Schoof. „Als Weltmeister und Olympiasieger von London 2012 (im Doppelvierer – d. Red.) wollen beide ihre Position verteidigen. Ich wäre gern mit dabei, aber wer mit wem rudern darf, entscheidet abschließend der DRV-Cheftrainer. Ich kann mich nur mit Top-Leistungen empfehlen oder einige andere der Gesetzten kriegen die Kurve nicht“, erläutert Stephan Krüger.

Bei den Deutschen Kleinboot-Meisterschaften vom 15. bis 17. April in Köln-Fühlingen wollen sich die Besten der MV-Küstenflotte keinen Ausrutscher leisten. Dann ist auch Hannes Ocik (Schweriner RG) wieder mit im Boot und kämpft mit Partner Max Munski (Lübeck) um einen Sitz im Deutschlandachter.

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