FC Hansa : Die verrückte WG der Jakobs-Brüder

„Wie liegen auf einer Wellenlänge.“ Hansa-Profi Julian Jakobs (links) und sein fünf Jahre jüngerer Bruder Lasse auf Stippvisite in der DKB-Arena. Beide  wohnen derzeit in Rostock zusammen und teilen die Leidenschaft für den Fußball.
„Wie liegen auf einer Wellenlänge.“ Hansa-Profi Julian Jakobs (rechts) und sein fünf Jahre jüngerer Bruder Lasse auf Stippvisite in der DKB-Arena. Beide wohnen derzeit in Rostock zusammen und teilen die Leidenschaft für den Fußball.

Wie Hansa-Profi Julian und Jura-Student Lasse Jakobs in Rostock gemeinsam ihren Alltag meistern

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07. Februar 2014, 10:00 Uhr

Wenn Flügelflitzer Julian Jakobs morgen bei der SpVgg Unterhaching mit dem FC Hansa wieder um Punkte in der 3. Liga kämpft, drückt ihm daheim sein Bruder Lasse am Live-Ticker die Daumen. „Ich schaue mir jedes Heimspiel von Hansa an und fiebere auch bei den Auswärtspartien mit Julian mit“, sagt der 18-Jährige. Das Besondere: Der Jura-Student und der Fußball-Profi zogen im vergangenen Jahr zusammen – und gründeten damit Rostocks verrückteste Brüder-WG.

„Nun, ganz so ist es nicht“, stellt Julian Jakobs klar. Nachdem der Mittelfeldspieler im Sommer 2013 von den Sportfreunden Siegen zum FC Hansa wechselte, zog er mit Freundin Anna-Lena in die Hansestadt. „Wir bewohnen eine recht große Zwei-Zimmer-Wohnung. Als sich Lasse nach seinem Abitur im Oktober für ein Studium in Rostock entschied, haben wir beschlossen, ihn vorerst bei uns aufzunehmen, damit er sich erst mal alles hier anschauen kann“, erklärt der 23-Jährige.

Seitdem meistern die Jakobs-Brüder ihren Alltag. Während der ältere morgens zum Training der Hansa-Profis fährt, paukt der jüngere in der Uni Rostock Rechtswissenschaften.

„Der Bachelor-Studiengang heißt Good Governance. Es ist kein klassisches Jura-Studium, weil man noch andere Kurse wie Soziologie und Philosophie belegt und damit ein breites Wissen erlangen soll“, schildert Lasse. In seiner Freizeit jagt er wie sein großer Bruder dem runden Leder nach. „Ich wollte auf jeden Fall weiter Fußball spielen und habe mich bei den A-Junioren des Rostocker FC angemeldet. Ich bin ganz zufrieden dort, auch wenn ich bislang nur Hallenturniere bestreiten konnte“, sagt der Verteidiger, der wie Julian bei den F-Junioren von Fortuna Freudenberg mit dem Kicken begann. „Dann sind wir nach Siegen umgezogen, wo ich bei mehreren Vereinen unterklassig spielte. Fußball war für mich immer nur Hobby. Das meiste Talent in der Familie hat Julian abgekommen“, erkennt der Student neidlos an.

Dieses Kompliment gibt der Profi gerne an seinen Bruder zurück. „Wir haben auf dem Platz unterschiedliche Stärken. Lasse ist eher der Zweikämpfer, davon könnte ich mehr haben. Das Filigrane kann er noch von mir lernen“, sagt Julian, der nach Spielen von seinem kleinen Bruder selten ein kritisches Urteil erhält. „Bei ein paar Aktionen schaut man schon genauer hin. Aber für die Spielauswertung ist eher unser Vater zuständig. Wenn Julian so wie am letzten Wochenende ein Tor schießt, finde ich das super“, sagt Lasse.

Im Alltag spielt all das keine Rolle, gilt es, das WG-Leben zu meistern. Und da kann es zwischen den beiden jungen Männern auch mal Knatsch geben. „Ständig im Wohnzimmer zu leben, ist für alle Seiten nicht angenehm. Was das Aufräumen angeht, müssen wir uns noch unterhalten“, mahnt der Ältere, fügt aber versöhnlich an: „Wenn es die Zeit erlaubt, ziehen wir um die Häuser. Wir sind total auf einer Wellenlänge.“

Ob sie auch künftig zusammen wohnen, ist eher unwahrscheinlich. Das liegt weniger am Fußballer, der bei Hansa noch bis Juni 2015 unter Vertrag steht, als am Studenten Jakobs: „Ich bin mir nicht sicher, ob der Studiengang die Richtung ist, die ich im Berufsleben einschlagen will“, zweifelt Lasse und wird wohl bald seine Zelte in der Hansestadt wieder abbrechen. Dann wäre Rostocks verrückteste Brüder-WG Geschichte.

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