Ultra Buff Epic Run : Der Lauf der „Verrückten“

Tom Schlegel auf seiner Leidenstour: 105 Kilometer durch die Pyrenäen – über Stock und Stein
Tom Schlegel auf seiner Leidenstour: 105 Kilometer durch die Pyrenäen – über Stock und Stein

Der Rostocker Tom Schlegel ist einer von 111 Startern, die auf 105 Kilometer durch die Pyrenäen 8000 Höhenmeter überwinden.

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18. August 2015, 21:00 Uhr

Man muss schon ein wenig verrückt sein, um sich einer derartigen Herausforderung zu stellen: 105 Kilometer am Stück, 8000 Höhenmeter jeweils auf- und abwärts durch die katalanischen Pyrenäen, steile An- und Abstiege über Eisfelder, große Gesteinsbrocken und weiß Gott noch welche Hindernisse...

Tom Schlegel ist einer dieser Ver… – äh, Unerschrockenen. Der ehemalige Leichtathlet im 1. LAV Rostock und spätere Triathlet im TC Fiko startete beim Ultra Buff Epic Run, war 24 Stunden am Stück unterwegs, erlebte Höhen und Tiefen, aber er erreichte das Ziel. „Neue Grenzen ausloten, über sie hinausgehen, sich anschließend neuen Zielen widmen“, nennt der Student der Sporthochschule Köln das.

Eigentlich hatte er sich als gut genug gewappnet für das Event eingeschätzt. Was hatte Schlegel nicht schon alles gemacht: TransAlpine Run im vergangenen Jahr, ein 24-Stunden-Staffellauf in den USA, mehrere Strongman-Hindernisrennen und, und, und... Den Zugspitz-Supertrail als Generalprobe finishte der heute in Bonn beheimatete Schlegel an Position fünf. Der Buff Epic Run konnte also kommen – so dachte er zumindest. Es sollte ein Lauf der absoluten Extreme, des Selbst-über-sich-Hinauswachsens werden. Einfach etwas bisher noch nie Dagewesenes.

Dass es all das tatsächlich wurde, hatte teilweise auch seinen Grund in der Schusseligkeit des Tom. Vor dem Start morgens um sechs Uhr in der Dunkelheit wurde noch einmal die Ausrüstung geprüft. An alle Verpflegungsdetails dachte der Hansestädter aber nicht. Salztabletten fehlten. Das schien ihm zum Verhängnis zu werden, doch gab es unterwegs Hilfe von Mitstreitern. „Wir kämpfen zwar gegen-, auf der anderen Seite aber auch miteinander“, sagt Tom.

Vor allem der Aufstieg zum Kilometer 46 auf einen über 2000 Meter hohen Berg hatte es wirklich in sich. „Ich wusste zuerst nicht, wie ich den gehen oder laufen sollte. So technisch war der“, gesteht der Extremläufer. Eine Situation, die sich mehrmals wiederholte.

Sogar an Aufgabe hatte Schlegel nach einem Verlaufen zwischendurch gedacht. Aber er hielt durch, lief auf Position 25 unter 111 Startern in Barruera durch das Ziel.

Damit hat Schlegel aber „nicht fertig“. Am 29. August beginnt in Oberstdorf der Transalpine Run: „In diesem Jahr ist es die alpine Strecke. Da werden wir ,Spaß‘ haben. In acht Etappen bis in das italienische Sulden sind 268 Kilometer zu bewältigen“, so der eigentliche „Flachland-Tiroler“ von der Ostsee. Die Höhenmeter verschweigt er: Sind ja auch „nur“ 16  310.
 

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