Handball : Der Barten hat ganz schön zugepackt

Zeigte keine Scheu gegen die Kieler (hier Alexander Williams und Patrick Wiencek): Robert Barten.
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Zeigte keine Scheu gegen die Kieler (hier Alexander Williams und Patrick Wiencek): Robert Barten.

Selbst vom THW Kiel gab es Lob für die Youngster des HC Empor / Duell mit dem Deutschen Meister war ein tolles Erlebnis für die talentierten „Frischlinge“

svz.de von
30. Juli 2015, 21:00 Uhr

Patrick Wiencek, Niclas Ekberg & Co. saßen nach dem 31:26 ihres Turnverein Hassee-Winterbek (THW) Kiel im Testspiel beim Handball-Zweitligisten HC Empor Rostock bereits seit geraumer Zeit im Mannschaftsbus, doch einer fehlte: Coach Alfred Gislason.

Der tauschte sich noch mit seinem früheren Schützling und jetzigen HCE-Trainer Aaron Ziercke sowie mit Klaus Langhoff aus, früherer Empor-Spieler, Coach und zuletzt Jugend-Chef des Deutschen Handball-Bundes. Letzterer sieht dunkle Wolken aufziehen: „Mit 20 oder jetzt sogar 21 Teams in der 2. Bundesliga und Doppelspieltagen müssen wir aufpassen, nicht den Anschluss zu verlieren. Andere Länder haben durch kleinere Ligen Vorteile, können sich, ob mit der Nationalmannschaft oder im Verein, besser vorbereiten.“

Gefachsimpelt wurde nach dem Abpfiff aber auch unter den Aktiven. Julius und Paul Porath sowie Robert Barten unterhielten sich angeregt mit THW-Neu-Profi Alexander Williams; sie kennen sich von der U18-Nationalmannschaft. Klar, dass der Kieler Keeper Paul viel Erfolg für die bevorstehende U19-WM wünschte. Julius erkundigte sich nach THW-Freikarten: „Das wäre der Hammer, wenn das klappen würde.“

Vorher hatte der Rechtsaußen sein Talent mit vier Toren bewiesen, vertrat auf dem Parkett längere Zeit den durch eine Bänderverletzung angeschlagenen Neu-Kapitän René Gruszka. Überhaupt: Rostocks rechte Seite mit Julius (19) und dem gerade 18 Jahre gewordenen André Meuser war mit talentierten „Frischlingen“ besetzt. André, der gestern in Folge einer Schienbeinblessur ebenso zum MRT musste wie Gruszka, gestand: „Ich war schon nervös gegen den Deutschen Meister, zeigte doch ein wenig zuviel Respekt.“

Robert Barten (19) räumte in der Defensive gut ab. Torsten „Toto“ Jansen vom THW: „Der hat ganz schön zugepackt.“ Barten kommt auch für mehr Spielanteile im Angriff in Frage. Eine Aufbaureihe mit dem international erfahrenen Roman Becvar als Regisseur sowie den Rückraum-Shootern Barten und Meuser bietet sich geradezu an. Zumal für Neuzugang Marc Pechstein (befand sich nach Gehirnerschütterung noch im Krankenhaus) adäquater Ersatz benötigt wird.

Vor allem für die Youngster, ob Porath-Zwillinge, Tobias Malitz, Meuser oder Jakub Zboril, war der nun bereits sechste Sommer-Test gegen den THW Kiel ein Erlebnis. Stellvertretend brachte es der eigentlich für das U23-Team des HC Empor vorgesehene Julius Heil auf den Punkt: „Es war toll, vor 3200 Zuschauern gegen solch eine hochkarätige Mannschaft spielen zu dürfen. Für meine Entwicklung habe ich einiges mitgenommen.“

Bliebe noch ein Hinweis an die Verantwortlichen: Nachgedacht werden sollte über das Zeit-Management bei den VIPs während der Halbzeitpause. Im Theater ertönt ein Gong, der darauf hinweist, dass die Vorstellung weitergeht. Es macht sich nicht gut gegenüber den „Darstellern“ auf der „Bühne“ oder den Zuschauern, wenn der „zweite Akt“ läuft und immer wieder gestört wird. Und das ging bis Minute 42… Bernd-Dieter Herold

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