zur Navigation springen

Handball : Den Super-Gau verhindern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Handball-Zweitligist HC Empor Rostock hat noch 19 Partien, um den Absturz in die Drittklassigkeit abzuwenden

Folgt dem durch die deutsche Handball-Nationalmannschaft mit dem Gewinn der Europameisterschaft gekrönten „Winter-“ nun ein „Frühlingsmärchen“? Nötig wird es, denn Zweitligist HC Empor Rostock steht vor den abschließenden 19 Rückrundenspielen auf Abstiegsplatz 18.

Wenn es nach dem Vereinsvorsitzenden Jens Gienapp geht, können die Schützlinge von Aaron Ziercke gleich morgen (19.30 Uhr Stadthalle) damit gegen Spitzenreiter HC Erlangen beginnen: „Die EM hat uns gezeigt, was Trainer Dagur Sigurdsson aus seinen sogenannten ,No-Names’ alles herausholen konnte. Das war für die Männer um Kapitän René Gruszka sicher Anschauungsunterricht pur. Mit großem Einsatzwillen müssen die Franken bekämpft, und um die Zugehörigkeit zur zweithöchsten Spielklasse des Europameisters mit einem in sich geschlossenen Team gefightet werden.“

Das sieht Ziercke nicht anders: „Wenn auch auf einem anderen Level, so gelten kompromisslose Abwehr, das notwendige Vorausdenken gegnerischer Aktionen und gegenseitige Unterstützung zu dem stets durch mich gepredigten Abc der Defensivarbeit. Auch im Angriff müssen wir in unseren Tugenden zulegen. Mit Tempo-Variierung den freien Abschluss suchen, die Lösung nach unterbrochenen Spielzügen finden oder nach Fehlversuchen nicht den ,Schwanz“ einziehen – das sind einige Schwerpunkte.“

Diese in der am 13. Januar gestarteten Vorbereitung nach seinen Vorstellungen abzuarbeiten, fiel dem 43-Jährigen schwer. Der Grund: Personalmangel. Es fehlten nicht nur Roman Becvar und Vyron Papadopoulos, die mit ihren Nationalmannschaften WM-Qualifikationsspiele bestritten, zusätzlich zog ein Grippe-Virus durch das gesamte Team. Sorgen musste sich der Trainer zudem erneut um Norman Flödl (Bauchmuskel- und Leistenprobleme) und Becvar (Knöchelverletzung)machen.

An Testbegegnungen bestritt der HC Empor drei ernsthafte Partien. Während des Jacob Cement Cups steckte die Ziercke-Sieben im Finale gegen Ligarivalen VfL Bad Schwartau eine 15:23-Niederlage ein. Zudem verloren sie gegen den Drittligisten SV Mecklenburg Schwerin auswärts mit 18:22, auf eigenem Parkett aber konnten die Mannen um Kapitän Gruszka ein wenig Wiedergutmachung betreiben und ein 26:26-Unentschieden holen. „Die Partien zeigten offene Baustellen, die mit intensiver Arbeit geschlossen werden müssen“, so Ziercke.

Der Coach fordert „Kampfbereitschaft von Minute eins bis zum Abpfiff in allen Partien. Jeder muss bereit sein, quasi sein letztes Hemd für den Erfolg zu opfern.“ Aaron Ziercke sagt das nicht ohne Hintergrund. Zum einen konnte sich der Traditionsverein aus finanziellen Gründen im Gegensatz zur Konkurrenz nicht personell verstärken, zum anderen liegt die Kaderplanung – alle Kontrakte gelten nur für die 2. Liga und sind bis auf Marc Pechstein und Paul Porath bis zum 30. Juni 2016 befristet – auf Eis. Es gilt den Super-Gau, ausgerechnet im 60. Empor-Jubiläumsjahr eine Klasse tiefer zu rutschen, zu vermeiden. Gefragt sind alle: Spieler, Trainer, Vorstand und Aufsichtsrat.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen