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Shorttrack : Das neue Ziel der Krögers ist Pyeongchang 2018

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

In letzter Zeit lief alles schief, doch die Brüder vom ESV Turbine Rostock richten den Blick nach vorn / Bei den Europameisterschaften in Dresden sind beide helfend im Einsatz

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erstellt am 05.Jan.2014 | 21:09 Uhr

Sotschi 2014 steht vor der Tür. Doch erstmals seit 1998 wird kein Shorttracker aus Rostock an den Olympischen Spielen teilnehmen…

Nach dem Karriere-Ende von Aika Klein – die 31-Jährige ist mittlerweile Mutter einer Tochter – sind die Kröger-Brüder Torsten (26) und Hannes (25) die Aushängeschilder der Abteilung Shorttrack des ESV Turbine.


Torsten: Olympia-Aus schon im September


Dem Älteren – schon vor vier Jahren ein ernsthafter Kandidat, wurde er im letzten Moment dann doch nicht für Vancouver 2010 berücksichtigt – waren gute Chancen auf eine Teilnahme in Sotschi bescheinigt worden. Doch bereits bei der ersten nationalen Ausscheidung im September 2013 in seiner Wahlheimat Dresden blieb er auf der Strecke: „Totti“ stürzte, der nachfolgende Felix Spiegl konnte nicht mehr ausweichen, die Schlittschuh-Kufen des Münchners schnitten in die Unterarme des Rostockers, durchtrennten auch einige Sehnen.

Für den Oberfeldwebel bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Frankenberg (Sachsen) folgte eine lange Leidenszeit. Allein neun Wochen verbrachte er in Murnau (Oberbayern/zwischen München und Garmisch-Partenkirchen) in Behandlung einer auf Handchirurgie spezialisierten Praxis.

Knapp vier Monate nach seinem Unfall ist Torsten Kröger dieser Tage auf die Bahn zurückgekehrt, „aber erst mal noch ohne Laufanzug, nur um wieder das Gefühl zu bekommen und das Eis unter den Kufen zu spüren“.

Wieder im Einsatz ist Torsten Kröger in knapp zwei Wochen bei den Europameisterschaften in Dresden, wenn auch natürlich noch nicht wieder als Aktiver: „Ich werde dort bei Bedarf im VIP-Bereich Rede und Antwort stehen, eventuell auch den Hallensprecher und Wintersport-Fachmann Jens Zimmermann als Co-Moderator unterstützen.“

Seine Laufbahn gedenkt der gelernte Technische Zeichner fortzusetzen: „Ich versuche definitiv, weiterzumachen.“

Die Olympischen Spiele 2018 in der südkoreanischen Stadt Pyeongchang „sind natürlich ein Ziel, und ich würde wirklich sehr gern einmal Olympia erleben, aber das kann man jetzt noch nicht hundertprozentig sagen, das hängt auch davon ab, wie der Körper mitspielt. Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger.“

Er habe, berichtet Torsten Kröger, seine Verletzungs-Zwangspause genutzt, „um auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen. Mir ist durch diese Sache erst richtig klar geworden, wozu ich im Alltag meine Hände habe. Und ich will künftig alles bewusster machen, so gut es geht diesen Sport genießen.“

Auch über seine berufliche Zukunft hat sich der 26-Jährige Gedanken gemacht, sieht sie „vielleicht in Richtung Feuerwehr“.


Hannes: Für die EM nicht berücksichtigt


Hannes Kröger war bei den Weltcups 2013 in Asien (Shanghai, Seoul) und Europa (Turin, Kolomna/Russland – diese beiden Stationen waren zugleich Olympia-Qualifikation) dabei. Für einen Einzelstart eigentlich gar nicht vorgesehen, durfte er in China über die 500 Meter ran, „hatte aber einen extrem schweren Lauf und flog in der ersten Runde raus“.

Auf Sotschi hoffen durfte Hannes mit der Staffel, „doch man hat schon in Shanghai gesehen, dass die Chance sehr gering ist, weil die anderen Mannschaften im Gegensatz zu uns einfach mehr Stehvermögen hatten. 20, 25, auch 30 Runden blieben wir im Rennen (von insgesamt 45 = 5000 Meter – d. Red.), dann konnten wir nicht mehr mithalten. Am Ende waren wir, glaube ich, Elfter. Achter hätten wir werden müssen…“

Traurig ist der Stabsunteroffizier bei der Sportfördergruppe Frankenberg aber vor allem über seine Nichtberücksichtigung für die EM: „Die Entscheidung ist gerade erst gefallen – gegen mich und für Jonas Kaufmann-Ludwig aus München. Ich war fest davon ausgegangen, dass ich mich für die Staffel qualifiziere, hatte mit so etwas – auch wenn ich am rechten Knie leicht verletzt war – nicht gerechnet. Deswegen bin ich enttäuscht, lediglich erster Nachrücker zu sein, werde in Dresden aber als Block Steward* mithelfen.“

Weitergehen wird es jedoch auch für Hannes Kröger: „Wenn alles glatt läuft – nicht zuletzt gesundheitlich, denn leider hatte ich schon mehrfach unter Verletzungen zu leiden –, ist Olympia 2018 mein Ziel. Ich plane auf jeden Fall für die nächsten vier Jahre.“

* zuständig für das Wiederaufstellen der verrutschten Streckenbegrenzungs-Gummi-Blöcke, von denen es in jeder der beiden Kurve sieben gibt

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