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WM im Rudern : Das Boot aus einer anderen Galaxie

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der Deutschland-Achter mit Hannes Ocik wird in Sarasota Weltmeister / Doppelzweier Leiding/Nwajide respektabler Zehnter

von
erstellt am 01.Okt.2017 | 22:01 Uhr

Der Deutschland-Achter hat seine inklusive aller Vorläufe komplett aus Siegen bestehende Saison gekrönt und am Sonntag bei den 47. Weltmeisterschaften im Rudern in Sarasota (Florida) das erhoffte Gold geholt. Dabei zeigte die Besatzung mit dem für die Schweriner RG von 1874/75 startenden Rostocker Hannes Ocik sowie Johannes Weißenfeld (Herdecke), Felix Wimberger (Passau), Maximilian Planer (Bernburg), Torben Johannesen (Hamburg), Jakob Schneider (Essen), Malte Jakschik (Castrop-Rauxel), Richard Schmidt (Trier) und Steuermann Martin Sauer (Berlin) einen Auftritt wie aus einer anderen Galaxie und überließ in 5:26,85 Minuten den USA (5:28,45) und Italien (5:28,90) nur den „Rest“ vom Edelmetall. Unter Berücksichtigung der Windverhältnisse auf die ungewohnte (in diesem Falle aber günstige) Außenbahn gesetzt, fuhren die von Anfang an führenden Deutschen auf den dritten 500 der 2000 Meter einen Super-Zwischensprint, der die Konkurrenz endgültig abhängte.

Die Crew von Bundestrainer Uwe Bender holte in Sarasota die einzige Medaille für den Deutschen Ruderverband.

„Der Wind kam schräg von der Seite, und weil die Fairness-Kommission vermutet hat, dass es sonst dadurch von den Bedingungen unfair wird, wurden wir auf die Außenbahn gesetzt. Wir haben unseren Plan umgesetzt, uns im Mittelteil gut gelöst und konnten uns so hinten heraus den Endspurt ein bisschen sparen. Wir sind alle superhappy und werden unseren Triumph ausgiebig feiern und genießen“, so Ocik, der schon zweimal (2013, 2015) Vize-Weltmeister war.


In den Urlaub mit gemischten Gefühlen


Der Doppelzweier Julia Leiding (Rostocker Ruder-Club)/ Carlotta Nwajide (Deutscher Ruder-Club von 1884 Hannover) konnte gestern nicht wie erhofft das B-Finale für sich entscheiden. Rang vier in 7:13,10 sicher vor Schweden (7:16,20) und Griechenland (7:28,29) bedeutet aber einen Platz unter den Top Ten, und das ist für die beiden ja erst 23 bzw. 22 Jahre alten Youngster, die zum ersten Mal an einer A-Frauen-WM teilnahmen, ein respektables Gesamtergebnis. Weltmeister wurde in 6:45,08 das neuseeländische Boot.

„Eigentlich kann man mit Platz zehn nicht zufrieden sein“, meinte Julia sehr selbstkritisch. „Bis 1400 m ist es noch mal ein sehr gutes Rennen gewesen, die letzten 600 waren nur noch Kampf. Ich bin hier die bisher härtesten Rennen in meiner Karriere gerudert und stolz auf die kleinen Schritte, die ich vorwärts machte. Wir haben unser Möglichstes getan. Dennoch ist der Abstand zur Weltspitze noch zu groß. Das ist ein Fakt. Insofern gehe ich jetzt mit gemischten Gefühlen in den Urlaub.“ Die Rostockerin bleibt gleich in den USA, tourt mit Freund Nico ein paar Tage im Mietwagen durch die Staaten.


Jetzt will Ocik den FC Hansa an Bord holen


Ähnlich halten es Hannes Ocik und WM-Ersatzmann Malte Daberkow (ORC) mit ihren „besseren Hälften“ Lena und Leah, wobei auf den frischgebackenen Weltmeister noch etwas ganz Besonderes wartet: 14 Tage Karibik mit der „Aida“, ein Geschenk der Reederei für Olympia-Silber 2016.

Und wenn der 26-Jährige wieder zu Hause ist, hofft er, ein ganz besonderes „Projekt“ verwirklichen zu können: „Ich hatte beim FC Hansa angefragt, ob die Fußballer, wenn sie Zeit und Laune haben, im Herbst mal auf ein Ruder-Event bei uns im Stützpunkt in Kessin vorbeikommen wollen, dass man mal zusammen ins Boot steigt.“

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