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3. Fußball-Liga : Bergmann: „Ich habe kein schlechtes Gefühl“

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Hansa-Trainer blickt im Interview auf den Rest der Saison voraus. Am Freitag tritt der FCH beim VfB Stuttgart II an.

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erstellt am 20.Jan.2014 | 10:00 Uhr

Für den FC Hansa geht es in der 3. Fußball-Liga am kommenden Freitag um 19 Uhr beim VfB Stuttgart II weiter. Coach Andreas Bergmann blickt im exklusiven NNN-Inteview mit Redakteur Peter Richter voraus – und zurück auf das Trainingslager in San Pedro del Pinatar, aus dem die Mannschaft gestern wohlbehalten zurückkehrte.

Herr Bergmann, waren Sie mit dem Testspiel gegen Shanghai zufrieden?

Bergmann: Es war nicht ganz einfach, den Gegner einzuordnen. Ich hätte ihn wohl auf unserer Ebene eingeschätzt. Wir wollten ein gutes Gegenpressing spielen. Das haben die Jungs richtig toll gemacht. Damit sind die Chinesen gar nicht zurechtgekommen, sie wirkten sehr überrascht. Bei uns war der Wille zu sehen, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Ich finde, es ist auch eine relativ gute Dynamik im Spiel gewesen.

Die Mannschaft hat also Ihre Spielidee vernünftig umgesetzt…

Ja, zum Beispiel diesen Gedanken nach einem Ballverlust, egal, wie dumm er war: Jagt ihn! Darin sind wir schon richtig gut geworden, wenngleich auch noch lange nicht da, wo wir hinwollen. Es geht darum, dass wir kurze Wege zum Gegner haben. Auch, weil man dann das Gefühl hat, es lohnt sich, nachzusetzen. Dafür dürfen wir nicht zu tief stehen.

Wie fällt Ihr Fazit der gesamten Woche aus?

Wir hatten in Spanien die Möglichkeit, mit der Mannschaft intensiv arbeiten zu können. Das wäre zu Hause so nicht gegangen. Mit der Bereitschaft der gesamten Truppe war ich sehr zufrieden. Wir müssen an der Abstimmung arbeiten und zusehen, dass wir das Level halten und möglichst noch weiter ausbauen. Die Bedingungen in San Pedro del Pinatar waren schon sehr gut. Wie gesagt, für mich war wichtig, dass die Mannschaft weiter so intensiv und aufmerksam arbeitet. Und ich habe mich gefreut, wie die Spieler miteinander umgegangen sind und gegenseitigen Respekt hatten. Daran sah man, dass wir unseren Teamgeist weiterentwickelt haben.

Wie beurteilen Sie den Konkurrenzkampf auf den einzelnen Positionen?

Es gibt Grenzfälle, wo Nuancen darüber entscheiden, ob der eine spielt und der andere weniger. Die Jungs rufen alles ab, und es ist ein gutes Gefühl, wenn sich zum Beispiel die Stürmer völlig verausgaben – was sie ja auch sollen –, dass wir dann zwei nachlegen können, ohne dass es einen Bruch gibt. Oder nehmen wir die Sechser-Position, wo wir auch Alternativen haben. Wir brauchen diese mannschaftliche Geschlossenheit. Klar ist, es können nur elf spielen. Aber auch die anderen müssen immer wieder alles probieren, auf hohem Niveau zu bleiben. Sascha Schünemann zum Beispiel hatte eine lange Durststrecke, arbeitete aber ständig weiter und machte dann richtig gute Spiele für uns. Der schwierigste Kampf ist der gegen sich selbst.

Wie verfahren Sie bei der Entscheidung, wer ab Freitag im Tor steht: Jörg Hahnel oder Johannes Brinkies?

Auch der Eindruck, den man hier bekam, und was Andy Reinke (Co- und Torwarttrainer – d. Red.) für ein Gefühl hat, wird maßgeblich sein bei dem, was wir machen werden. Wobei das Mitte der Woche schon klar sein muss, und es wird dann auch wieder ein entsprechendes Gespräch mit beiden Jungs geben, wie sich das gehört. Aber wir haben auch auf anderen Positionen eine Enge. Schade, dass ich Max Christiansen nicht noch mal sehen konnte (litt unter Achillessehnenbeschwerden – d. Red.). Denis-Danso Weidlich konnte wegen einer Überreizung in der Kniekehle gegen Shanghai ebenfalls nicht mitmachen. Das sind Überlastungssymptome. Ich gehe aber davon aus, dass es bei ihm bis Freitag kein Problem gibt.

Denis-Danso Weidlich ist in der Innenverteidigung sicher gesetzt, aber wer wird der Nebenmann sein, Sebastian Pelzer oder Steven Ruprecht?

Das Schöne ist, dass ich das jetzt noch nicht verkünden muss. Denis hat mit seinen Leistungen eine Marke gesetzt. Ich bin froh, dass ich drei Innenverteidiger habe und sicher, dass noch einiges passiert diese Saison. Mit nur zweien wäre es etwas dünn. Die Entscheidung ist natürlich nicht einfach.

In der Liga stehen noch 17 Partien aus. Wer sind in Ihren Augen die Aufstiegskandidaten?

Ich glaube, dass Heidenheim (Tabellenführer mit 47 Punkten – d. Red.) schon ganz klar eine Nummer ist. Red Bull (RB Leipzig, 2./40 – d. Red.) hat mal wieder richtig aufgeforstet. Was uns betrifft (Hansa, 4./35, ist punktgleich mit dem Dritten Darmstadt, der die deutlich bessere Tordifferenz hat – d. Red.), sehe ich nur das nächste Spiel. Da wollen wir wieder eine gute Leistung abrufen und alles tun, um Erfolg zu haben. Ich denke, wir haben ein Fundament gelegt. Wir hatten im bisherigen Saisonverlauf auch eine Delle drin, aber wir sind auf einem guten Weg, mit dieser Mannschaft etwas aufzubauen. Wo das in diesem Spieljahr hingeht, kann ich nicht sagen. Ich fange nicht an zu träumen. Erst mal konzentrieren wir uns auf den VfB Stuttgart II. Mal sehen, was uns da auch an Bodenverhältnissen erwartet und was wir aufs Tablett bringen. Ich habe kein schlechtes Gefühl.





 

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