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Ironman-WM auf Hawaii : Andreas Raelert: „Über 226 Kilometer ist alles möglich“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Heute startet der Rostocker Profi-Triathlet bei der Ironman-WM auf Hawaii – ein fünftes Mal Edelmetall ist nicht ausgeschlossen

Punkt 18.25 Uhr wird heute an der Pier von Kailua-Kona auf Hawaii ein Böllerschuss den Start zur 38. Ironman-Weltmeisterschaft freigeben. Unter den rund 50 Profi-Triathleten befindet sich auch der Rostocker Andreas Raelert. Für den 39-Jährigen von der TG triZack wird es der siebente Start auf Big Island sein.

Nach seinen je zwei zweiten und dritten Plätzen zwischen 2009 und 2012 musste der Hansestädter in den vergangenen Jahren kleinere Brötchen backen: 2013 Aufgabe nach einer Muskelverletzung, 2014 als Fußgänger gefinisht. Nach der Halbmarathon-Marke auf Platz vier liegend, beendeten Magenprobleme den Traum vom fünften Edelmetall.

Überhaupt waren die letzten 24 Monate nicht gerade leicht für den angehenden Familienvater. Verletzungen und Erkrankungen erschwerten eine zielgerichtete Vorbereitung auf den Kampf über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen. Kein Wunder, dass viele Insider Andreas Raelert für einen Platz auf dem Podium nicht mehr so richtig auf dem Schirm haben, er als Underdog gehandelt wird. Der Australier Craig Alexander, dreifacher Weltmeister, sieht das anders: „Sicher spricht alles über Jan Frodeno oder Titelverteidiger Sebastian Kienle, doch ein bei 100 Prozent stehender Andy ist zu allem fähig. Seine Marathon-Leistung bei der Ironman-EM in Frankfurt sowie der zweite Platz beim 70.3 Germany bestärken mich in meiner Auffassung. Vielleicht ist es für ihn sogar gut, dass er nicht unter den Podestanwärtern gehandelt wird.“

Andreas Raelert selbst ist vor dem Rennen unter die „Leisetreter“ gegangen. „Unter dem Radar lässt sich aber auch gut mitreden“, sagt er. Wohl wissend, was er kann: „Meine Leistungswerte entsprechen denen aus meinen erfolgreichen Jahren. Das ist schon einmal die halbe Miete. Die zweite muss dann im Rennen kommen. Dann ist alles möglich, zumal es ja über insgesamt 226 Kilometer viele Unbekannte gibt.“

Nach außen hält sich der Rostocker hinsichtlich eines WM-Zieles zurück: „Natürlich ist der Traum vom Sieg immer noch lebendig. Wichtig ist mir aber, alles aus dem Körper herausgeholt und gegeben zu haben. Wenn dabei ein Platz auf dem Podium
herausspringt, wäre das toll. Enorm entscheidend wird auch die mentale Verfassung sein. Ausreden zählen nicht.“

Der vier Jahre ältere Bruder des ebenfalls auf Hawaii anwesenden 70.3-Spezialisten Michael Raelert hofft, auf dem Rad nicht nur eine durchschnittliche Leistung abliefern zu können. Dafür hat Rad-Ausstatter Cube einen auf den Rostocker zugeschnittenen Prototyp entwickelt, im Windkanal getestet und „an einigen weiteren Stellschrauben Änderungen vorgenommen“. Pomaika’i – viel Erfolg, Andreas!


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