Interview mit Andreas Bluhm : „Alle sollten sich solidarisch zeigen“

LVMV-Chef Andreas Bluhm baut auf den Solidar-Gedanken in der Laufszene und unterstützt die Gebührenerhöhung.
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LVMV-Chef Andreas Bluhm baut auf den Solidar-Gedanken in der Laufszene und unterstützt die Gebührenerhöhung.

Interview mit dem Präsidenten des Leichtathletik-Verbandes MV, Andreas Bluhm, zur geplanten Gebührenerhöhung bei Volks- und Straßenläufen

svz.de von
11. April 2015, 09:00 Uhr

Zu der vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) geplanten Gebührenerhöhung bei Volks- und Straßenläufen befragte NNN-Mitarbeiter Oliver Kramer den Präsidenten des Leichtathletik-Verbandes Mecklenburg-Vorpommern (LVMV), Andreas Bluhm.

Herr Bluhm, wie steht der Landesverband zur Einführung der „Lauf-Maut“?
Mein Stand ist, dass es einen Beschluss des Verbandsrates des DLV gibt, nach dem die Abgabe pro Teilnehmer an Volksläufen, die älter als 19 Jahre sind, ab 1. Januar 2016 auf einen Euro angehoben werden soll. Bislang gab es in den Landesverbänden unterschiedliche Regelungen. Manche verlangten 25 Cent pro Starter, manche 50 Cent. Andere unterschieden bei den Gebühren zwischen kommerziellen Veranstaltungen und Volksläufen. Dies galt es zu vereinheitlichen.
Wie wurde bislang in MV mit der Abgabe verfahren?
Wir haben 25 Cent pro Starter jeden Alters verlangt. Diese Gebühr wird um 75 Cent angehoben, wobei der Nachwuchs jetzt befreit ist.
Das entspricht einer Steigerung um 300 Prozent! Ist das den Sportlern zuzumuten?
Es gab ja in diesem Bereich seit Jahren keine Erhöhung. Auch waren wir bemüht, eine sozialverträgliche Lösung zu finden, und schlugen dem DLV ein differenzierteres Gebührenmodell vor, das sich leider nicht durchsetzen ließ. Fakt ist, dass es Ende Juli auf dem DLV-Verbandstag eine Grundsatzentscheidung gibt, die wir als Landesverband in unserer Gebührenordnung umzusetzen haben.
Befürchten Sie Gegenwind seitens der Laufbewegung ?
Wir nehmen die Bedenken der Läufer sehr ernst. Eine einheitliche Meinung gibt es aber nicht. Viele Läufer, mit denen ich gesprochen habe, können die Aufregung nicht verstehen, andere prophezeien den Untergang des Abendlandes. Sicher hat der DLV bei der Kommunikation seiner Pläne nicht gerade eine gute Figur abgegeben. Wir versuchen nun, die Bedenken auszuräumen.
Trotzdem, geht die Erhöhung nicht gerade zu Lasten der kleinen Volksläufe?
Von unseren Vereinen wie dem 1. LAV Rostock oder der HSG Greifswald, die kleinere Läufe ausrichten, erwarte ich keinen Aufstand. Ich finde, alle sollten sich solidarisch zeigen und ihren Beitrag zur Förderung der Laufbewegung beitragen. Diese Diskussionen und Drohungen, aus dem Verband auszutreten, bringen den organisierten Sport nicht voran. Jeder soll ja laufen, wie und wo er will. Aber für die Durchführung von sportlichen Wettkämpfen gibt es nun mal Regeln, zum Beispiel die exakte Streckenlänge, die von den nationalen Verbänden aufgestellt werden und auch international ihre Gültigkeit haben.

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