Mehnert hofft auf versöhnliches Ende einer verkorksten Saison

Bernd Mehnert auf seinem 130-PS-Rennboot mit Thomas Hirsch von der Firma Empire Car, der ihn schon seit Jahren unterstützt. bjar
Bernd Mehnert auf seinem 130-PS-Rennboot mit Thomas Hirsch von der Firma Empire Car, der ihn schon seit Jahren unterstützt. bjar

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09. September 2010, 01:57 Uhr

Rostock | Rang acht hat Bernd Mehnert vom WSV Hanseat Rostock, einziger Motorbootrennfahrer des deutschen Nordostens oberhalb Berlins, in der

Europameisterschaft 2010 der Formel

R 1000 erreicht. Achter ist er auch in der Deutschen Meisterschaft und will diese Platzierung am Wochenende in Lauffen am Neckar zumindest verteidigen, um eine verkorkste Saison zu einem versöhnlichen Ende zu bringen.

Nach dem recht ordentlichen Start mit zehn Punkten und Platz sechs beim ersten EM-Lauf Ende Mai im tschechischen Jedovnice wurde Mehnert von der "Seuche" heimgesucht. Gleich auf den ersten DM-Lauf in Brodenbach musste er verzichten: ärztliches Startverbot nach einer schweren Bronchitis.

Es folgte die Station Talsperre Kriebstein. Mit den ersten beiden Läufen war der 50-Jährige nicht zufrieden - immerhin gabs sieben Zähler. Vor dem dritten geschah ein tragischer Unfall: Der Badener Marco Braun (16) erlag seinen schweren Verletzungen, die EM- und DM-Veranstaltung wurde abgebrochen.

In Berlin-Grünau, wo ebenfalls doppelt gewertet wurde, brach dem Rostocker im ersten Durchgang der Motor zusammen. Im zweiten Lauf "lief das Boot wie Schmidts Katze" auf Position fünf an der ersten Wendeboje, doch als Vibrationen auftraten, musste er den Motor ausmachen. An Land sah man dann die Bescherung: halber Propeller weg-gerissen, Wellenbock um über 45 Grad verbogen, auch die Welle - Schrott.

Am 21./22. August sollte in Pütnitz im Rahmen der DM endlich mal wieder ein Rennen in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden. Am ersten Tag war es sehr windig, doch zum Abend hin wurde das Wasser auf dem Saaler Bodden immer ruhiger, so dass der erste Lauf noch stattfand. Bernd Mehnert, der auch Veranstalter war, und sein "Chef-Schrauber" Mario Bartusek mussten technisch bei Null anfangen, wobei sich der einzige zur Verfügung stehende Propeller als zu groß erwies (führt zum Geschwindigkeitsverlust an den Wendebojen). Tags darauf musste der Hansestädter schweren Herzens den Wettkampf frühzeitig wegen zu starken Windes abbrechen, zumal ein Unwetter aufzog.

Nun also am Sonnabend und Sonntag der Abschluss 2010 in Lauffen mit einem vom Berliner Alt-Meister Reinhard Gerbert (70) zur Verfügung gestellten passenden Propeller. Bernd Mehnert: "Ich will da irgendwie über die Runden kommen. Es wird schon mehr ein Testen für nächstes Jahr."

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