Schweriner Ruderer : Ungeschlagen die Saison beenden

Die Mecklenburger WM-Teilnehmer auf dem Steg der Ruderakademie Ratzeburg: Hannes Ocik (links), Malte Daberkow und Julia Leiding.
Die Mecklenburger WM-Teilnehmer auf dem Steg der Ruderakademie Ratzeburg: Hannes Ocik (links), Malte Daberkow und Julia Leiding.

Deutschland-Achter mit dem Schweriner Schlagmann Hannes Ocik ist zur WM nach Florida abgereist

svz.de von
19. September 2017, 12:00 Uhr

Seit 2013 – mit einer krankheitsbedingten Pause im Folgejahr – sitzt Hannes Ocik von der Schweriner Rudergesellschaft 1874/75 im Deutschlandachter. Vier Europameistertitel, olympisches Silber sowie zwei Vize-Weltmeisterschaften kann er sein eigen nennen. Gestern startete die Crew um Hannes Ocik von Frankfurt/Main Richtung Sarasota (Florida). Ab Sonntag findet dort die Ruder-WM statt. Am vergangenen Wochenende hatten die Sportler nach Ende des Abschlusslehrgangs noch einen kurzen Heimaturlaub. Vor dem Abflug sprach Bernd-Dieter Herold mit dem Landeshauptstädter.

In Europa stets die Nummer 1, in der Welt hinter den Briten seit 2013 „nur“ Zweiter – kann das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes den Bock umstoßen?

Hannes Ocik: Die Saisonresultate sprechen bisher für sich. Daran wollen wir auch in Sarasota anschließen. Ich denke, wenn wir unser Leistungsvermögen abrufen, wird dem nichts im Wege stehen. Wir haben gut trainiert, alle sind gesund. Der knappe Sieg vor Australien auf dem Rotsee hat jedoch gezeigt, dass es kein leichtes Unterfangen wird. Nach Luzern besaß jeder von uns noch individuelle Reserven. Daran haben wir intensiv gearbeitet, unsere Hausaufgaben gemacht und wollen nach Gold greifen.

Zwölf Nationen haben gemeldet. Wer könnte beim Gold-Vorhaben gefährlich werden?
Die Spitze ist unheimlich eng zusammen, ausgeglichener denn je. Die „Aussies“ nannte ich bereits. Großbritannien möchte die Serie nicht reißen lassen. Niederlande und Polen haben bei der EM und in Poznan gezeigt, wozu sie im Stande sind. Auch Neuseeland ist traditionell nicht ohne. Überraschungskandidat ist für mich das amerikanische Boot. Sie haben in der Saison bisher an keiner europäischen Regatta teilgenommen, wollen als Gastgeber sicher ihre Leistungsstärke unter Beweis stellen. Das sind mit uns schon sieben Achter für sechs Finalränge.

Wir tun gut daran, wirklich keinen zu unterschätzen und mit Vollgas uns im Vorlauf bereits Selbstvertrauen zu holen.
Seit 2015 sitzen Sie auf Schlag. Macht Sie das stolz?

Stolz bin ich, dass ich außer der Pause von 2014 seit 2013 den Sprung in den Achter geschafft habe. Die Position ist hier eigentlich zweitrangig. Mir ist wichtig, meine maximale Leistungsstärke ins Boot zu übertragen. Wenn der Trainer diese auf Schlag für mich sieht, nehme ich die Herausforderung gern an.

Hinter Ihnen liegt – quasi nebenan in Ratzeburg – das letzte Camp. Worauf legte Achter-Coach Uwe Bender besonderen Wert?
Wir befanden uns bereits im Wettkampfmodus. Die Einheiten waren kürzer, aber intensiver. Konzentriert haben wir uns auf die ersten 1000 Meter, um von Beginn mit hoher Frequenz Druck auf die Konkurrenz ausüben zu können. Dazu natürlich Zwischenspurts und die Endphase. Ich denke, dass wir gut gewappnet in die WM gehen. Wir möchten am 1. Oktober ungeschlagen den Strich unter die Saison machen. Dafür wird in Florida eine schnelle Anpassung an Zeitumstellung und hohe Temperaturen erforderlich sein.

 

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