Judo : Timo Acktun landet großen Wurf

Sichtlich zufrieden steht PSV-Judoka Timo Acktun ganz oben auf dem Podest.
Sichtlich zufrieden steht PSV-Judoka Timo Acktun ganz oben auf dem Podest.

Nachwuchskämpfer vom PSV Schwerin ist neuer deutscher Meister der U18 bis 60 Kilogramm / Emelie Koop wird Fünfte

svz.de von
01. März 2016, 04:44 Uhr

Elf Jahre ist es her, dass mit Maria Briesemeister ein Nachwuchs-Judoka vom PSV Schwerin deutscher Meister wurde. Zwischenzeitlich sammelte der Verein bei nationalen Titelkämpfen weitere Medaillen, ein deutscher Meister war aber nicht dabei – bis jetzt. Am Sonnabend landete der 17-jährige Timo Acktun den größten Coup seiner bisher noch jungen Karriere. Im nordrhein-westfälischen Herne erkämpfte sich das PSV-Talent im Limit bis 60 Kilogramm mit vier Siegen den goldenen Pokal. „Es hat alles gepasst, Timo hat einen super Tag gehabt. Vor allem seine Einstellung stimmte“, war PSV-Trainer Uwe Juch im Nachhinein stolz auf seinen Schützling.

Nachdem der Schweriner im vergangenen Jahr in der U18 bis 55 kg Bronze bei den deutschen Meisterschaften holte, ist es in diesem Jahr die Gold geworden. Drei seiner vier Kämpfe gewann der Braungurt dabei vorzeitig, darunter auch das Finale. „Timo macht sich im Vorfeld keinen Kopf und denkt von Kampf zu Kampf. Das war ein großer Vorteil“, schilderte Trainer Juch. Und so gewann der PSV-Kämpfer nach einem Freilos zunächst gegen Niccolo Amato (PSV Duisburg), Stefan Thiering (JSV Tübingen) sowie im Halbfinale gegen Rami Pangerl (TSV Peiting). Im Finale wartete dann der süddeutsche Meister Nikolas Menzl (TSV Wacker Neutraubling) auf den Schweriner, der aber alles im Griff hatte. „Er hat direkt zu Beginn immer seinen Griff durchgesetzt – das sah richtig gut aus. Nach einer Minute im Finale wusste ich, dass Timo das Ding hier gewinnen wird“, glaubte Uwe Juch die ganze Zeit an seinen Sportler. Und er hatte recht: Mit einem O-Uchi-Gari (große Innensichel, Anm. d. Red.) warf Timo Acktun erst eine große Wertung und hielt anschließend seinen Gegner siegbringend fest. Der Lohn ist, neben einem kleinen Blumenstrauß, einer Urkunde sowie einem riesigen Pokal, der Titel als deutscher Meister.

Nach elf Jahren stand also wieder ein PSV-Kämpfer ganz oben auf dem Podest. Dabei gilt das nicht nur für den PSV Schwerin. Auch für das Land Mecklenburg-Vorpommern ist es seit 2005 der erste deutsche Meister im Nachwuchsbereich. „Für den Verein ist das natürlich super. Mit hat die ganze Vorbereitung auf die Meisterschaftsserie aber auch riesigen Spaß gemacht“, freute sich Trainer Juch auf weitere Erfolge in der Zukunft.

Dabei wäre Tags darauf fast der zweite Pokal für den PSV herausgesprungen. Leichtgewicht Emelie Koop (-40 kg) musste sich am Ende aber mit einem fünften Platz begnügen. Nachdem sie den ersten Kampf verloren hatte, zeigte sie in der Trostrunde ihr Können und siegte zweimal vorzeitig. Im Kampf um Platz drei fehlte es dann ein bisschen an Erfahrung. „Da war etwas mehr drin, trotzdem freue ich mich für Emelie. Sie hat einen guten Wettkampf hingelegt und wird ihren Weg weiter gehen“, war Juch nach dem Wettkampf zuversichtlich.

Gleiches gilt für Mattes Acktun, dem jüngeren Bruder von Timo. Als jüngster Jahrgang schnupperte der Blaugurt bis 50 Kilogramm etwas Meisterschaftsluft, musste sich aber nach seinem Auftaktsieg und zwei anschließenden Niederlagen aus dem Turnier verabschieden.

Am Ende der U18-Meisterschaften waren die Judokämpfer aus MV mit vier Podestplatzierungen so erfolgreich wie lange nicht mehr. In Neubrandenburg freute man sich gleich über zwei Silbermedaillen. Nicolas Laudahn (-46 kg) und Cara Kröger (-78 kg) erkämpften sich die Vize-Titel. Jari Kilian, ebenfalls aus Neubrandenburg, wurde bis 50 Kilogramm Fünfter. Die Rostockerin Annika Würfel holte sich im 52-Kilo-Limit Bronze.

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